Ohne Treibstoff, ohne Sinn?

Standen früher Fette als Energieträger im Verruf, machen Sportwissenschaftler unter Ausdauersportlern heute eine Scheu vor Kohlenhydraten aus. Die Idee, den Fettstoffwechsel ohne Zucker oder sogar ganz ohne Nahrungszufuhr zu trainieren, wird immer populärer. Was ist dran am Trend zum Nüchterntraining?

von | 27. März 2016 | Aus: Training

Laktatmessung bei STAPS

Nüchterntraining

Foto > Frank Wechsel

Ohne Treibstoff, ohne Sinn?

Der Ironman Mallorca im September sollte eine verkorkste Saison für Horst Reichel irgendwie noch ins Positive wenden. Im Vorjahr hatte er im August mit einem Sieg beim Ironman Schweden den bislang größten Erfolg seiner Karriere als Profisportler gefeiert, doch im Jahr 2015 lief es einfach nicht rund. Umso motivierter startete Reichel auf Mallorca ins Rennen – doch es lief, wie Reichel es zu häufig in dieser Saison erlebt hat:

„Der Tank war viel zu früh schon sowas von leer“, gab der Hesse später enttäuscht zu Protokoll. Ein „DNF“ nach 150 Radkilometern für den Ironman-Sieger. „Was sich wie ein roter Faden durch die ganze Saison zieht, hat sich heute leider bestätigt: „Mein Fettstoffwechsel läuft einfach nicht richtig rund“, erklärte Reichel später. „Alles bis zur Mittelstrecke bekomme ich energetisch geregelt, aber die Distanzen darüber hinaus kann ich nicht handeln. Acht Wochen Vorbereitung für die Katz.“