Kreatin Auch im Ausdauersport leistungsfördernd?

Wissenschaft | 31. Mai 2012
Früher vor allem im Kraftsport eingesetzt, wird Kreatin inzwischen auch für viele andere Sportarten als leistungsförderndes Nahrungsergänzungsmittel beworben. Doch sorgt es auch bei Ausdauerbelastungen für die versprochenen Effekte?
Kreatin ist eine natürlich im Körper vorkommende Substanz. Der tägliche Bedarf wird auf zwei bis drei Gramm geschätzt (bei 70 Kilogramm Körpergewicht). Etwa die Hälfte dieser Menge nehmen Sie über die Nahrung auf - Kreatin ist vor allem in Fisch und Fleisch enthalten -, die andere Hälfte stellt Ihr Körper in der Leber und den Nieren aus einzelnen Aminosäuren selbst her. Kreatin trägt in der Muskulatur zur Energieversorgung bei, weshalb die Vermutung naheliegt, es könne bei Sportlern die Leistung steigern. Wissenschaftler haben diese Wirkung tatsächlich belegt
Ist das nicht Doping? Nein, bisher jedenfalls nicht. In den vergangenen Jahren diskutierten die Verantwortlichen der Anti Doping Agenturen zwar immer wieder, ob Kreatin nicht aufgrund seiner leistungssteigernden Wirkung auf die Liste der verbotenen Substanzen gehöre. Bisher wurde es dort aber nicht gelistet. zur Website der Nationalen Anti Doping Agentur
- bisher allerdings nur bei intensiven Kurzzeitbelastungen wie zum Beispiel Sprints. Bei langandauernden Aktivitäten im aeroben Bereich ist den Studien zufolge dagegen keine Leistungssteigerung zu erwarten, im Gegenteil: Eine Kreatin-Supplementierung führt zu einem größeren Kraft- und Muskelzuwachs, was natürlich auch mit einer - vor allem beim Laufen unvorteilhaften - Gewichtszunahme einhergeht. Zudem spricht nicht jeder auf eine Kreatineinnahme an. Auch die Nebenwirkungen sind nicht zu unterschätzen; unter Kreatineinnahme kann es zu verstärkter Krampfneigung, Dehydratation und Magen-Darm-Problemen kommen.