Mit dem Baukastensystem zu Höchstleistungen

Wie ernährt sich ein Triathlet am besten – im Alltag, Training und im Wettkampf? In ihrem Buch "Meine perfekte Triathlonernährung" hilft Expertin Caroline Cornfine Athleten mit einem individuellen Baukastensystem, die Antwort selbst zu finden.

Von > | 24. November 2015 | Aus: Training

Meine perfekte Triathlonernährung Header | Meine perfekte Triathlonernährung Header

In "Meine perfekte Triathlonernährung" stellt Expertin Caroline Cornfine ihr individuelles Ernährungskonzept für Triathleten vor

Foto > Maike Hohlbaum

Low Carb oder Low Fat? Vegan oder Paläo? Nüchtern oder voll aufgeladen? Jeder Triathlet ist anders, und nur wer das für sich passende Konzept findet, kann zu Höchstleistungen auflaufen. Ernährungsiwssenschaftlerin und triathlon-Expertin Caroline Cornfine stellt in Ihrem neuen Buch ein Baukastensystem vor, dass individuelle Konzepte fördert. Denn dieselbe Lösung passt nicht zu allen Athleten.

Caroline Cornfine, Ihr Buch „Meine perfekte Triathlonernährung“ ist neu erhältlich. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein Buch speziell über die Ernährung von Triathleten zu schreiben?
Da ich selbst aktiv Triathlon betreibe war das Thema „Ernährung im Triathlon“ schon immer für mich präsent. Ich habe mich auf der Suche nach einem idealen Ernährungskonzept viel mit dem Thema befasst – und selbst einiges ausprobiert. Durch meinen Background als Ernährungswissenschaftlerin wurde ich auch von vielen Freunden immer mal wieder gefragt, wie ich zu diversen Ernährungstheorien stehe und ob ich nicht einen Tipp für sie hätte, weil sie im Training und Wettkampf immer wieder mit den gleichen ernährungstechnischen Problemen zu kämpfen hatten. Im Zuge der vielen Gespräche zeigte sich schnell, dass nicht jeder Ratschlag auch für Jeden passte und es selbst in meinem kleinen Triathlonumfeld viele unterschiedliche Ernährungsstrategien gab. So kam mir die Idee, einen Ratgeber zu schreiben, der für beinahe alle erdenklichen Wünsche und Anforderungen passt. Er soll zeigen, dass viele Ernährungswege zur Bestzeit führen.

Wie unterscheidet sich die Ernährung eines Triathleten von der eines weniger aktiven Menschen?
In der Basis eigentlich gar nicht so sehr. Sportler brauchen grundsätzlich die gleichen Nährstoffe, die auch nicht aktive Menschen benötigen, allerdings in anderen Größenordnungen. Sport ist für den Körper Stress, den er nur mit einer vitamin- und mineralstoffreichen Ernährung kompensieren kann. Außerdem laufen durch das regelmäßige Training viele Stoffwechselprozesse im Körper schneller ab. Das bedeutet, dass ein Sportler einen höheren Umsatz an Vitaminen und Mineralstoffen hat, und diese müssen den Körper über die Nahrung zugeführt werden. Sonst macht der Motor irgendwann schlapp. In „Meine perfekte Triathlonernährung“ werden die relevanten Nährstoffe und ihre Funktionen für den Sportlerkörper anschaulich erklärt und Sie bekommen Tipps, mit welchen Lebensmitteln Sie ihren Bedarf optimal decken.

Welche Philosophie steckt hinter Ihrem Ernährungskonzept?
„One fits all“ passt in der Triathlonernährung einfach nicht. Doch die wenigsten können sich einen privaten Ernährungscoach leisten, der sich um die Bedürfnisse im Trainingsalltag und Wettkampf kümmert. Genau hier setzt „Meine perfekte Triathlonernährung“ an. Das Buch ist ein Baukastenkonzept – aufgebaut auf vier Säulen: Alltagsernährung (Vollkost, Low Fat, Low Carb, Vegan/Vegetarisch), Gewichtsmanagement, Unverträglichkeiten und Notfall-Konzepte für das Rennen. Der Leser kann sich aus diesen vier Säulen sein individuelles Ernährungskonzept zusammenstellen. So findet die mit Untergewicht und Fructoseintoleranz geplagte Veganerin ebenso Antworten auf ihre Fragen wie der Vollköstler, der eher mit den Pfunden zu kämpfen hat und während des Rennens häufig von Magen-Darm-Problemen heimgesucht wird. Auf den ersten Blick sind diese beiden Fallbeispiele schwer in einem Konzept zu vereinen, aber mit dem Baukastensystem kann jeder das Beste aus seinem Körper herausholen.

Ein ganzes Kapitel widmen Sie dem Thema Unverträglichkeiten. Wie können sie den Sportler denn beeinflussen?
Unverträglichkeiten wirken sich so gut wie immer auf das Magen-Darm-System aus. Und wie elementar ein gut funktionierender Verdauungstrakt für die Leistungsfähigkeit ist, weiß jeder, der im Rennen schon mal von Übelkeit geplagt wurde. Athleten mit Unverträglichkeiten müssen aber auch im Alltag darauf achten, was Sie zu sich nehmen, um nicht eine Trainingseinheit nach der anderen wegen Beschwerden ausfallen lassen zu müssen. Die Krux an Unverträglichkeiten ist, dass sich der problemauslösende Stoff oft in Lebensmitteln oder Sportprodukten verbirgt, in denen man ihn gar nicht vermutet. Das Kapitel gibt neben Grundlagenwissen auch hier Hilfestellung und zeigt, welche Verpflegung für ein beschwerdefreies Training und Rennen geeignet sind.

Und dann gibt es noch das wichtige Thema Rennverpflegung: Wer kann hier noch etwas Wichtiges für den Tag X lernen?
Ich glaube fast jeder! Denn Rennverpflegung fängt nicht erst mit dem Kanonenschuss an, sondern schon einige Tage davor. Das Kapitel erklärt, warum manche Lebensmittel in dieser Phase besser sind als andere und wie man den Magen-Darm-Trakt auf die anstehende Belastung vorbereitet. Hier gilt: Manchmal geht das wortwörtlich in die Hose. Deshalb findet der Athlet in diesem Kapitel auch Notfall-Konzepte. Wie gehe ich im Wettkampf bei Sodbrennen, Übelkeit oder Durchfall um? Was mache ich, wenn ich plötzlich Wadenkrämpfe bekomme oder es am Renntag unerwarteterweise über 35 Grad warm ist? Antworten auf diese Fragen finden sich in diesem Kapitel und können Athleten im Wettkampf helfen, Ursachenforschung für unvorhergesehene Probleme zu betreiben und dann entsprechend zu reagieren – und damit das Rennen zu retten.

"Meine perfekte Triathlonernährung" (200 Seiten, 19,95 Euro) erscheint in spomedis Verlag. Im spomedis-Shop können Sie das Buch bestellen.