Europa gegen den Rest der Welt

Beim Golfen wird im traditionellen Ryder Cup ausgespielt, welche Region die Welt dominiert. Ab 2018 wird es mit dem Collins Cup ein Pendant im Triathlon geben. Chrissie Wellington und Normann Stadler stellen das Europa-Team zusammen.

Von > | 19. April 2017 | Aus: SZENE

Normann Stadler (hier auf dem Weg zu seinem zweiten Hawaii-Sieg 2006) ist der Captain des Europa-Teams beim Collins Cup 2018.

Normann Stadler (hier auf dem Weg zu seinem zweiten Hawaii-Sieg 2006) ist der Captain des Europa-Teams beim Collins Cup 2018.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Je sechs Frauen und Männer stellen die Teams aus Europa, den USA und den „Internationals“ beim ersten Collins Cup im Triathlon. Im Juni 2018 soll das neue Format an den Start gehen, wie die Professional Triathletes Organization (PTO) heute bekannt gab. Das Format ist völlig neu, denn es geht auf der Langstrecke Frau gegen Frau und Mann gegen Mann. Namensgeber des Collins Cup ist der Amerikaner John Collins, auf dessen Idee hin im Jahr 1978 in Honolulu der erste Ironman Hawaii ausgetragen wurde.

Zwölf Athleten pro Mannschaft

Jedes Team besteht aus sechs Frauen und sechs Männern. Acht der Plätze werden über ein Ranking-System vergeben, das Ergebnisse renommierter Veranstalter, Verbände und Rennserien wie dem US-Verband USAT, der Europäischen Triathlon Union (ETU) und dem Weltverband ITU, den Ironman-Veranstaltern der World Triathlon Corporation (WTC), der Challenge- und der REV3-Serie berücksichtigt. Die weiteren vier Plätze pro Team werden von den Captains der Mannschaften vergeben. Als Captains der Europa-Auswahl haben die Veranstalter heute die vierfache Hawaii-Siegerin und Inhaberin der Weltbestzeit auf der Langdistanz, Chrissie Wellington, und den Ironman-Sieger von 2004 und 2006, Normann Stadler, benannt. Zuvor hatten die Amerikaner bereits verkündet, dass der sechsfache Hawaii-Champion Dave Scott und die Kurz- und Langdistanz-Weltmeisterin Karen Smyers die Mannschaft führen werden.

Neuartiges Rennformat

Die Distanzen des Rennens, das ab Juni 2018 jährlich weltweit rotierend an unterschiedlichen Orten stattfinden soll, sind 3 km Schwimmen, 120 km Radfahren und 25 km Laufen. Der Startmodus ist neuartig: Zunächst gehen jeweils eine Frau aus Europa, den USA und vom Team der Internationals an den Start. Zehn Minuten später folgt die jeweils zweite Frau, weitere zehn Minuten später die dritte. Wenn alle Frauen – also sechs Startwellen mit jeweils drei Athletinnen – unterwegs sind, geht es mit den Männern im 10-Minuten-Abstand weiter, so dass insgesamt zwölf Rennen mit jeweils nur drei Sportlern gestartet werden. Der Sieger jedes dieser zwölf Rennen bekommt drei Punkte für seine Mannschaft, der Zweite zwei und der Dritte einen, plus einen halben Bonuspunkt, wenn der Vorsprung des Siegers vor dem Zweiten mehr als fünf Minuten beträgt. Bei zehn Minuten Vorsprung gibt es einen Bonuspunkt, bei mehr als 15 Minuten Vorsprung eineinhalb Bonuspunkte. Auch der Zweitplatzierte erhält die gleichen Bonuspunkte, wenn er mit dem entsprechenden Vorsprung vor dem Dritten finisht.

Auch Rennen für Jedermänner geplant

Der Collins Cup soll in ein Wochenende eingebettet werden, bei dem zunächst am Samstag verschiedene Distanzen für Jedermänner und Fans angeboten werden. Der Sonntag steht dann ganz im Zeichen der zwölf Eliterennen mit den insgesamt 36 Weltklasse-Triathleten. Für die Mannschaften soll es um ein Preisgeld in noch unbekannter Höhe gehen. Die Veranstalter der PTO versprechen, dass es sich dabei um "eines der größten Preisgelder des Sports" handeln soll. Damit wird die Triathlonszene um ein neues Rennformat bereichert, nachdem zuletzt der zweifache Hawaii-Sieger und Stadler-Dauerkonkurrent Chris McCormack die "Triathlon Super League" ins Leben gerufen hatte, bei der die Kurzdistanz-Weltelite über drei Tage über Sprintdistanzen in verschiedenen Reihenfolgen und Formaten um hohe Preisgeldtöpfe kämpfte.