Auf die Rolle, fertig, los!

Dunkelheit, Nässe, Kälte, Rutschgefahr: Es gibt viele Argumente gegen das Rennradfahren im Winter. Sie wollen trotzdem nicht auf Training im Sattel verzichten?

Von > | 21. Dezember 2015 | Aus: TRAINING

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Foto >Jens Richter / spomedis

Radfahren auf der Stelle. Das ist ein echter Formbooster, kann aber auch unglaublich langweilig werden. Gut, dass es dafür ganz unterschiedliche Trainingspartner gibt. Der klassische Rollentrainer ist das am weitesten verbreitete Gerät für das Wohnzimmer. Das Hinterrad wird dabei mit einem speziellen Schnellspanner in ein robustes Gestell eingespannt. Das Rad läuft nicht am Boden, sondern an einer Walze, deren Widerstand sich regulieren lässt. Der Vorteil ist die kompakte Konstruktion. Anders als ein Heimtrainer, der viel Platz wegnimmt, lässt sich die „Rolle“ zusammenklappen und platzsparend verstauen. Zudem können Sie auf Ihrem gewohnten Rennrad trainieren und in der gleichen Haltung fahren.

Aufgerollt

Fast schon selbstverständlich ist, dass ein guter Rollentrainer sich durch eine stabile Bauweise auszeichnet. Von einer Plastikkonstruktion oder einer unbekannten Marke sollten Sie Abstand nehmen. Der Faktor Geräuschentwicklung ist für das Training zwar nur sekundär, sollte jedoch unbedingt in Ihre Kaufentscheidung einfließen. Vor allem diejenigen, die nicht im Hobbykeller, sondern im mehr­stöckigen Mietshaus trainieren, sollten bei ihren „Ausfahrten“ Rücksicht auf ihre Mitmenschen nehmen. Einige Rollentrainer werden sogar mit speziellen Matten geliefert, alternativ tut es aber auch eine Waschmaschinenunterlage. Eine Unterlegmatte dämpft nicht nur Geräusche und Vibrationen, sondern bewahrt auch den Wohnzimmerboden vor Schweißtropfen. Denn: In den heimischen vier Wänden bläst Ihnen kein Fahrtwind ins Gesicht – und nach spätestens zehn Minuten rinnt der Schweiß in Strömen. Auch Lenker und Rahmen sollten Sie schützen, hierbei helfen ein Handtuch oder ein spezieller Schweißfänger. Außerdem werden einige Rollen mit einem Stützfuß für das Vorderrad geliefert, damit Sie nicht nach vorn gekippt fahren, als Sockel sind jedoch ein Holzklotz oder ein Telefonbuch genauso gut geeignet.

Lang und weilig

Stundenlang in die Pedale treten, ohne auch nur einen Meter vorwärts zu kommen – Rollentraining wird schnell monoton. Und irgendwann kommen einem fünf Minuten im heimischen Wohnzimmer so lang vor wie ein halbe Stunde auf der Landstraße. Die wenigsten halten es länger als eineinhalb Stunden auf der Rolle aus. Das macht aber nichts: Lange, gleichmäßige Einheiten können Sie getrost auf das Frühjahr verschieben. Gestalten Sie Ihr Trainingsprogramm lieber interessant und kurzweilig: Fahren Sie nach einem Warm-up zum Beispiel Intervalle und variieren Sie das Tempo. Auch der Trainingseffekt ist dann größer als mit einem ruhigen Programm im Grundlagenbereich. Und anders als auf der Straße dürfen Sie auf der Rolle jederzeit Ihre Lieblingsmusik hören. Viele Hersteller von Trainingsrollen bieten inzwischen sogar videobasierte Trainingsprogramme an, die Sie mit dem Laptop und der entsprechenden Software abspielen können.

Richtig Rollen: Mit dem Seminar aus der Spomedis-Akademie "Effizient und mit Spaß auf der Rolle trainieren"holen Sie mehr aus dem Wohnzimmertraining heraus.