"Als würden mich zwei Motorräder überholen"

Die deutschen Athleten haben der Challenge Samorin ihren Stempel aufgedrückt. Im Ziel haben wir mit Sebastian Kienle, Michael Raelert und Andreas Dreitz gesprochen.

Von > | 3. Juni 2017 | Aus: SZENE

Michael Raelert im Ziel

Michael Raelert im Ziel

Foto >Peter Jacob / spomedis

Sebastian Kienle (2. Platz, 3:41:46 Std.)

"Am Anfang war ich richtig glücklich, überhaupt mit Lionel laufen zu können. In St. George konnte ich ja nicht einmal die ersten 100 Meter mit ihm mithalten. Diesmal habe ich es 15 Kilometer geschafft, deshalb freue ich mich auf die nächsten Rennen. Aber Lionel hat absolut verdient und in Style gewonnen. Ich zolle ihm meinen ganzen Respekt, denn ich bin fast die ganze Zeit hinter ihm hergefahren. Das hat mir trotz 20-Meter-Regel einen mentalen Vorteil verschafft.

Ich danke Challenge und den Volunteers für dieses Rennen. Großartige Athleten sind das eine. Aber sie sind auch immer nur so groß wie die Bühne, die Ihnen bereitet wird."

 

Nur einer war heute schneller als Sebastian Kienle.

Nur einer war heute schneller als Sebastian Kienle.

Foto >Peter Jacob / spomedis

Michael Raelert (3. Platz, 3:45:35 Std.)

"Ich wollte so schnell wie möglich zu Alistair aufschließen und das Rennen mitdiktieren. Das hat geklappt bis Kilometer 55. Dann wurde es schwer und die beiden Raketen Lionel und Sebastian kamen vorbei. Das war, als würden mich zwei Motorräder überholen. Die beiden haben eine tolle Show gezeigt. Dass ich das Rennen zeitweise mitbestimmen konnte, ist gut fürs Ego. Vielleicht war ich etwas zu motiviert. Jetzt bin ich kaputt, aber auch zufrieden."

 

Andreas Dreitz (4. Platz, 3:47:18 Std.)

"Das Schwimmen ist sehr sehr gut gelaufen, ich konnte recht bequem in der ersten Gruppe mitschwimmen. Auf dem Bike habe gleich den Weg nach vorn gesucht und gefunden. Wenn ein Doppel-Olympiasieger vor einem fährt, und man ihn unter Druck setzen kann, ist das schon ein besonderes Gefühl. Das er später geplatzt ist, zeigt, dass er auch nur ein Mensch ist.

Vielleicht war meine Taktik etwas zu riskant. Einmal vom Tempo her und auch, weil ich die Idee hatte, den Umwerfer wegzulassen und nur auf dem großen Blatt zu fahren. Das ist aerodynamischer und ich habe das vorher getestet. Aber ein Rennen ist doch immer eine andere Belastung. Ergebnis war mindestens zehnmal die Kette unten und ein sehr unrhythmisches Rennen. Dafür bin ich mit Platz vier richtig happy."

Auch Andreas Dreitz zeigte als Vierter ein starkes Rennen.

Auch Andreas Dreitz zeigte als Vierter ein starkes Rennen.

Foto >Peter Jacob / spomedis