Hamburg - was bisher geschah ... 2003: Der 2. Holsten City Man und Anja Dittmer begeistern
Der Holsten City Man 2003 stand ganz unter dem Stern von Anja Dittmer, die mit dem zweiten Weltcupsieg ihrer Karriere wohl für das Highlight der beiden Wettkampftage in Hamburg sorgte. Sicher waren schon im Vorfeld einige Athleten nur deswegen nach Hamburg gekommen, weil sie Sportler wie Anja Dittmer zum Vorbild haben: Sportliche Größe und bodenständiger Charakter sind die beiden Merkmale, die die Neubrandenburgerin so wichtig für diese Sportart machen.
Wir wollen der größte Triathlon der Welt werden.
Frank Bertling, Geschäftsführer Upsolut
Eurphorische Zuschauermassen
Begeistert waren alle Jedermänner und -frauen, die zu großen Teilen ihr Triathlon-Debüt in Hamburg feierten, vom Publikum: "Es war toll, an jeder Ecke hörte man jemanden schreien", berichtete Bärbel Wirdemann kurz nach dem Zieleinlauf. Sie zählte mit 65 Jahren zu den ältesten Starterinnen. Viele private "Fanclubs" hatten sich mit Rasseln an der Strecke postiert, um ihre Familienmitglieder anzufeuern. So wie Lucy (9) und Tom Dreger (10), die ihre Eltern lautstark anspornten. "Mit meinem Freund habe ich schon beschlossen, dass wir demnächst mal bei einem Kinder-Triathlon mitmachen", sagte der Zehnjährige.
Viel zu sehen gab es auch in der rund 450 Meter langen Wechselzone am Ballindamm. Während die ambitionierten Teilnehmer bereits nach rund drei Minuten Wechselzeit auf dem Rad saßen, ließen sich andere reichlich Zeit: Ausgiebige Abtrockne-Szenarien waren ebenso zu beobachten wie hektische Versuche, Socken und Radhose über die nasse Haut zu streifen. Besonders gemütlich ließ es ein Mann auf der Sprintdistanz angehen. Er brauchte mehr als 19 Minuten für den ersten Wechsel – in dieser Zeit liefen einige seiner Konkurrenten die komplette 5-Kilometer-Runde...
Dabeisein ist alles
Doch für die meisten zählte sowieso der olympische Gedanke: Dabeisein ist alles. Egal ob die zu bewältigende Distanz in 1:03 Stunden (schnellste Zeit Sprintdistanz) oder in 4:17 Stunden (langsamste Zeit Olympische Distanz) hinter sich gebracht wurde, für jeden gab es an den Versorgungsstellen ausreichend Verpflegung. 8.000 Liter Mineralwasser, 7.000 Liter isotonische Getränke, 6.400 Bananen, 2.400 Orangen und 7.000 Fruchtschnitten halfen den Sportlern dabei, verbrauchte Energie und ausgeschwitzte Flüssigkeit wieder aufzutanken.
Dass Triathlon von Menschen aller Altersklassen betrieben werden kann, beweist auch hier das Alter der Teilnehmer: Während beim Sprint die jüngsten Teilnehmer 16 Lenze zählte, war der älteste 71 Jahre alt. Über die Olympische Distanz waren die 19-Jährigen die "Nesthäkchen", während ein 69 Jahre alter Mann der älteste Teilnehmer war.
Fernsehen live dabei
Halb Oberschwaben hat vor dem Fernseher gesessen.
Daniel Unger, 4. Platz
Verlagsstaffel auf Platz 2
Nicht nur organisatorisch stellte der Veranstalter des Holsten City Man, die Upsolut Event GmbH, sein Können unter Beweis, sondern auch sportlich lief das Team zu Höchstform auf. Bei der Prominenten-Staffel siegten Miriam Müller, Tom Hagemann und Gregor Weinhold in 1:02:22 Stunden über die Sprintdistanz. Nur 15 Sekunden später folgte das triathlon-Team mit Geschäftsführerin Silke Insel, Anzeigenberater Marcus Baranski und Autor Matthias Marquardt auf Platz 2. Die Staffel der Deutschen Triathlon Union mit Dr. Michael Kraus (Vizepräsident Leistungssport), dem Präsidenten Dr. Klaus Müller-Ott auf dem Rad und Geschäftsführer Jörg Barion als Läufer erkämpfte sich Platz vier. Als letztes der 13 Teams schaffte es die Mannschaft vom lokalen Radiosender Energy 97.1 mit einer Zeit von 1:48:46 Stunden ins Ziel.
Kritik an Streckenführung
Kritik mussten die Veranstalter von upsolut jedoch aufgrund der Streckenführung in den Jedermannrennen einstecken: Der Kurs auf der Sprint- und olympischen Distanz führte durch den Freihafen an den Elbdeich östlich von Hamburg und über den Großmarkt wieder zurück ins Herz der Hansestadt. Die Strecke war teilweise eng und vor allem im Nieselregen des frühen Sonntagmorgens nicht ganz ungefährlich. Hauptkritikpunkt waren aber zwei längere Kopfsteinpflasterpassagen, die Muskeln und Material zu schaffen machten. "Wir werden daran arbeiten", gelobte Upsolut-Geschäftsführer Frank Bertling aber schon für das kommende Jahr Besserung. "Die Stadt hat heute gesehen, was der Triathlon für Hamburg bringt. Jetzt hoffen wir, dass wir die Radstrecke im kommenden Jahr wieder näher ans Geschehen heranholen können."
17. Deutsche Hochschulmeisterschaften im Triathlon
Trotz der Vorbereitung für den Ironman auf Hawaii feierten Nina Fischer und Ralf Eggert einen Kieler Doppelsieg bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften. Zwangsläufig hat der Veranstalter des Holsten City Man am Sonntag die sonst eher als Langschläfer verschrienen Studenten zu Frühaufstehern gemacht. In den ersten beiden Startgruppen um 8 Uhr und um 8.10 Uhr wurden die Studenten auf die olympische Distanz geschickt, um zum 17. Mal die Deutschen Hochschulmeister im Triathlon zu ermitteln. "8 Uhr morgens ist echt blöd, weil kaum Zuschauer an der Strecke standen", kommentierten viele Teilnehmer die Uhrzeit. Gelockt von der Großveranstaltung gingen beim "Allgemeinen Deutschen Hochschulsport" 255 Anmeldungen (198 Männer und 57 Frauen) ein, was die Teilnehmerzahlen gegenüber vorherigen Studentenmeisterschaften im Triathlon verdoppeln sollte. Von den 186 Studierenden, die letztendlich ins Ziel kamen, konnte keine der 39 Frauen mit Nina Fischer, Studentin der Sportwissenschaft (Nebenfächer Volkswirtschaftslehre und Skandinavistik) an der Uni Kiel, mithalten. Obwohl sie mitten in der Vorbereitung für ihre erste Profiteilnahme beim Ironman auf Hawaii steckt, siegte sie souverän vor Julia Nieke und Meike Krebs. Den Titel des Deutschen Hochschulmeisters holte sich ihr Lebensgefährte Ralf Eggert (Uni Kiel) vor 146 anderen männlichen Studenten. Er versicherte, dass es definitiv sein letzter DHM-Titel gewesen sein wird, da er nach seinem Start beim Ironman auf Hawaii im Oktober endlich sein Studium der Betriebswirtschaftslehre abschließen wird. In der Mannschaftswertung war bei den Frauen das Team der Uni Kiel mit der neuen Meisterin nicht zu schlagen. Zweiter wurden die Frauen der Uni Leipzig, gefolgt von der Mannschaft der WG Hannover. Die männliche Teamwertung führte die Uni Rostock vor Würzburg und Leipzig an.
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