Dreitz und Philipp planen den nächsten Streich

Die Vorjahressieger wollen beim Ironman 70.3 Mallorca erneut triumphieren und damit eine deutsche Tradition aufrecht erhalten - leicht wird es Andreas Dreitz und Laura Philipp aber nicht gemacht.

Von > | 11. Mai 2017 | Aus: SZENE

Laura Philipp auf dem Weg zum Sieg beim Ironman 70.3 Mallorca 2016.

Laura Philipp auf dem Weg zum Sieg beim Ironman 70.3 Mallorca 2016.

Foto >Michael Rauschendorfer

Wenn Mallorca ruft, sind die Deutschen nicht weit. Dieses Naturgesetz gilt nicht nur unter Partylöwen und Urlaubern, sondern vor allem auch unter Triathleten. Im Herbst lockte die Insel bis 2016 zum Ironman und auch weiterhin zur Challenge Peguera-Mallorca, im Frühjahr haben Trainingslager hier Tradition. Und zum Start in die europäische Triathlonsaison bietet Mallorca mit seinem Ironman-70.3-Rennen seit dem Jahr 2011 eine der ersten sportlich hochwertigen Startgelegenheiten.

Rätselraten um Brownlee

Und wie gesagt: Viele und starke Deutsche gehören dort mit zum gewohnten Bild. In den bisherigen sechs Auflagen des Rennens gewann die Männerkonkurrenz nur ein einziges Mal kein Deutscher: Nach Auftaktsiegen von Andreas und Michael Raelert machte im Jahr 2013 der Spanier Eneko Llanos den Deutschen einen Strich durch die Rechnung, doch seitdem steht das Rennen ganz unter dem Eindruck von Andreas Dreitz. Dreimal hat der Bayreuther den Wettkampf nun schon für sich entscheiden können, und nach seiner Absage der Challenge Lissabon wegen Verdauungsproblemen hat sich Dreitz auch für den Versuch eines vierten Streichs bei seinem "Lieblingsrennen", wie er es im Vorfeld nannte, rechtzeitig wieder fit gemeldet.

Gegen wen er dann ran muss, weiß Dreitz vermutlich selbst noch nicht so genau. Denn auf der Startliste findet sich auch Doppel-Olympiasieger Alistair Brownlee (GBR), der allerdings erst vor Wochenfrist den Ironman 70.3 St. George im amerikanischen Utah gewonnen hat. Vermutlich hatte Brownlee das Rennen auf Mallorca eher als Plan B zur Qualifikation zur Ironman-70.3-WM angesehen, für den Fall, dass es in St. George nicht rund laufen würde - zumindest möglich wäre es aber trotzdem, dass er am Wochenende auf Mallorca auftaucht.

Falls nicht, sollte Dreitz aber trotzdem nicht langweilig werden. Carlos Lopez Diaz (ESP) zum Beispiel hat für den Wettkampf gemeldet und brennt auf das Insel-Doppel: Der 33-Jährige hatte im September bereits das Rennen über die volle Ironman-DIstanz auf Mallorca für sich entschieden und dabei Markus Fachbach ausgestochen, der sein Kommen für die halbe Distanz nun ebenfalls angekündigt hat. Auch Miquel Blanchart (ESP), Jonathan Ciavatella (ITA), Patrick Rhyner (SUI), David McNamee und Will Clarke (beide GBR) haben gemeldet und könnten im Kampf ums Podest ein Wörtchen mitreden. Aus Deutschland gehen zudem Johannes Moldan, Markus Hörmann, Tobisa Drachler, Robin Schneider, Christopher Hettich und Florian Seifert als Profis ins Rennen.

Philipp trifft auf Norden

Übersichtlicher, aber nicht minder hochwertig sind die Meldungen für das Profi-Feld der Damen. Laura Philipp geht hier trotz des Erfolgs des Vorjahres, in dem sie unter anderem Nicola Spirig (SUI) hinter sich ließ, nur mit der zweitniedrigsten Startnummer ins Rennen. Die niedrigste hat der Veranstalter der Olympia-Silbermedaillengewinnerin von 2012 zugestanden, Lisa Norden. Die 32-jährige Schwedin hatte bereits nach ihrer im Fotofinish verpassten Olympia-Goldmedaille eine Luftveränderung angestrebt und im Jahr 2013 ein paar Mitteldistanzrennen probiert, bei denen sie sich durchaus stark präsentierte. Danach probierte sie sich wieder auf der Kurzdistanz und qualifizierte sich sogar noch einmal für die Olympischen Spiele. An ihr altes Niveau konnte Norden, vor allem aufgrund häufiger Laufverletzungen, auf der Kurzdistanz allerdings nicht mehr anknüpfen. Was aber nicht heißt, dass sie auf der Mitteldistanz nicht trotzdem konkurrenzfähig sein könnte.

Hinter dem Kommen einer anderen ehemaligen Kurzdistanzlerin steht ein Fragezeichen: Daniela Ryf (SUI) hatte eigentlich erklärt, in Mallorca starten zu wollen, wurde mittlerweile aber von einer der zwei vom Veranstalter kursierenden Meldelisten entfernt. Gut möglich, dass sie sich also doch gegen einen Start auf der Insel entschieden hat. So hat es auch Natascha Schmitt getan, die sich noch in beiden Meldelisten findet. Bis Anfang der Woche hatte die zwar noch auf Mallorca trainiert, nun ist die Frankfurterin aber für ein paar Tage heimgereist und legt die Beine für den Ironman Lanzarote eine Woche später hoch. Auch Diana Riesler findet sich auf einer der zwei Meldelisten für das Rennen auf Lanzarote und auf beiden mallorquinischen, weshalb hinter ihrem Start zumindest ein kleines Fragezeichen steht. Zwei Wochen vor ihrem Start beim Ironman Brasilien wollen auf Mallorca zudem offenbar Mareen Hufe und Carolin Lehrieder Form und Equipment testen, außerdem haben für den Ironman 70.3 Mallorca Jenny Schulz und die Rhein-Neckar-Cup-Siegerin Lena Berlinger gemeldet. Aus internationaler Sicht ist zudem die im Vorjahr drittplatzierte Britin Emma Pallant eine Anwärterin auf die Podestplätze.

tri-mag.de und triathlonTV berichtet am Wochenende direkt von der Insel rund um den Ironman 70.3 Mallorca. Der Start erfolgt in Alcudia bereits am Samstagmorgen.