Amrum, Föhr, Sylt - und jetzt nach Hawaii

Die Red Bull Tri Islands verbinden die drei Inseln Amrum, Föhr und Sylt sportlich. Für die Sieger Hanna Winckler und Jonas Schomburg geht es nun weiter auf eine vierte: nach Hawaii!

Von > | 25. Juli 2016 | Aus: SZENE

Red Bull Tri Islands: Start | Der Start zu den Red Bull Tri Islands 2016: 505 Teilnehmer gehen auf Amrum ins Rennen über drei Inseln.

Der Start zu den Red Bull Tri Islands 2016: 505 Teilnehmer gehen auf Amrum ins Rennen über drei Inseln.

Foto >Ingo Kutsche / Red Bull Content Pool

Drei Kilometer Schwimmen von Amrum nach Föhr, Radfahren dort 40 Kilometer über die "grüne Insel" und dann per Speedboat nach Sylt für den finalen Zehn-Kilometer-Lauf: Die Red Bull Tri Islands verbinden drei Nordseeinseln zu einer Triathlonstrecke. Allein der Weg zum Start war spektakulär: Weit mehr als zehn Barfuß-Kilometer hatten die Teilnehmer bereits in den Beinen, als sie nach der Wattwanderung von der Wechselzone aus den Startpunkt erreichten. Die direkte Strecke ist wegen tiefer Priele nicht zu laufen.

Warten auf das Wasser

Auf Amrum hieß es dann: Warten. Auf die Flut und die Schwimmstrecke. Um 14:30 Uhr fiel der Startschuss für die Auftaktdisziplin, die den Teilnehmern wohl die größten Sorgen machte. Denn 2015, bei der Premiere, sorgten Wellen, Wind und Strömungen für die größte Herausforderung gleich zu Beginn. Nicht so 2016: Vorjahressieger Jonas Schomburg (SC Hannover) kam nach 35:25 Minuten durch die geschmeidige Nordsee als Erster auf Föhr an, zweieinhalb Minuten später erst sein Verfolger David Krüger (TuS Neukölln). Dann die beiden schnellsten Frauen: Isabell Donath (SC Wiesbaden) lag mit 39:06 Minuten vorn, sechs Sekunden später lief Bettina Lange vom TSV Bargteheide den Utersumer Strand hinauf. Der Ironman-Weltmeister von 2014, Sebastian Kienle, ging nach 39:46 Minuten auf die Verfolgungsjagd. Mit einer Schwimmzeit von 47:05 Minuten hatte Vorjahressiegerin Hanna Winckler dagegen Einiges auf dem Rad gutzumachen.

Und das tat sie dann auch: Mit der insgesamt achtschnellsten Radzeit (1:00:37 Stunden) holte Winckler Stück für Stück auf, blieb keine vier Minuten hinter dem schnellsten Mann auf zwei Rädern, Clemens Coenen von den Lazy Tigers TV Lemgo, der in 56:56 Minuten einen Achtungserfolg vor Kienle (57:23 Minuten) feiern konnte. "Es fühlte sich wirklich gut an auf dem Rad, und so habe ich angefangen, die Leute vor mir einzusammeln", resümiert Winckler. "Irgendwie waren da aber weniger Frauen dabei, als ich es mir gewünscht hatte. Auf der ersten Runde genau eine. Ich habe weiter Gas gegeben und am Ende die Beine auch ordentlich gespürt. In der Wechselzone war ich total aufgeregt, auf welches Boot ich es schaffen würde. Und vor allem: Wie viele Frauen mit mir darauf sein würden. Optimalerweise keine ..."

Doch Wincklers Hoffnungen bekamen am Utersumer Steg einen jähen Dämpfer: "Ich kam als Vierte auf das zweite Boot, Bettina Lange wartete bereits auf mich. Sie war unglaublich im Wasser. Schon in der Bundesliga ist sie allen Frauen davon geschwommen. Hinter mir kam dann die dritte Frau, Isabel Donath, auch noch mit aufs Boot. Verdammt!" War der Traum vom Hauptpreis, einer Hawaii-Reise, nun bereits ausgeträumt?

Kienle erweitert Grill-Sammlung

Auf dem ersten Boot machten sich derweil die schnellsten Männern bereit für die Laufstrecke. Kaum in Hörnum auf Sylt angelegt, begann ein gnadenloses Ausscheidungsrennen - an dessen Ende der Vorjahressieger wieder die Nase vorn hatte. "Sebastian Kienle war bis zum Strand sehr stark, aber ich habe dann gemerkt, dass ich auf dem Sand besser laufen konnte", sagt Jonas Schomburg. "So konnte ich im dann schließlich wegziehen." Schomburg spulte die extrem schwere, da sandige und zudem zu lange Laufstrecke in 38:44 Minuten herunter und sicherte sich mit seinem zweiten Sieg bei den Red Bull Tri Islands eine Hawaii-Reise im Oktober 2017 - ohne Startplatz für den Ironman, versteht sich. Sebastian Kienle fügte als Zweiter seiner nach eigener Aussage bereits imposanten Sammlung von gewonnenen Grillgeräten ein weiteres hinzu und der Kölner Robert Skazidroga darf sich als Dritter über ein Jahresabo Mineralwasser freuen.

Red Bull Tri Islands 2016: Die Sieger | Hatten bei den Red Bull Tri Islands 2016 die Nase vorn: Sebastian Kienle (2.), Sieger Jonas Schomburg und Robert Skazidroga (3.).

Hatten bei den Red Bull Tri Islands 2016 die Nase vorn: Sebastian Kienle (2.), Sieger Jonas Schomburg und Robert Skazidroga (3.).

Foto >Ingo Kutsche / Red Bull Content Pool

Winckler bleibt cool - und überlegen

Auch bei den Frauen fiel die Entscheidung erst auf Sylt: "Das Laufen war die Hölle", erzählt Hanna Winckler. "Die ersten fünf Kilometer waren o. k. Ich führte die 12-Mann/Frau-Mannschaft meines Bootes an und spürte allerdings sowohl die Energie schwinden als auch die Beine unglaublich schwer werden. Und diese Hitze. Die Sonne brannte von oben und die Luft stand." Dennoch zeigte die Flensburgerin auch in der dritten Disziplin eine unglaubliche Überlegenheit: In 49:28 Minuten distanzierte sie ihre Konkurrentinnen um noch einmal über fünf Minuten und durfte auf dem zwölften Gesamtrang ihren zweiten Sieg auf Sylt feiern.

Red Bull Tri Islands 2016: Die Siegerinnen | Die drei schnellsten Frauen auf den drei Inseln: Isabell Donath (2.), Hanna Winckler (1.) und Bettina Lange (3.).

Die drei schnellsten Frauen auf den drei Inseln: Isabell Donath (2.), Hanna Winckler (1.) und Bettina Lange (3.).

Foto >Ingo Kutsche / Red Bull Content Pool

Amrum, Föhr, Sylt - die Red Bull Tri Islands verbinden drei Inseln zu einem sportlichen Spektakel. Für 75 Teilnehmer endete der Traum in der Wechselzone vor dem Haus des Gastes in Utersum: Sie hatten den Cut-off von 2:30 Stunden für das Schwimmen und Radfahren nicht geschafft und mussten auf Föhr zurück bleiben. Für Hanna Winckler und Jonas Schomburg findet das Abenteuer im kommenden Jahr auf einer vierten Insel - dem "Big Island" von Hawaii - eine Fortsetzung.