Deutsches Duo in den Top 8

Beim Rennen der World Triathlon Series in Edmonton zeigten die deutschen Kurzdistanzler nach langer Durststrecke, dass sie doch noch vorn mitmischen können. Hinter einem unschlagbaren Vize-Olympiasieger Jonathan Brownlee landeten Steffen Justus und Jonathan Zipf auf den Plätzen sechs und acht.

Von > | 4. September 2016 | Aus: SZENE

Steffen Justus

Foto >Jo Kleindl / DTU

Der deutsche Kurzdistanz-Triathlon war in den vergangenen Monaten oft Gesprächsthema. Meistens ging es dabei jedoch nicht um sportlich herausstechende Leistungen. Mit dem vorletzten WTS-Rennen 2016 in Edmonton konnten die deutschen Kurzdistanzler erstmals wieder einen großen Erfolg verbuchen. Mit Steffen Justus und Jonathan Zipf landeten die besten zwei der vier Deutschen auf den Plätzen sechs und acht. Mit konstanten Leistungen in allen Disziplinen und einem sehr schnellen abschließenden 5-Kilometer-Lauf sicherten sich die beiden Athleten in einem gut besetzten Feld die vorderen Platzierungen. Nachwuchstalent Lasse Lührs erwischte ebenfalls einen guten Tag und landete auf Rang 16. Franz Löschke kam als 38. ins Ziel.

Brownlee vor Mola und Murray

Schon wenige Sekunden nach dem Startschuss bot sich ein gewohntes Bild. Der Slowake Richard Varga schwimmt in den meisten WTS-Rennen an der Spitze des Feldes. Das Ungewöhnliche: Varga konnte bereits nach 150 Metern das Hauptfeld distanzieren und schwamm mehrere Meter in Führung vorweg. Nach der ersten Disziplin distanzierte der Slowake das Hauptfeld um 20 Sekunden. Nur Aaron Royle (AUS) und Jonathan Brownlee (GBR) folgten mit jeweils etwa zehn Sekunden Abstand. Dieses Trio macht sich auch gemeinsam auf die 20 Radkilometer und konnte bis zum zweiten Wechsel vom Hauptfeld nicht wieder eingeholt werden. Dennoch reduzierten die Verfolger den Vorsprung von 20 Sekunden auf knapp zehn. Der Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele aus Rio, Jonathan Brownlee, verließ als erster Athlet die zweite Wechselzone und gab seine Führung nicht mehr her. Im Gegenteil: Der Brite lief mit 14:47 Minuten die schnellste Laufzeit des Tages und gewann nach 51:39 Minuten mit 17 Sekunden vor Mario Mola (ESP) und dem Südafrikaner Richard Murray. In der Gesamtwertung bleibt Mario Mola auf Rang eins. Beim Grand Final in zwei Wochen reicht dem Spanier ein dritter Platz, um sich den Weltmeistertitel zu sichern.

USA dominiert Frauenrennen

Beim Rennen der Frauen entwickelte sich ein spannendes Rennen mit überraschendem Ausgang. Von Anfang an schlugen die Athletinnen ein hohes Tempo an, so dass bereits auf den 750 Schwimmmetern eine Lücke im Feld gerissen werden konnte. Neun Frauen konnten die wertvollen Sekunden Vorsprung nutzen und auf dem Rad die Flucht nach vorn ergreifen. Mit dabei auch die Top-Favoritinnen Flora Duffy (BER), Katie Zaferes und Sarah True (beide USA). Auf der 20 Kilometer langen Radstrecke baute die Spitzengruppe ihren  Vorsprung auf die Verfolger weiter aus. Mit 37 Sekunden Vorsprung wechselten die Führenden in die Laufschuhe und machten die Entscheidung unter sich aus. Flora Duffy, die sich auf der Radstrecke nicht lösen konnte, hatte schnell das Nachsehen, lief aber dennoch bis zum Schluss um eine Podiumsplatzierung mit. Vor ihr bot sich ein besonderes Bild: Gleich drei US-Amerikanerinnen kämpften um den Tagessieg. Bis kurz vor Schluss sah alles danach aus, dass Sarah True auf Rang eins landen wird. Doch Landsfrau Summer Cook startete einen sagenhaften Endspurt, zog in dem sie ein paar hundert Meter vor Schluss noch an Sarah True vorbei zog und nach 56:49 Minuten mit drei Sekunden Vorsprung gewann. Die beiden deutschen Starterinnen Hanna Philippin und Anja Knapp landeten auf den Rängen 22 und 27.