"Heiß auf Hamburg"

Die meisten Deutschen kennen Thorsten Schröder aus dem Fernsehen – als Sprecher der ARD-Tagesschau. Doch der 44-jährige Hamburger ist auch leidenschaftlicher Triathlet.

Von > | 1. Juli 2012 | Aus: Special

Thorsten Schröder | Thorsten Schröder

Thorsten Schröder

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Herr Schröder, mit zehn Teilnahmen gehören Sie zu den treuesten Hamburg-­Startern. Was macht das Rennen in Ihrer Heimatstadt für Sie so besonders?

Die Stimmung in Hamburg ist einfach grandios – vor allem am Schwimmausstieg am Rathausmarkt. Kleinere Wettkämpfe haben auch ihren Reiz, lassen sich aber nicht mit diesem einzigartigen Großstadtevent vergleichen.

Was haben Sie sich dieses Mal vorgenommen?

Da ich vor zwei Wochen schon beim Ironman ­Germany in Frankfurt an der Startlinie gestanden habe, wird es vermutlich ein Rennen mit angezogener Handbremse, obwohl mein derzeitiges Leistungsniveau sicher für eine neue Bestzeit reichen würde. Viele Leute haben mir wegen der zu kurzen Regenerationszeit nach Frankfurt von Hamburg abgeraten: Doch ich will hier unbedingt starten und bin richtig heiß – die neue Bestzeit fällt dann eben erst 2013.

Wie schaffen Sie es, Ihren stressigen Beruf und das aufwendige Training unter einen Hut zu bekommen?

Ganz ehrlich, das habe ich mich vor allem in den letzten Wochen meiner Ironman-Vorbereitung oft selbst gefragt. Es erfordert eine gute Organisation und eine ganze Menge Disziplin, um sich nach der Arbeit auch noch zum Training aufzuraffen. Zuletzt war jede Lücke in meinem Terminkalender gnadenlos mit Trainingseinheiten gefüllt – keine einfache Zeit, auch für meine Freundin nicht.

Wie sieht eine typische Trainingswoche bei Ihnen aus?

Die gibt es aufgrund meiner Arbeit eigentlich nicht. In der direkten Frankfurt-Vorbereitung habe ich aber versucht, jede Disziplin viermal pro Woche zu trainieren – mal alle an einem Tag, mal war es „nur“ eine Koppeleinheit aus Radfahren und Laufen. In den Monaten zwischen April und Juni bin ich so auf bis zu 20 Trainingsstunden in der Woche gekommen.

War Ihr Start in Frankfurt eine einmalige Angelegenheit oder träumen Sie (heimlich) auch von den Ironman-Weltmeisterschaften auf Hawaii?

Aus jetziger Sicht bin ich mir ziemlich sicher, dass dieser Ironman eine einmalige Sache bleibt – ich bin während der letzten Wochen wirklich an meine Grenzen gestoßen. An Kurz- oder Mitteldistanzen werde ich aber ganz sicher weiterhin teilnehmen.

Tom Buhrow, Marc Bator oder Ingo Zamperoni – Sie sind nicht der einzige bekennende Ausdauersportler in der ARD. Wer ist der Fitteste?

Nun, aufgrund der intensiven Vorbereitung der vergangenen Monate kann ich wohl behaupten, dass ich zurzeit der Fitteste von uns bin. Marc Bator ist auf dem Rad wahrscheinlich stärker als ich, aber was das Gesamtpaket angeht, habe ich momentan vermutlich die Nase vorn.

Thorsten Schröder

Geboren: 30. Dezember 1967 in Reinbek

Wohnort: Hamburg

Verein: FC St. Pauli Triathlon