Trainingslager in der Emilia-Romagna

Italien gehört zu den beliebtesten Urlaubszielen der Deutschen – doch zieht es bislang nur wenige Triathleten zum Trainieren ins Heimatland von Pizza und Pasta. Dabei bietet besonders die Emilia-Romagna mehr als nur Sonne, Strand und Modegeschäfte.

Von > | 22. Februar 2011 | Aus: Training

Trainingslager Emilia Romagna | Trainingslager Emilia Romagna

Trainieren in der Emilia Romagna

Foto > Gealan Tri Team IfL Hof

Cesenatico hat ein Herz für Radsportler – das haben auch die Organisatoren des Giro d’Italia erkannt. Wenn die 13. Etappe Ende Mai in Cesenatico zu Ende geht, werden die radsportbegeisterten Tifosi den Touristenort an der Adria zum Kochen bringen. Radsport gehört zur Lebenskultur der Italiener. Wen wundert es da, dass sich die Kleinstadt im Nordosten des Stiefels langsam auch zum Eldorado für deutsche Ausdauersportler entwickelt. Wer zum Trainieren nach Cesenatico reist, wandelt und radelt zudem auf den Spuren von Marco Pantani. Der mittlerweile verstorbene Radprofi ist der berühmteste Sohn der Stadt. Auch er trainierte am liebsten in seiner Heimat. In der eindrucksvollen Hügellandschaft im Hinterland holte er sich die Kraft und Spritzigkeit für seine überraschenden Attacken in den steilsten Anstiegen.

Knackige Anstiege

Eines der beliebtesten Domizile für ambitionierte Triathleten, aber auch Radsportler, die sich an der italienischen Riviera auf die Saison vorbereiten, ist das Hotel Beau Soleil Wonderful am nördlichen Stadtrand von Cesenatico. Schon im Foyer sammelt das 3-Sterne-Haus die ersten Pluspunkte: Bei der riesigen Auswahl an praktischen Karten mit vielen verschiedenen Trainingsrouten quer durch die verkehrsarmen Straßen der Emilia Romagna, schlägt das Herz jedes Ausdauersportlers höher. Doch ausgedehnte und abwechslungsreiche Radeinheiten – inklusive dem obligatorischen Abstecher nach San Marino, die älteste Republik der Welt – sind bei Weitem nicht alles, was Triathleten in die Region um Ce­senatico lockt.

Traumhafte Laufstrecken durch schattige Pinienwälder, die direkt am Beau Soleil beginnen, sind für ausgedehnte Grundlagen-Einheiten geradezu ideal und bieten eine erfrischende Alternative zu den heimischen Wiesen und Wäldern. Hotelgäste können die Sportanlagen kostenlos nutzen und beispielsweise Intervall-Einheiten auf der Laufbahn absolvieren. In dieser Umgebung könnte selbst die unbeliebteste Trainingsvariante zu einem kleinen Genuss werden. Wer danach immer noch nicht genug hat, sollte die knackigen Anstiege an den zahlreichen Hügeln der Umgebung dazu nutzen, seine Kraftausdauer zu optimieren. Als Alternative bietet sich das hoteleigene Fitnesszentrum an. Dort kann man sonst sträflich vernachlässigte Muskelpartien gezielt auf die Saison einstimmen.

Ab in die Garage

Auch Schwimmer und solche, die in der Auftaktdisziplin des Triathlons noch Nachholbedarf haben, können sich in Cesenatico austoben. Das Wasser im hoteleigenen Süßwasser-Pool mit 25-Meter-Bahnen ist angenehme 28 Grad warm. Die abgeschlossenen und bewachten Räumlichkeiten zum Abstellen der Rennmaschinen und die eigene Werkstatt mit kompetenten Mechanikern, die das Beau Soleil seinen sportbegeisterten Gästen bietet, runden das Komplettpaket für ein perfektes Trainingslager ab. Wer sein eigenes Rad dennoch zu Hause lassen möchte, kann vor dem Abflug auch eine Leihrad bestellen.

Lohn für die Strapazen

Ruhetage kann man an der Adriaküste bequem in einem der zahlreichen Eiscafés verbringen, oder aber man besucht das nur wenige Autominuten entfernte, historische Rimini. Dabei ist eine Fahrt dorthin eigentlich gar nicht zwingend nötig, denn Cesenatico selbst steht dem Touristenparadies in kaum etwas nach: Besichtigen Sie zum Beispiel die Museumsboote im von Leonardo da Vinci geplanten Hafen oder erholen Sie sich am 7,3 Kilometer langen Sandstrand entlang der Adria von den Strapazen der letzten Trainingseinheiten. Dort kann man auch die berüchtigte Radfahrerbräune bekämpfen und sich damit optisch auf das Freilufttraining in den heimischen Freibädern und an den Badeseen vorbereiten.

Abends verwandelt sich die idyllisch gelegene 25.000-Einwohner-Stadt zu einem wahren Mekka für Partylöwen. Dann öffnen zahlreiche Bars und Kneipen ihre Pforten und die Restaurants laden Radfahrer und Triathleten dazu ein, sich für die Mühen und Strapazen des Trainings mit einer leckeren Pizza, original italienischer Pasta und einem Gläschen Wein aus der Region zu belohnen.