"Wer läuft, lebt glücklicher, freier und selbstbestimmter"

Dr. Matthias Marquardt hat mit seinem Standardwerk „Die Laufbibel“ schon viele Menschen zu besseren, schnelleren und gesünderen Läufern gemacht. In seinem neuen Buch „Du kannst laufen“ verfolgt der Laufexperte einen anderen Ansatz. Wir haben ihn gefragt, warum man mit dem Laufen anfangen sollte, wie man typische Einsteigerfehler vermeidet, und wie er dem Schweinehund an den Kragen geht.

Von > | 5. Mai 2015 | Aus: TRAINING

Matthias Marquardt | Dr. Matthias Marquardt ist der Meinung: \"Du kannst laufen\"

Dr. Matthias Marquardt ist der Meinung: "Du kannst laufen"

Foto >Björn Hänssler

Dr. Matthias Marquardt, ihr neues Buch „Du kannst laufen“ verspricht, mit einem 16-Wochen-Programm jeden zum Läufer zu machen. Aber warum sollte man überhaupt anfangen zu laufen?
Um dem Zivilisationskoller zu entgehen. Viele Menschen fühlen sich wie ein Rad im Getriebe. Sie sitzen den ganzen Tag im Büro, sind von anderen abhängig, sehen das Tageslicht nicht mehr und sind abends so müde, dass Sie vor dem Fernseher einschlafen. Wer läuft, kommt wieder raus, wer läuft, sieht die Sonne und wer läuft lebt einfach glücklicher, freier und selbstbestimmter.

Und wie gelingt der Einstieg am besten?
Mit einem einfachen, aber klugen Plan. Einsteiger sollen gerne die Euphorie des Neustarts nutzen, aber ohne sich zu überlasten!

Welches sind die größten Fehler, die man als Laufanfänger machen kann?
Leider sind es tatsächlich immer wieder die gleichen drei Fehler, die zu Problemen führen. Anfänger laufen zu schnell, zu viel und steigern die Umfänge zu rasch. Das führt zu lästigen Überlastungsproblemen, die den neu entdeckten Laufspaß empfindlich stören können.

Müssen Laufanfänger Angst vor Verletzungen haben?
Wenn sie die obengenannten Fehler vermeiden nicht. Und mit einem Trainingskonzept wie in „Du kannst laufen“ sowieso nicht. Das sind nämlich die Kraftübungen für eine bessere Figur und stabile Gelenke gleich mit dabei!

Pulsuhr und Funktionskleidung: Welches Equipment braucht man als Einsteiger wirklich?
Ein Schuh wäre nicht schlecht. Spaß beiseite: Es geht auch ohne Pulsuhr und Funktionskleidung. Mit guter Kleidung macht es aber einfach mehr Spaß und mit der Pulsuhr kann gerade der Einsteiger seinen Fettstoffwechsel beim Laufen viel besser finden!

Der größte Feind des Läufers ist der Schweinehund: Wie schafft man es, diesen dauerhaft abzumelden?
Es gibt ihn gar nicht! Es gibt nur falsche Gewohnheiten, die man mit dem Plan aus „Du kannst laufen“ in nur 16 Wochen ändern kann. Und dann bleiben der Fernseher aus und die Chipstüte zu, weil Sie zum Laufen gehen.

Triathloneinsteiger haben noch zwei andere Disziplinen zu meistern, bevor sie die Laufschuhe anziehen können: Was müssen Rookies besonders beachten, um die dritte Disziplin erfolgreich bewältigen zu können?
Wer läuft, der kann auch Rad fahren. Andersrum gilt das nur mit deutlichen Abstrichen. Bezüglich der Raddisziplin kann man sich also meist entspannen. Aber schwimmen, dass sollten Sie lernen. Die Technik ist hier noch entscheidender als beim Laufen.

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