Vom Roth-Virus infiziert

Der Besuch von Julia aus dem Racing Aloha Team bei der Challenge Roth 2017 hat Spuren hinterlassen: Getragen von den erlebten Emotionen stand sie am Montagmorgen in der Anmeldeschlange - und registrierte sich selbst für das Rennen im nächsten Jahr.

Von > | 17. Juli 2017 | Aus: SZENE

Nächstes Jahr geht es für Julia an die Startlinie der Challenge Roth.

Nächstes Jahr geht es für Julia an die Startlinie der Challenge Roth.

Foto >Racing Aloha

This is your moment. You inspire with your achievement. Wer kennt diese Sätze nicht, die an dem großen Banner der Kanalbrücke am Schwimmstart des Challenge Roth prangen. Bis letzten Sonntag waren es für mich zwei einfache Sätze. Nicht mehr und nicht weniger. Natürlich hatte ich viel über Roth gelesen, Fotos geschaut, und einiges gehört.  Und natürlich hatte ich, als ich 2013 mit Triathlon anfing, die legendären Rennvideos gesehen – Gänsehaut schon vor dem Bildschirm. Das alles war allerdings nicht damit zu vergleichen, was ich am zweiten Juliwochenende dann endlich mal live miterlebt habe. Diese Magie, die dem kompletten Landkreis immer nachgesagt wird, die gibt es wirklich. Jedem, dem man an diesem Rennwochenende begegnet, kann man die Freude im Gesicht ablesen. Egal ob Helfer, Fan, Familienangehöriger oder Starter.  Alle haben diese Mischung von Aufregung, Respekt und purer Freude im Gesicht. Für mich war das genau das Richtige. Nach meiner Ironman-Absage durch eine langwierige Rückenverletzung in diesem Jahr ist ein bisschen die Lust und Motivation am Sport verloren gegangen.

Und dann stehst du da morgens am Kanal, spürst dieses Gefühl, von dem immer alle sprechen, und auf einmal macht es Klick. Und es fällt einem wie Schuppen von den Augen, dass Triathlon doch einfach der schönste Sport der Welt ist. Wer das nicht nachvollziehen kann, der sollte sich mal an den Solarer Berg stellen und den Athleten ins Gesicht schauen, wenn die Freudentränen unter den Sonnenbrillen laufen. Oder noch besser an die Laufstrecke. Wenn die Athleten, die mit einer Zielzeit von 12 Stunden und mehr, auf den letzten Kilometern vor dem Ziel an dir vorbeikommen. Jeder, einfach wirklich jeder, der es bis dahin geschafft hat, ist (m)ein Held. Und jeder, der auf der Laufstrecke an meiner Freundin Svenja und mir vorbei kommt, freut sich wahnsinnig über unseren Zuspruch von außen. Und wir freuen uns auch. Weil Anfeuern mindestens genauso viel Spaß macht, wie selbst zu starten. Und weil es wahrscheinlich keinen ehrlicheren Moment in diesem Sport gibt, als die letzten Meter vor dem Zielkanal. Uns blicken nur glückliche Gesichter entgegen, jeder, der auch noch so K.o. ist, zwängt sich noch ein Lächeln raus und freut sich über die letzte Motivation. Man lässt nochmal alles Revue passieren, die Strecke, das monatelange Training, den Verzicht auf so viele Freizeitaktivitäten, die man hätte machen können. Zumindest in meiner Theorie. Aber wahrscheinlich kann man gar nicht mehr denken, wenn man da angekommen ist, sondern läuft nur noch monoton einen Fuß vor den anderen setzend Richtung Ziel. „You inspire with your achievement“ bekommt genau auf diesen Metern endlich eine richtige Bedeutung. Und Roth wäre nicht Roth, wenn man nicht montags nach dem Rennen früh morgens in der Anmeldeschlange steht, um sich für das nächste Jahr anzumelden. Am 01.07.2018 habe ich ein Date. Mit dem Kanal. Dem Solarer Berg. Und den vielen glücklichen Menschen auf der Laufstrecke. Danke an alle Langdistanzraketen für diese Motivation – ihr seid großartig!