Rennpannen Nur keine Panik

Psychologie | 3. August 2011
„Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt“ – auch wenn Sie noch so gut vorbereitet sind, können im Wettkampf kleine oder größere Missgeschicke passieren. Unsere Tipps, wie Sie Pannensituationen im Training üben können.

Schwimmen

Die Brille wird vom Kopf gerissen
Damit es gar nicht erst so weit kommt, gewöhnen Sie sich schon im Training an, die Brille immer unter der Schwimm­kappe zu tragen. Bei zwei Kappen ziehen Sie sie zwischen die beiden.
Die Brillengläser beschlagen
Bemerken Sie beim Bahnenziehen, dass Ihr Blick vernebelt, liegt das entweder an einer minderwertigen Brille oder daran, dass die Anti-Beschlag-Schicht im Glas nachgelassen hat oder das Glas zerkratzt ist. Der Temperaturunterschied zwischen dem Wasser und der in der Brille eingeschlossenen Luft lässt die Scheiben dann trüb werden. Einige Athleten schwören darauf, vor dem Training in die Brille zu spucken, andere verwenden Spülmittel. Es gibt außerdem Anti-Fog-Sprays oder -Tropfen verschiedener Anbieter zu kaufen. Probieren Sie aus, womit Sie am besten zurechtkommen.
Die Schwimmbrille läuft voll
Stellen Sie im Training fest, dass Wasser in Ihre Brille eindringt, sitzt sie vermutlich nicht richtig. Eine Schwimmbrille passt, wenn Sie nur die Gläser an die Augen drücken und sie ohne Kopfband hält. Der Nasensteg sollte einstellbar sein, damit auch innen kein Leck entstehen kann. ­Tragen Sie im Wettkampf die Brille unter der Bade­kappe, ansonsten kann es sein, dass sie nicht ganz anliegt. Wenn im Eifer des Gefechts trotzdem einmal Wasser in die Gläser geraten sollte, hilft nur, kurz auszusetzen und die Brille zu leeren. Üben Sie die Bewegung schon im Training.
Wohin mit der Neo-Reißleine?
In den Anzug gesteckt, scheuert die raue Schnur leicht, lässt man sie außen baumeln, könnte ein Mitschwimmer versehentlich darin hängen bleiben. Ziehen Sie sie deshalb einmal durch den Klettverschluss und lassen Sie sie hängen. So kommen Sie auch beim Wechsel leichter ran.
Der Neoprenanzug lässt sich schwer ausziehen
Üben Sie den Ausstieg im Training. Am besten lässt sich der Anzug abstreifen, wenn Sie ihn zunächst bis zur Hüfte, dann mit einem kräftigen Ruck bis zu den Knien ziehen und anschließend mit jedem Bein einen ­kräftigen Schritt auf der Stelle machen. Besser rutscht es, wenn Sie vorher Arm- und Bein-Abschlüsse des Anzugs mit Babyöl einreiben.

Radfahren

Die Radschuhe baumeln herum
Möchten Sie die Schuhe schon in die Pedale klicken, um in der Wechselzone Zeit zu sparen, sollten Sie vorher üben, während des Fahrens hineinzuschlüpfen. Damit Sie nicht mühevoll nach den Schuhen angeln müssen, können Sie sie mit dünnen Gummibändern oder Fäden an der Umwerferschelle oder Ketten­strebe in der Waagerechten fixieren. Probieren Sie im Training unbedingt aus, ob sich die Gummis lösen, wenn Sie anfangen zu treten!
Der Reifen ist platt
Es gibt ein paar Tricks, um den „Pannendienst“ etwas zu beschleunigen. Die sollten aber zuvor ausprobiert werden, damit durch ungewohnte Handgriffe nicht unnötig Zeit verloren geht. Pannenspray oder Gel kann den Schlauchtausch eventuell eine Zeitlang hinauszögern, wenn das Loch nicht zu groß ist und die Dichtmasse richtig eingesetzt wird. CO2-­Kartuschen können mühsames Pumpen mit der Hand abkürzen. Allerdings müssen die „Schüsse“ sitzen, da man für ­gewöhnlich aus Platzgründen nur ein bis zwei Kartuschen im Rennen dabei hat. Bei Schlauchreifen sollten Sie den Ersatzschlauch schon vorab mit ­etwas Kleber bestreichen, damit er auf der ­Felge besser haftet. Üben Sie auch die (De)Montage. Bei Draht­reifen empfehlen ebenfalls sich ein paar Trockenübungen, bei denen Mantel und Schlauch von der und auf die Felge gezogen werden – in der Aufregung des Rennens ist jede Routine hilfreich!

Laufen

Die Laufschuhe lassen sich nur mühsam anziehen
Bereiten Sie Ihre Schuhe auf den schnellen Wechsel vor: Öffnen Sie die Schnürsenkel weit und reiben Sie gegebenenfalls etwas Vaseline oder Babypuder als Rutschhilfe in die Ferse. Kleine Laschen hinten und an der Zunge sind praktische Zughilfen für den Einstieg. Schneller schnüren lassen sich die Schuhe mit speziellen Gummisenkeln oder Kordelstoppern durch die die Bänder gefädelt werden. Beides bekommen Sie im Fachhandel. Verwenden Sie normale Schnürsenkel, machen Sie einen Doppelknoten, damit sich die Schleife unterwegs nicht löst.