Bozzone gewinnt in Miami, Löschke verdrängt Raelert vom Podest

Michael Raelert ist eine solide Rückkehr ins Wettkampfgeschehen geglückt: Beim Ironman 70.3 Miami wurde der Rostocker Vierter, musste beim Laufen allerdings seinen Landsmann Franz Löschke ziehen lassen. Auch Astrid Stienen landete auf den vierten Rang.

Von > | 24. Oktober 2016 | Aus: SZENE

Terenzo Bozzone

Terenzo Bozzone

Foto >Michael Rauschendorfer / triaphoto.com

Beim Schwimmen lief für Michael Raelert noch alles nach Plan. In 27:02 Minuten legte der Deutsche die 1,9 Auftaktkilometer am schnellsten zurück und führte die Spitzengruppe, in der sich in seinem erst zweiten Ironman-70.3-Rennen auch der frühere Kurzdistanz-Spezialist Franz Löschke hielt, zum ersten Wechsel. Auf der Radstrecke setzte dann aber ein anderer die Akzente: Terenzo Bozzone (NZL) setzte sich früh ab - und Raelert versuchte erst gar nicht zu folgen, weil er in der Anfangsphase des Rennens seine Trinkflaschen verloren hatte und sich unsicher war, ob er dieses Tempo ohne planmäßige Verpflegung durchstehen würde. Mit einer starken Radzeit von 1:57:33 Stunden brummte Bozzone der Verfolgergruppe um Raelert und Löschke bis zum zweiten Wechsel rund fünf Minuten Rückstand auf, nur Ben Collins konnte sich mit rund 3 Minuten Rückstand noch etwas näher am Kiwi an der Spitze halten.

Collins wurde von seinen Verfolgern beim Laufen zwar schnell wieder geschluckt, Bozzones Triumph aber blieb ungefährdet: Mit einem Halbmarathonlauf über 1:15 Stunde sicherte sich der Kiwi in 3:42:10 Stunden den Sieg in Florida. Dahinter aber entwickelte sich ein enger Kampf um die Plätze. Vor allem Raelert ging auf den ersten Laufkilometern in die Offensive, konnte den Druck bei seinem Comebackrennen nach einer längeren Krankheitspause aber nicht aufrecht erhalten und musste den Amerikaner Rodolphe von Berg ziehen lassen. Und auch ein Landsmann, der bei seiner Ironman-70.3-Premiere auf Cozumel vor wenigen Wochen noch Lehrgeld zahlen musste, konnte sich vor Michael Raelert behaupten: Franz Löschke sicherte sich mit einem schnellen abschließenden Halbmarathon über 1:12:58 Stunden als Dritter hinter von Berg seine erste Podestplatzierung in seinem erst zweiten 70.3-Rennen.

Stienens lange Aufholjahd

Auch im Rennen der Frauen ging der vierte Rang nach Deutschland: Wenige Wochen nach ihrem Sieg beim Ironman Barcelona verpasste Astrid Stienen den dritten Platz um nur zehn Sekunden gegenüber der Britin Leanda Cave. Dabei hatte Stienen zuvor speziell auf dem Rad beeindruckt: Mit fast fünf Minuten Rückstand auf die Spitze aus dem Wasser gestiegen, reduzierte sie ihren Rückstand auf die Spitze um Ellie Salthouse mit der schnellsten Radzeit des Tages um rund drei Minuten. Auch beim Laufen sorgte Stienen in 1:25:52 Stunden für eine der schnellsten Zeiten des Tages, doch Cave konnte am Ende wenige Sekunden ihres Vorsprung aus der ersten Disziplin vor Stienen ins Ziel retten. Vor Cave sicherte sich Jennifer Spieldenner aus den USA den zweiten Rang. Den Sieg rannte mit einem überlegenen Halbmarathon die Australierin Ellie Salthouse ein.