Saison-Nachbereitung Pro und Kontra: Die Bestandsaufnahme

Training | 14. November 2012
Den letzten Triathlon der Saison haben Sie ins Ziel gebracht und auch der obligatorische Herbst-Marathon ist Geschichte. Natürlich dürfen Sie jetzt einige Tage die Beine hochlegen und sich Zeit für Erholung und Entspannung nehmen. Aber nutzen Sie die Ruhephase auch dazu, kritisch auf das Erreichte zurückzublicken. Nur so können Sie Schlüsse für die neue Saison ziehen.
Keine Frage, ohne Saison-Vorbereitung keine Leistung. Doch wer sich langfristig verbessern will, sollte sich auch Zeit für eine detailierte Nachbereitung der Trainings- und Wettkampfsaison nehmen. Nur mit einer kritischen Fehleranalyse, ehrlichen Pro- und Kontralisten sowie einer Portion Selbstreflexion kann man Dinge verändern und im nächsten Jahr besser machen. Und genau das sollte Ihr Ziel sein. Schon mit wenigen Punkten lassen sich die vielen wichtigen und scheinbar weniger wichtigen Erinnerungen an die Wettkämpfe der vergangenen Saison zusammenzufügen. Egal ob positives oder negatives Erlebnis: Jede Erkenntnis kann Sie voranbringen.

Mit Stift und Zettel

Rufen Sie sich zunächst noch einmal Ihre Wettkämpfe ins Gedächtnis zurück und spielen Sie im Kopf die erlebten Szenarien durch. Wie haben Sie sich vor und während der Rennen ernährt? Gab es Probleme mit dem Material? In welchen Rennsituationen haben Sie Zeit verschenkt und an welchen Stellen haben Sie sich selbst überrascht? Solche und viele andere Fragen helfen Ihnen dabei, Ihrer Rennsaison ein Profil zu geben. Notieren Sie zuerst alle positiven Erinnerungen und Ereignisse auf einem Zettel - Ihre Pro-Seite. Alles was Sie gebremst hat und die Dinge, die Sie als negativ empfunden haben, wandern auf die andere, die Kontra-Seite. Im Idealfall haben Sie danach eine lange Plus-Minus-Liste vor sich liegen. Erschrecken Sie nicht, wenn die negativen Aspekte überwiegen. Begreifen Sie es als Chance, viele Dinge verbessern zu können! Besprechen Sie gemeinsam mit Ihrem Trainer, aber auch dem Partner oder Trainingskollegen eine Strategie und versuchen Sie ein Konzept dafür zu entwickeln, die Pro-Liste zu erweitern und die Kontra-Liste zu kürzen. Brauchen Sie dafür Hilfe von Experten? Dann zögern Sie nicht damit, Trainingswissenschaftler, Ernährungsberater, Physiotherapeuten oder andere Fachleute um Rat zu fragen. Sie sind Ihres Glückes Schmied!

Erste Regel: Gemeinsam analysieren

Häufig werden die eigenen Wahrnehmungen von der physischen und psychischen Leistung verzerrt. Der Grund: Die Athleten bringen viel Kraft und Energie auf, um Ihren eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Wechseln Sie den Blickwinkel und beziehen Sie Ihre Familie, Freunde und den Trainer in die Analyse ein. Nur so bekommen Sie eine andere Sicht auf die Dinge und haben zugleich die Chance, sich selbst ein bisschen aus der Verantwortung zu ziehen. Fragen Sie nach, ob und wie sich Ihr Verhalten während der Saison verändert hat, wann Sie besonders entspannt oder kaum zu ertragen waren und respektieren Sie auch die Wünsche und Ratschläge Ihrer Liebsten. Genauso wichtig ist, dass Sie Ihre Perspektive schildern. Erinnern Sie sich, wann Sie sich wohl gefühlt haben oder ob es zwischenzeitlich schwere Phasen gab, in denen Sie sich mehr Zuspruch gewünscht hätten. Nur so finden Sie gemeinsam mit Ihrem Team den Weg zum persönlichen Erfolg.

Wie Sie Ihre gewonnenen Erkenntnisse für sich nutzen können und was Sie bei der Saisonplanung unbedingt beachten sollten, lesen Sie in der nächsten Woche auf den Service-Seiten von tri-mag.de.