Jan Frodeno dominiert in Klagenfurt

Auch ein Virusinfekt konnte ihn nicht ausbremsen: Jan Frodeno hat den Ironman Klagenfurt mit gewaltigem Vorsprung gewonnen.

Von > | 2. Juli 2017 | Aus: SZENE

Jan Frodeno (Archivbild)

Jan Frodeno (Archivbild)

Foto >Felix Rüdiger / Plan A GmbH

Victory-Zeichen und WinkeGesten ins Publikum kennt man von Führenden in Ironman-Rennen - doch eigentlich erst im Zielkanal. Jan Frodeno konnte es sich an diesem Sonntag in Klagenfurt schon wesentlich früher leisten. So überlegen präsentierte er sich trotz einer erst vor zwei Wochen auskurierten Viruserkrankung, die, so erklärte es der Hawaiisieger vor dem Rennen, ihn so schlimm erwischt hatte wie selten eine Infektion zuvor. Doch auch wenn ihm einige Prozentpunkte zu seiner Wunschform gefehlt haben mögen, reichten die Reserven 35-Jährigen, um in Klagenfurt in einer eigenen Liga zu agieren.

Frodeno macht sein eigenes Rennen

Frodeno bewies in Klagenfurt einmal mehr schon beim Schwimmen einen Klassenunterschied zwischen der Konkurrenz und sich selbst: Auf den ersten 3,8 Kilometern, die trotz vergleichsweise warmen Wassers mit Neoprenanzug geschwommen werden durften, legte Frodeno bereits zwei Minuten zwischen sich und seinen bis dahin schnellsten Verfolger Ivan Rana (ESP), die nächsten Verfolger verloren sogar etwa vier Minuten. Und weder Rana, noch die anderen Konkurrenten bekamen Frodeno in der Folge noch einmal zu Gesicht. Denn auf dem Rad machte der Deutsche sein ganz eigenes Rennen und setzte sich kontinuierlich von einer anfangs drei Mann großen Verfolgergruppe aus Antony Costes (FRA), Eneko Llanos (ESP) und Paul Ruttmann (AUT) ab. Ruttmann musste diese Verfolgergruppe im Laufe der 180 Radkilometer ziehen lassen - und Frodenos Vorsprung wiederum stieg nach rund 130 Kilometern erstmals auf über zehn Minuten auf die ersten Verfolger an. Sogar rund 13 Minuten trennten ihn beim zweiten Wechsel von diesen schnellsten Konkurrenten Costes und Llanos, die geahnt haben dürften, dass der Sieg damit bereits vergeben war  - auch trotz der gerade erst ausgestanden Krankheit des Spitzenreiters.

Falls sie doch noch auf einen Einbruch Frodenos gehofft haben sollten, machte der Ironman-Weltmeister diese Hoffnungen bald zunichte. Die ersten 20,9 Kilometer des Laufkurses absolvierte der Führende nämlich in knapp unter 80 Minuten und baute seinen Vorsprung auf den bis dahin schnellsten Verfolger Eneko Llanos auf etwas mehr als 16 Minuten aus. Wenig später konnte sich Frodeno sogar eine kurze Toilettenpause leisten, nach der er dem Publikum durch ein schnelles Victory-Zeichen und kurzes Winken signalisierte, dass man sich trotz des ungeplanten Zwischenstopps keine Sorgen um ihn machen muss. Dazu gab es tatsächlich keinen Anlass: Nach 27 Kilometern betrug der Vorsprung des Deutschen vor Verfolger Llanos immer noch 15 Minuten, und er schien sich dabei noch nicht am Limit zu bewegen. Dass ein Ironman aber auch an Frodeno nicht spurlos vorbeigeht, zeigte sich, als er nach 7:57:20 Stunden als Sieger die Ziellinie in Klagenfurt überquerte und sich im Anschluss erst einmal hinlegen und Kraft tanken musste. "Ich hatte riesige Schmerzen, aber das Publikum hat mir geholfen, es auszublenden", erklärte Frodeno im Ziel, das nach 8:12:43 Stunden Eneko Llanos als Zweiter erreichte. Dritter wurde Viktor Zyemtsev (UKR).

Ironman Austria 2017 | Männer

  1. Juli 2017, Klagenfurt (AUT)

Name

Nation

Gesamt

3,8 km Swim

180 km Bike

42 km Run

1

Jan Frodeno

GER

7:57:20

46:29

4:19:45

2:46:10

2

Eneko Llanos

ESP

8:12:43

50:37

4:28:58

2:47:52

3

Viktor Zyemtsev

UKR

8:17:05

53:06

4:31:16

2:47:57

4

David Plese

SLO

8:19:13

52:56

4:30:49

2:50:04

5

Michael Weiss

AUT

8:22:42

57:08

4:27:53

2:51:23

6

Anton Blokhin

BLR

8:25:07

53:11

4:31:15

2:55:57

7

Lars Petter Stormo

NOR

8:36:25

54:49

4:44:06

2:51:24

8

Matt Burton

AUS

8:39:08

55:33

4:37:13

3:00:11

9

Christian Birngruber

AUT

8:43:39

53:04

4:39:25

3:06:07

10

Daniel Niederreiter

AUT

8:45:40

53:02

4:44:16

3:03:24

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