Björn Geesmann: Die 15-Sekunden-Diagnostik

Die meisten Ausdauersportler kennen herkömmliche Spiroergometrien und Laktattests bereits. Björn Geesmann ist damit aber noch nicht zufrieden: Sein Trainingsinstitut STAPS hat ein 15-sekündiges Diagnostikverfahren entwickelt, das herkömmliche Leistungsdiagnostiken ergänzen soll. Im Februar stellt er sie beim triathlon-Symposium in Hannover vor.

Von > | 20. Januar 2016 | Aus: Training

Björn Geesmann | Björn Geesmann

Björn Geesmann leitet die STAPS-Institute in Köln und Hamburg

Foto > Frank Wechsel / spomedis

Die Besonderheit dieses Konzepts, das STAPS verfolgt, sei die Unterscheidung zwischen aerober und anaerober Energiebereitstellung in der Diagnostik, erklärt Geesmann. Er arbeitet seit 2008 beim Institut STAPS, das in Köln gegründet wurde und mittlerweile auch in Hamburg ansässig ist. Als Geschäftsführer des Unternehmens betreut er selbst mehrere professionelle Radsportler, ambitionierte Amateur-Triathleten und die Siegerin des Ironman Schweden, Astrid Stienen, während er neben dem Beruf zur Energetik bei Ultra-Ausdauerbelastungen promoviert.

Zum Auftakt ins Laktat

"Die Ergebnisse unserer Analyse können genauere Vorgaben für die Trainingsplanung bieten als andere Leistungs-Testverfahren", sagt Geesmann. Der Grund liege in der Feststellung der maximalen Laktatbildungsrate über einen 15-sekündigen Sprinttest, mit dem die Leistungsdiagnostik eröffnet wird: Die Ergebnisse in der anaeroben Schwelle seien zwischen Sportlern unterschiedlichen Niveaus deutlich höher als die der maximalen Sauerstoffaufnahme (VLamax). Erst eine halbe Stunde nach dem Sprinttest schicken die Sportwissenschaftler den Athleten zu einem Rampentest, bei dem die Belastung alle 30 Sekunden um 25 Watt erhöht wird. Die Ergebnisse erhält der Sportler in Form einer "Spinne" - eine grafische Übersicht über die Leistungsfähigkeit des Stoffwechsels.

Wie der Sprinttest genau abläuft und was er daraus ableiten kann, erklärt Geesmann am 13. Februar im Rahmen eines Leistungsdiagnostik-Workshops beim ersten triathlon-Symposium in Hannover: Dafür bringt Geesmann sogar seine Athletin Astrid Stienen mit zum Symposium, die den Sprinttest zur Veranschaulichung vor Ort absolvieren wird. Auch an einer Podiumsdiskussion zur Frage "Wie viel Wissenschaft braucht der Triathlon?" wird Geesmann unter anderem gemeinsam mit Mediziner und Laufspezialist Matthias Marquardt und den Trainingsexperten Bernd Berkhahn und Sebastian Weber teilnehmen. Auf den Seiten der spomedis-Akademie können Sie sich für das Symposium anmelden.