Comeback in Kopenhagen

Andreas Raelert will nach überstandenem Ermüdungsbruch im Oberschenkel zurück ins Renngeschehen und hat sein Comeback beim Ironman Kopenhagen angekündigt. Das Ziel: die Qualifikation für die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii. Wir haben mit dem 39-Jährigen über sein Vorhaben gesprochen.

Von > | 2. August 2016 | Aus: SZENE

Ironman Hawaii 2015 - Training Andreas Raelert - 10 | Andreas Raelert blickt zuversichtlich Richtung Kona.

Andreas Raelert blickt zuversichtlich Richtung Kona.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Andreas Raelert, wie lautet das Ziel für Kopenhagen?
Das klare Ziel ist die Qualifikation für Hawaii. Daneben gilt es aber auch herauszufinden, wie der aktuelle Trainingsstand ist, welchen Fokus man im Formaufbau für Kona setzen muss. Es geht auch darum, ein Gefühl zu bekommen, wie sensibel ich mit dem Oberschenkel umgehen muss.

"Ermüdungsbruch im Oberschenkel" hört sich nach einer ziemlich extremen Verletzung an. Wie lange hat die Genesung gedauert und was war in dieser Zeit an normalem Training möglich?
Die Verletzung ist im April beim Cannes International Triathlon aufgebrochen, aber sie wurde damals noch nicht als Stressfraktur identifiziert. Ich habe daraufhin sofort das Pensum und die Intensität im Training reduziert, und nach der endgültigen Diagnose war zunächst eine komplette Pause angesagt. Schwimmen und Radfahren war dann nach einigen Wochen wieder reduziert möglich, und vor Kurzem habe ich dann mit dem Lauftraining wieder begonnen. Es bleibt aber ein Spagat. Die Dosierung der Belastung ist sehr wichtig, um einen möglichst guten Heilungsverlauf zu erreichen. Eine vollständige Genesung wäre wohl nur ganz ohne Sport zu erreichen.

Wie groß war denn der Rückschlag in Bezug auf die Form?
Das ist wirklich schwer zu sagen. Eine optimale Saisongestaltung sieht natürlich anders aus, aber würde ich an Top-Leistungen in diesem Jahr nicht mehr glauben, hätte ich mich längst ausschließlich mit dem nächsten Jahr beschäftigt.

Nun lautet der Plan: "über Kopenhagen nach Kona". Sollte es mit der Qualifikation für die Weltmeisterschaft klappen, was ist nach dem Saisonverlauf mit einer Langdistanz sechs Wochen vorher und der Verletzungspause auf Hawaii möglich?
Ich werde nur nach Hawaii reisen, wenn ich dort konkurrenzfähig bin. Wir gehen momentan von nichts anderem aus, und ich bin zuversichtlich, dass ich rechtzeitig in Form komme und vorne mitmischen kann. Vielleicht ist das fehlende Trainingspensum dann sogar ein Vorteil.