Dreitz nach starkem Kampf auf Platz zwei, McNamee siegt

Es hat nicht sein sollen mit dem vierten Sieg in Folge. Kampflos gab sich Andreas Dreitz allerdings nicht geschlagen und hielt den Zweikampf mit David McNamee bis Kilometer 18 offen.

Von > | 13. Mai 2017 | Aus: SZENE

Nach drei Siegen in Folge steht Andreas Dreitz beim Ironman 70.3 Mallorca erstmals auf Rang zwei des Siegerpodests.

Nach drei Siegen in Folge steht Andreas Dreitz beim Ironman 70.3 Mallorca erstmals auf Rang zwei des Siegerpodests.

Foto >Simon Müller / spomedis

Für Andreas Dreitz sollte es auf Mallorca der vierte Sieg in Folge werden. Über lange Strecken sah es gut aus für den Mitteldistanz-Spezialisten. In einem spannenden Zweikampf musste Dreitz den Briten David McNamee gegen Ende der Laufstrecke allerdings ziehen lassen.

McNamee schwimmt ganz vorn, Dreitz verpasst erste Gruppe

Der britische Sieger war bereits beim Schwimmen derjenige, der das Tempo hoch hielt und die Spitzengruppe anführte. David McNamee, von der Kurdistanz kommend und als starker Schwimmer und Läufer bekannt, kam nach 22:58 Minuten aus dem Wasser und wechselte als erster auf das Rad. Die Mitfavoriten Will Clarke (GBR) und Jonathan Ciavatella (ITA) kamen ebenfalls mit der Führungsgruppe in die erste Wechselzone. Dahinter führte Andreas Dreitz die Verfolgergruppe mit gut eineinhalb Minuten Rückstand an und ging als Neunter auf die Radstrecke. Dort war die Taktik des dreimaligen Siegers klar: Vollgas. Schnell machte Dreitz Position um Position gut und arbeitete sich beim Anstieg zum Kloster Lluc schnell bis auf Platz zwei vor. Kurz vor der langen Abfahrt nach Caimari bei Kilometer 35 sammelte Dreitz auch David McNamee ein. Der Brite bewies allerdings außergewöhnlich gute Beine auf dem Rad und ließ sich zunächst nicht abschütteln. Die beiden Führenden brachten einen großen Vorsprung zwischen sich und die Verfolger, der nach der Hälfte der Radstrecke schon mehr als drei Minuten betrug. Schließlich setzte sich Dreitz auf dem letzten Drittel der zweiten Disziplin von McNamee ab und kam als erstes in die zweite Wechselzone. Der Brite folgte allerdings mit nur 1:26 Minuten Rückstand. Ein Vorsprung, den Dreitz größer eingeschätzt hätte, wie er später im Interview verraten würde.

Auch 2017 fuhr Andreas Dreitz wieder die schnellste Radzeit, konnte sich von David McNamee aber lange nicht entscheidend  absetzen.

Auch 2017 fuhr Andreas Dreitz wieder die schnellste Radzeit, konnte sich von David McNamee aber lange nicht entscheidend absetzen.

Foto >Simon Müller / spomedis

McNamee überholt, Dreitz bleibt dran   

Die ersten zwölf Kilometer blieb Dreitz auf der Laufstrecke in Führung, der Abstand schmolz allerdings gleichmäßig dahin. Nachdem McNamee sich an die Spitze setzte, biss Dreitz allerdings auf die Zähne und ließ sich nicht abschütteln. Auch wenn beide nicht Seite an Seite liefen, blieb der Brite für Dreitz stets in Schlagdistanz und war bei Kilometer 16 nur 35 Sekunden entfernt. „Das sah auch bei David [McNamee] nicht mehr rund aus, deshalb habe ich noch einmal alles riskiert“, sagte Dreitz im Anschluss an das Rennen. Dreitz mobilisierte alle Kräfte und attackierte ein letztes Mal. Bei Kilometer 18 betrug der Rückstand des Deutschen zwischenzeitlich nur noch 13 Sekunden. Doch diesem Angriff musste der dreifache Sieger Tribut zollen. „Kurz nach Kilometer 18 bin ich geplatzt und hab mich dann nur noch ins Ziel gerettet“, sagte er im Anschluss. Damit musste Dreitz den Briten ziehen lassen, welcher nach 3:56:49 Stunden die Ziellinie am Strand überquerte. 1:01 Minuten später folgte Dreitz, der allerdings einen komfortablen Vorsprung vor dem Drittplatzierten, Miquel Blanchart (4:04:30 Stunden), hatte. Neben der schnellsten Radzeit (2:13:03 Std.) des Tages lief Dreitz außerdem in 1:16:01 Stunden den drittschnellsten Halbmarathon des Tages. Nur Sieger McNamee (1:13:41 Std.) und Miquel Blanchart (1:13:57 Std.) waren schneller.

Markus Fachbach wurde Gesamtsechster mit einer Endzeit von 4:11:06 Stunden, Tobias Drachler sicherte sich in 4:11:51 Stunden den achten Platz.