Frodeno im Kampf gegen die Uhr

Das Warten hat ein Ende: Seitdem Jan Frodeno seinen Angriff auf die Weltbestzeit der Langdistanz bekannt gab, erwartet die Triathlonszene das Rennen mit Spannung. Am kommenden Sonntag wird der Ironman-Weltmeister versuchen, sein "Projekt 740“ in die Tat umzusetzen. Dennoch sollte man nicht von einer One-Man-Show ausgehen.

Von > | 13. Juli 2016 | Aus: SZENE

Jan Frodeno | Jan Frodeno will den Weltrekord bei der Challenge Roth 2016

Jan Frodeno will den Weltrekord bei der Challenge Roth 2016

Foto >Luise Köstler

Die Triathlon-Welt schaut am kommenden Sonntag nach Roth. Das geschieht zwar eigentlich jedes Jahr, allerdings richten sich diesmal alle Augen auf einen Athleten – nämlich auf Jan Frodeno, der beim Challenge-Rennen in Roth die Weltbestzeit von Andreas Raelert jagt. Aus seinem Anspruch machte Frodeno im Vorfeld kein Geheimnis und gab mit seinem "Projekt 740“ die Marschrichtung für Sonntag vor: Der Olympiasieger von Peking strebt eine Zeit unter 7:40 Stunden an.

Im Jahr 2011 stellte Andreas Raelert in 7:41:33 Stunden einen Rekord auf, der bereits fünf Jahre Bestand hat. Um die Weltbestzeit zu unterbieten, muss für Frodeno am kommenden Wochenende alles zusammenpassen. Denn die Vorzeichen waren denkbar ungünstig: Wochenlang kämpfte Frodeno mit einer Wadenverletzung und konnte nicht laufen. Doch der physische Härtetest beim Ironman Lanzarote glückte, und auch die WM-Qualifikation hat der Hawaii-Sieger in der Tasche. Sein größter Gegner bei der Challenge Roth wird die Zeit sein. "Auf dem Rad sehe ich noch das größte Verbesserungspotential", erklärte der Weltbestzeit-Jäger schon vor vielen Wochen im Gespräch mit tri-mag.de.

Keine One-Man-Show

Doch der Jäger wird am Sonntag auch zum Gejagten: In einem gut besetzten Starterfeld werden gleich mehrere Athleten versuchen, Frodeno die Stirn zu bieten – allen voran Titelverteidiger Nils Frommhold, der mit der Startnummer 1 an den Start geht. Im Jahr 2015 bewies der gebürtige Berliner bei seinem Sieg in 7:51 Stunden, dass mit ihm jederzeit zu rechnen ist. Dennoch will sich der Vorjahressieger durch Frodenos Rekordjagd nicht aus der Ruhe bringen lassen und "sein Rennen" bestreiten. Dabei könnte Frommhold seine Streckenkenntnis in die Karten spielen. Ergänzt wird das deutsche Favoriten-Trio durch Per Bittner.

Außerdem will die internationale Konkurrenz um Tyler Butterfield von den Bermudas, Cyril Viennot (FRA) und Joe Skipper (GBR) vorn im Feld mitmischen. Auch Frodenos Trainingspartner Nicholas Kastelein (AUS) steht am Start und kann sich Chancen auf eine vordere Platzierung ausrechnen.