Dirksmeier holt EM-Titel, Ryf gewinnt in der Schweiz

Daniela Ryf ist in Rapperswil in die Erfolgsspur zurückgekehrt, ebenso wie Andreas Raelert in Ungarn. Patrick Dirksmeier holte sich in Dänemark den Europameistertitel der ETU.

Von > | 11. Juni 2017 | Aus: SZENE

Daniela Ryf ist zurück in der Erfolgsspur: Die Schweizerin gewinnt ihr Heimrennen in Rapperswil.

Daniela Ryf ist zurück in der Erfolgsspur: Die Schweizerin gewinnt ihr Heimrennen in Rapperswil.

Foto >Getty Images for Ironman

Der Ironman 70.3 Switzerland bleibt eine schweizerische Angelegenheit. In Daniela Ryf feierte bei der zehnten Auflage des Rennens zum neunten Mal eine Schweizerin den Sieg - und auf Männerseite erzielte Ruedi Wild im Duell mit den deutschen Triathleten den "Ausgleich" für die Schweizer: Durch seinen zweiten Sieg, den er in diesem Jahr in Rapperswil feierte, kommen die schweizer Männer nun ebenso auf fünf  Siege beim Ironman 70.3 Switzerland wie die deutschen Triathleten.

Ryf taktiert auf dem Rad

Die Entscheidung um den Sieg fiel im Rennen der Männer zwar vergleichsweise knapp, trotzdem präsentierte sich der Drittplatzierte der 70.3-WM, Wild, souverän: Schon beim Schwimmen bestimmte der Schweizer das Tempo einer Verfolgergruppe, die nur Sven Riederer und Manuel Küng (SUI) ziehen lassen musste. Auf dem Rad setzte er sich anschließend gemeinsam mit diesen beiden und seinem Landsmann Jan van Berkel von den übrigen Verfolgern ab. Von denen lief der Südafrikaner James Cunnama anschließend zwar etwas schneller als Wild, der hatte bei warmen Bedingungen aber alles im Griff und setzte sich in 3:49:38 Stunden eineinhalb Minuten vor Cunnama und etwa eineinhalb Minuten vor seinem Landsmann Sven Riederer durch.

Im Rennen der Frauen hatte Daniela Ryf, die zuletzt über Rückenprobleme geklagt hatte, wieder alles im Griff. Auch wenn es nicht immer so aussah: Nachdem sie zunächst für die schnellste Schwimmzeit des Tages gesorgt hatte, ließ Ryf auf dem Rad ihre Landsfrauen Nina Derron und Regula Rohrbach deutlich ziehen. Mit der schnellsten Laufzeit des Tages stellte Ryf die gewohnte Rangordnung aber wieder her und sicherte sich den Sieg dreieinhalb Minuten vor Emma Bilham (SUI) und vier Minuten vor Nina Derron.

Dirksmeier stark, Dreitz schwächelt

Wesentlich emotionaler und sicherlich auch unerwarteter kam der Sieg für Patrick Dirksmeier bei der Challenge Herning, die zugleich die Europameisterschaften der Europäischen Triathlon Union (ETU) beinhaltete. Der Münsteraner hielt sich in Dänemark beim Schwimmen zunächst souverän in einer Verfolgergruppe zweier Ausreißer, auf dem Rad arbeitete er sich anschließend zunächst an die Spitze heran - um sie auf dem letzten Drittel des flachen 90-Kilometer-Kurses aber wieder etwas weiter ziehen zu lassen. Mit einer Minute Rückstand auf den Dänen Anders Christensen und 30 Sekunden hinter dessen Landsmann Kristian Høgenhaug erreichte Dirksmeier den zweiten Wechsel als Dritter. Von da an drehte er aber auf. Nach etwas mehr als sieben Kilometern schob sich Dirksmeier an die Spitze und gab seine Führungsposition nicht mehr her. Nach 3:49:27 Stunden feierte er als neuer ETU-Europameister rund drei Minuten vor Christensen und Miki Mørck Taagholt den bislang größten Erfolg seiner Karriere. Der ebenfalls gestartete Andreas Dreitz gab das Rennen mit schmerzendem Nacken vorzeitig auf. Den Wettkampf der Frauen gewann Camilla Pedersen (DEN) deutlich vor Landsfrau Maja Stage Nielsen, Sarah Lewis (GBR) und Michelle Vesterby, die im Ziel zehn Minuten Rückstand auf Pedersen hatte.

Raelert schöpft in Ungarn Selbstvertrauen

Sicher sein konnte sich Andreas Raelert seiner Sache im Vorfeld des Keszthely-Triathlons kaum. Relativ kurzfristig hatte der Rostocker seinen Start bei dem Rennen in Ungarn bekanntgegeben - und traf dort in Thomas Steger (AUT) und Brad Kahlefeldt (AUS) auch noch auf einige ernstzunehmende Konkurrenten. Bei dem Mitteldistanzrennen stieg Raelert mit der Spitze des Feldes auf sein Rad - mit dem er sich sogleich absetzte. In 2:07:18 Stunden brummte er auf dem 90-Kilometer-Kurs sogar dem guten Radfahrer Steger einen mehrminütigen Rückstand auf und erreichte als Erster den zweiten Wechsel. "Das war eine wirklich gute Leistung. Es war auch mein Plan, das Rennen auf dem Rad gleich offensiv zu gestalten", erklärte Raelert im Anschluss. Seinen Vorsprung verteidigte er beim abschließenden Halbmarathon am Plattensee souverän und siegte viereinhalb Minuten vor Steger und dem Ungarn Flander Marton, der Kahlefeldt auf den vierten Rang verwies. "Ich bin sehr positiv gestimmt, dass zwei Wochen nach der Ironman-Südamerikameisterschaft in Brasilien eine solche Wettkampfgestaltung für mich möglich war", sagte Raelert, der in Brasilien mit einer Zeit von 9:02 Stunden und Rang 15 weit hinter seinen Zielen geblieben war. "Das gibt mir viel Selbstvertrauen."