Daniela Ryf weiter im Rekordfieber

Nur eine Woche nach ihrem fantastischen Sieg bei der Challenge Roth 2016 hat Daniela Ryf den Ironman Switzerland dominiert. In 8:51:50 Stunden pulverisierte die Schweizerin den Streckenrekord und ließ ihren Konkurrentinnen nicht den Hauch einer Chance.

Von > | 24. Juli 2016 | Aus: SZENE

Daniela Ryf (Ironman Switzerland 2016) | Daniela Ryf bleibt das Maß der Dinge auf der Langdistanz: Nach ihrem Sieg bei der Challenge Roth gewinnt die Schweizerin nur eine Woche später auch den Ironman Switzerland 2016.

Daniela Ryf bleibt das Maß der Dinge auf der Langdistanz: Nach ihrem Sieg bei der Challenge Roth gewinnt die Schweizerin nur eine Woche später auch den Ironman Switzerland 2016.

Foto >Getty Images for Ironman

Daniela Ryf ist mit Worten nur schwer zu beschreiben. Vielleicht ist es das Wort „gewaltig“, das an diesem Sonntag in Zürich am besten passt. Eine Woche nach ihrem Fabelsieg bei der Challenge Roth zeigte die Solothurnerin bei der 20. Auflage des Ironman Switzerland eine Leistung, die andere nur staunend ließ. Erst am Mittwoch hat sie ihren Start bekannt gegeben, mit dem klaren Ziel, sich hier beim Heim-Ironman das Hawaii-Ticket zu sichern. Aber das sollte eben längst nicht alles sein: Wieder einmal zeigte Daniela Ryf, dass sie derzeit in einer eigenen Liga unterwegs zu sein scheint.

Ryf und Schärer schwimmen vorne weg

Gemeinsam mit ihrer Landsfrau Céline Schärer übernahm Daniela Ryf sofort das Kommando und schwamm bereits nach wenigen Metern in das zwei Minuten vor den Profi-Frauen gestartete Männerfeld hinein. Schärer, bekanntermaßen eine der besten Schwimmerinnen im Ironman-Zirkus, macht das Tempo im Zürichsee, Ryf hängte sich einfach an ihre Fersen. Zwei Sekunden nach ihrer Konkurrentin kam die 29-Jährige Ryf nach 53:16 Minuten aus dem Wasser, auf Rang drei liegend war die Australierin Lauren Parker in der ersten Wechselzone bereits gut zwei Minuten zurück, die Schweizer Mitfavoritin Emma Bilham hatte viereinhalb Minuten kassiert. 

Auf dem Rad hätte Daniela Ryf das Rennen nun eigentlich kontrolliert bestreiten und vielleicht erst in der zweiten Runde das Kommando übernehmen können. Aber das ist scheinbar nicht der Stil der Schweizer Triathletin, die derzeit nur das Rennen gegen sich selbst kennt. Nach 30 Kilometern setzte sie sich klar an die Spitze des Feldes und drückte in dem welligen Umland von Zürich dem Rennen ihren Stempel und der Konkurrenz satte Minuten auf. Als sie nach gut 60 Kilometern Hügelfahrt wieder zurück in die flachen Bereiche am See kam, lag Schärer als Zweite schon neun Minuten zurück, Bilham hatte mehr als elf Minuten Abstand auf Daniela Ryf.

Daniela Ryf fegt durchs Männerfeld

Nur einen Tag zuvor hat beim Zürcher 5i50-Wettbewerb bereits Nicola Spirig als Olympiasiegerin gezeigt, dass man als Frau auch Männerfelder durcheinanderwirbeln kann. Als Gesamtzweite hatte Spirig nur Ruedi Wild den Vortritt gelassen. Ein ähnliches Bild beim Ironman Switzerland: Zwei Jahre, nachdem Daniela Ryf hier in Zürich das Doppel aus 5i50 und Ironman bei ihrem ersten Langdistanz-Start überhaupt gewonnen hatte, fegte sie an diesem Sonntag nur so durchs Männerfeld. Als Ryf auf die zweite Radrunde ging, hängten die Jungs bereits in ihrem Schatten. Mit 4:46:31 Stunden zeigte sie erneut eine exzellente Radleistung und nahm mehr als 21 Minuten Vorsprunng auf die Nizza-Zweite Bilham mit auf die Marathonstrecke.

Souveräner Marathon, Sieg in Rekordzeit

In 3:07:31 Stunden lief Daniela Ryf ihren zweiten Zürich-Sieg sicher nach Hause. Die Beine mögen ziemlich geschmerzt haben, weil es auch immer wärmer wurde. Aber die Fans trugen die Schweizerin mit ihrem Jubel über die Strecke. Zwischenzeitlich lief alles auf eine Endzeit von 8:45 Stunden hin, aber das Tempo konnte Ryf nicht ganz halten. In 8:51:50 Stunden torpedierte sie am Ende den sechs Jahre alten Streckenrekord von Karin Thürig (9:00:04 Stunden) und nahm der zweiten Frau Emma Bilham fast eine halbe Stunde ab. „Es ist einfach unglaublich“, sagte Ryf im Ziel ans Publikum gerichtet, „Ihr habt mich einfach getragen heute.“ Dank eines starken Marathons lief Michaela Herlbauer auf Rang drei vor.

Ironman Switzerland 2016 | Frauen

  1. Juli 2016, Zürich

Name

Nation

Gesamt

3,8 km Swim

180 km Bike

42,2 km Run

1

Daniela Ryf

CHE

8:51:50

53:16

4:46:30

3:07:31

2

Emma Bilham

CHE

9:21:48

57:41

5:03:58

3:16:36

3

Michaela Herlbauer

AUT

9:28:12

1:01:05

5:07:02

3:15:37

4

Celine Schärer

CHE

9:35:26

53:14

5:13:07

3:24:57

5

Ariane Monticeli

BRA

9:40:07

1:03:58

5:11:16

3:20:05

6

Karen Thibodeau

CAN

9:40:38

56:53

5:15:47

3:23:25

7

Corina Hengartner

CHE

9:46:19

1:05:10

5:14:01

3:22:31

8

Alyssa Godesky

USA

9:47:20

1:03:20

5:16:53

3:22:15

9

Natascha Badmann

CHE

9:47:21

1:05:08

5:02:18

3:35:03

10

Stefanie Kuhnert

GER

9:50:43

55:24

5:22:27

3:28:40

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