Frodeno, Dreitz und Sanders: Kräftemessen in Kalifornien

Früh im Sportjahr kommt es am Wochenende beim Ironman 70.3 Oceanside zu einem echten Showdown: Hawaiisieger Jan Frodeno misst sich mit den 70.3-Spezialisten Andreas Dreitz und Lionel Sanders. Dieser hat noch eine Rechnung offen.

Von > | 29. März 2017 | Aus: SZENE

Jan Frodeno

Jan Frodeno

Foto >Michael Rauschendorfer / triaphoto.com

Er hat sich diesen Start lange offen gehalten - und sich letztlich dafür entschieden: Am Wochenende eröffnet Jan Frodeno nach fünfmonatiger Wettkampfpause seine Rennsaison 2017. Beim Ironman 70.3 Oceanside, den Frodeno schon in den Jahren 2014 un 2015 für sich entschieden hatte, trifft er gleich auf hochkarätige Konkurrenz.

Sanders hat noch eine Rechnung offen

Einer seiner Hauptkonkurrenten in den USA kommt aus dem eigenen Land: Andreas Dreitz nutzt das Rennen in Oceanside zu einem Formtest nach einem Trainingslager in Thailand, das er unter anderem zusammen mit Michael Raelert bestritten hat. Wie auch Frodeno kennt Dreitz das Rennen in Kalifornien bereits: Im vergangenen Jahr wurde er dort Zweiter, nachdem er auf dem Rad für viel Druck gesorgt hatte, beim Laufen aber den speziell auf der Ironman-70.3-Distanz sehr starken Kanadier Lionel Sanders vorbeiziehen lassen musste.

Der hat sich auch für das kommende Wochenende wieder viel vorgenommen. Geprägt von den vergangenen Ironman-70.3-Weltmeisterschaften, bei denen er mit großem Rückstand aus dem Wasser stieg und trotz seiner Radgewalt im Alleingang nicht wesentlich näher an die Spitzengruppe herankam, hat Sanders nämlich entschieden, in diesem Jahr seine Schwimmschwäche ausmerzen zu wollen und auf die Mitteldistanz zu setzen. Dem Rennen in Oceanside kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: 2015 hatte er hier auf dem Rad einen vierminütigen Rückstand auf Jan Frodeno aufgeholt und war gemeinsam mit dem auf die Laufstrecke gestartet. Dort hatte Frodeno aber den längeren Atem und sicherte sich souverän den Sieg. Diese Leistung habe ihn beeindruckt, erklärte Sanders im Vorfeld des diesjährigen Rennens - und ihn in den vergangenen Jahren immer motiviert, weiter an sich zu arbeiten. Am Wochenende will er nun seinerseits den zweimaligen Ironman-Weltmeister beeindrucken, und den Grundstein dafür mit einer verbesserten Schwimmleistung legen.

Heather gegen Heather?

Frodeno muss sich in Kalifornien aber nicht nur mit dem Kanadier und Dreitz messen, die, sollten sie auf der Radstrecke zusammenfinden, binnen der 90 Kilometer gemeinsam für viel Wirbel sorgen könnten. Gemeldet hat auch der Amerikaner Andy Potts, der sich 2015 zwischen Frodeno und Sanders auf den zweiten Rang geschoben hatte, der allerdings auch noch mit den Nachwirkungen eines Sturzes zu kämpfen hat. Ob Potts wirklich starten wird, bleibt daher abzuwarten. Zudem gehören Frodenos Trainingspartner Nicholas Kastelein, Joe Gambles, Luke McKenzie (alle AUS), Trevor Wurtele (CAN), Bryan Rhodes (NZL), Pedro Gomes (POR) und Igor Amorelli (BRA) in Kalifornien zum Favoritenfeld. Auch der Deutsche Patrick Dirksmeier und Ronnie Schildknecht (SUI) wollen in Oceanside an den Start gehen.

Auf Frauenseite geht nach ihrem Sieg im Vorjahr Heather Wurtele (CAN) als Favoritin ins Rennen - wird sich allerdings wohl mit ihrer Namensvetterin Heather Jackson (USA) messen müssen. Zwischen den beiden hatte sich in Oceanside schon 2015 ein packendes Duell entwickelt, in dem Jackson dank eines etwas schnelleren Laufs letztlich vor Wurtele über den Sieg jubelte. Dass der Kampf um den Sieg diesmal zu einem reinen Duell zwischen diesen beiden wird, scheint angesichts der Meldeliste aber unwahrscheinlich: Ironman-70.3-Weltmeisterin Holly Lawrence (GBR), Meredith Kessler (USA), Rachel Joyce (GBR) und Ellie Salthouse (AUS) haben sich ebenfalls angekündigt und gute Chancen, ganz vorne mitzumischen.