Kurz und effizient: Rollentraining

Der Winter ist für Triathleten eine Qual: Vor allem die langen Radausfahrten fallen wegen der Witterung häufig aus. Sie auf die Rolle zu verlegen, ist vielen zu monton. Dabei kann man schon mit Rolleneinheiten von höchstens 90 Minuten Länge viel bewirken.

Von > | 3. Dezember 2015 | Aus: Training

Pewag Racing Team Aerotest Radbahn - 04 | Pewag Racing Team Aerotest Radbahn - 04

... auf die Rolle

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Es ist zu kalt, es ist häufig zu nass, es wird zu spät hell und zu früh wieder dunkel: Die Winterzeit ist der natürliche Feind vieler Radfahrer und Triathleten. Doch auch die Aussicht, das Radtraining von der Straße auf die Rolle verlegen zu können, tröstet die meisten Sportler nicht wirklich: Zu langweilig wirkt die Aussicht, stundenlang auf einem Fleck vor sich hin zu strampeln. Dabei muss das gar nicht sein.

Effizienter durch entleerte Speicher

Denn ein Training auf der Rolle muss nicht lange dauern - und kann dennoch viel bewegen, erklärt Marc Sauer vom Hamburger STAPS-Institut. "Man kann schon mit Trainingseinheiten von unter 90 Minuten Dauer viel erreichen", erzählt Sauer. Speziell Intervalle lassen sich auf der Rolle gut steuern - und auch, wer zur neuen Saison beispielsweise an Trittfrequenz und Koordination arbeiten möchte, tut gut daran, damit im Winter auf der Rolle zu beginnen. "Auf der Rolle ist man nicht nur unabhängig von Wetter und Helligkeit, sondern kann auch ungestört trainieren", erklärt Sauer. Störfaktoren wie Ampeln und der Verkehr, die das Training auf der Straße immer wieder unterbrechen und für sogenannte "Leerrollzeit", also Fahrzeit ohne eigenen Aufwand sorgen, fallen auf der Rolle weg. "Wie wir in Messungen festgestellt haben, ist das ein wesentlicher Faktor", meint Sauer. Ohne diese Unterbrechungen lassen sich Koordinationsübungen, Frequenz-Programme und einbeinige Trittübungen natürlich wesentlich effizienter durchführen.

Aber auch Grundlagentraining könne auf der Rolle durchgeführt werden und müsse trotzdem nicht die sonst üblichen drei bis fünf Stunden dauern, meint Sauer. "Wenn man die Ernährung gezielt auf das Training ausrichtet, lassen sich auch für das Grundlagentranining gute Effekte erzielen." So könnte ein Sportler beispielsweise am Abend mit einem intensiven Programm die Glykogenspeicher entleeren - und, wenn er sie im Anschluss nicht unmittelbar wieder auffüllt, am nächsten Tag so mit den entleerten Speichern beispielsweise eine 90-minütige Grundlageneinheit folgen lassen. "So wird von Anfang an der Fettstoffwechsel trainiert - anders als beispielsweise in den üblichen Radausfahrten, in denen der Körper in den ersten Stunden meist noch vom Frühstück zehren kann", meint Sauer. "Daher kommt man über den Winter auch mit kürzeren Einheiten auf der Rolle gut aus."

Marc Sauer | Marc Sauer

Marc Sauer arbeitet als Sportwissenschaftler beim Hamburger STAPS-Institut

Foto > staps-online.com

Einen ausführlichen Beitrag zum Thema Rollentraining finden Sie in der aktuellen Ausgabe des Magazins triathlon training (Nr. 55). Das Heft erhalten Sie hier. Am 07. Januar veranstaltet die spomedis-Akademie in Zusammenarbeit mit dem Trainingsinstitut STAPS außerdem einen Vortrag zum Thema "Effizient und mit Spaß auf der Rolle trainieren" in Hamburg. Zur Anmeldung gelangen Sie hier.