Schwimmen Warum sich Techniktraining lohnt

Training | 30. Oktober 2014
Keine Frage, das Verhältnis ist gestört: Bei vielen Triathleten löst allein der Gedanke an die erste Disziplin, das Schwimmen, Gefühle zwischen Unwillen und Angst aus. Doch es lohnt sich, gerade jetzt an der Beziehung zum nassen Element zu arbeiten.
Spricht man mit Freunden oder der Familie über Triathlon, bekommt man oft zu hören: Radfahren und Laufen, na gut, das kann ich mir ja noch vorstellen. Aber Schwimmen? Das würde bei mir nichts werden! Verständlich: Schwimmen gilt gemeinhin als die technisch anspruchvollste der drei Triathlondisziplinen. Athleten, die die korrekte Technik als Jugendliche nicht gelernt haben, müssen in der Regel viel Zeit investieren, um sichtbare Verbesserungen zu erreichen. Außerdem bedingt der Mangel an Trainingsmöglichkeiten und fähigen Trainern, dass Schwimmtraining von vielen Triathleten als langweilig und ineffektiv empfunden wird. Kein Wunder: Wenn in den wenigen verfügbaren Trainingseinheiten lediglich kraulend die Kacheln des städtischen Schwimmbads gezählt werden und das Techniktraining hinten runter fällt, bewirken selbst deutliche Umfangssteigerungen nur minimale Leistungssteigerungen.

Einseitige Rechenspiele

Wenn man den Stellenwert des Schwimmens für die Endplatzierung kritisch unter die Lupe nimmt, gehen einem zunächst schnell die Argumente für ein forciertes Schwimmtraining aus – vordergründig betrachtet. Beim Hamburg Triathlon etwa etwa lagen zwischen dem Erstplatzierten und Platz 100 im Ziel 24 Minuten und 43 Sekunden. Dies entspricht einer zeitlichen Differenz von ziemlich genau 20 Prozent. Interessant ist dabei die Analyse, aus welchen Zeitverlusten sich der Abstand im Detail zusammensetzt. Dabei fällt auf, dass es sich bei dem langsameren Athleten um einen im Vergleich sehr guten Schwimmer handelt: Lediglich fünf Athleten unter den Top-Ten schwammen schneller.
Es liegt also der Schluss nahe, dass die Schwimmleistung nur einen geringen Einfluss auf den Zeitabstand und die Platzierung hatte. Genau 53 Sekunden (3,5 Prozent) trennten beim Schwimmen den Hundertsten vom Ersten, beim Radfahren waren es schon 18 Prozent (10:47 Min.) und beim Laufen schließlich 30 Prozent (10:11 Min.). Selbst bei den Wechseln hatte der Hunderste jeweils mehr Zeit auf den Sieger verloren als beim Schwimmen.