Frodeno und Ryf testen beim Allgäu-Triathlon

Das Projekt "Titelverteidigung" bei der Ironman-WM läuft für Jan Frodeno und Daniela Ryf auf Hochtouren. Zwischenstation ist für die beiden amtierenden Weltmeister die Mitteldistanz beim Allgäu-Triathlon.

Von > | 16. August 2017 | Aus: SZENE

Nach seinem Erfolg in Klagenfurt richtete sich Jan Frodenos Blick sofort auf die Ironman-WM. Der Allgäu-Triathlon am Sonntag soll dem Weltmeister als Formcheck und Aufbauwettkampf dienen.

Nach seinem Erfolg in Klagenfurt richtete sich Jan Frodenos Blick sofort auf die Ironman-WM. Der Allgäu-Triathlon am Sonntag soll dem Weltmeister als Formcheck und Aufbauwettkampf dienen.

Foto >Kevin Mackinnon

Acht Wochen sind es noch bis zur Ironman-WM auf Hawaii. Die Qualifikation ist für die meisten Athleten längst abgeschlossen, die Plätze bereits fast alle vergeben. Viele der Favoriten befinden sich bereits in der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung, einige von ihnen haben dafür sogar auf den Wettkampfstrecken in Kailua-Kona trainiert. Der amtierende Weltmeister Jan Frodeno setzt dieses Jahr zum Triple an und geht als Top-Favorit ins Rennen. Aus seinem Leistungsstand macht der Superstar in dieser Saison bislang ein kleines Geheimnis.

Der erste Härtetest im Frühjahr beim Ironman 70.3 Oceanside scheiterte an einem Platten, seine darauffolgenden Mitteldistanzen in Sardinien und Taiwan bestritt Frodeno ohne nennenswerte Konkurrenz. Lediglich beim Ironman 70.3 Barcelona demonstrierte Frodeno seine Stärke, holte sich den Sieg und stach seine hochkarätigen Mitstreiter mit beeindruckender Leistung aus. Vor seinem Sieg beim Ironman Klagenfurt wurde Frodeno von einem Virus geplagt, Streckenrekord also kein Thema. Dennoch gewann der Weltmeister in unter acht Stunden und distanzierte seine Konkurrenten in dem eher schwach besetzten Feld beim österreichischen Rennen. Das ganz große Kräftemessen mit möglichen Siegesanwärtern auf Hawaii blieb bislang also aus. Und das wird bis zum großen Wettkampftag am 14. Oktober auch so bleiben.

Immenstadt statt Chattanooga

Denn anstatt sich bei der Ironman-70.3.WM über die halbe Distanz noch einmal mit seinen direkten Konkurrenten zu messen, entschied sich Frodeno - zur Freude vieler Deutscher - für den Allgäu-Triathlon am kommenden Sonntag als Formcheck und Aufbauwettkampf. Über 1,9 km Schwimmen, 85 km Radfahren und 21 km Laufen werden dort auf anspruchsvollen Strecken in diesem Jahr die Deutschen Meisterschaften über die Mitteldistanz ausgetragen. Dass Jan Frodeno am Sonntag die größten Siegeschancen zukommen, steht außer Frage. Auf seine Performance darf man trotzdem gespannt sein, da es der vielleicht letzte Auftritt des zweifachen Hawaii-Siegers vor der diesjährigen WM sein könnte. Um die vorderen Plätze kämpfen allerdings auch noch andere Athleten: Florian Angert dürfte einer der größten Podiumsanwärter sein, genau wie Fabian Günther und Christopher Hettich. Auch Urgestein Thomas Hellriegel ist für die Mitteldistanz gemeldet. Gute Chancen auf vordere Platzierungen können sich auch die Agegrouper Philipp Fahrenholz aus der zweiten Bundesliga (4. Gesamtplatz Challenge Poznan 2017), Marco Mühlnikel und Fabian Eisenlauer ausrechnen. 

Ryf als Top-Favoritin bei den Frauen

Auch Ironman-Weltmeisterin Daniela Ryf wird am Sonntag über die Mitteldistanz an den Start gehen. Im Gegensatz zu Jan Frodeno wird die Schweizerin aller Voraussicht nach allerdings in drei Wochen auch bei der Ironman-70.3-WM in Amerika antreten. Ryf, die 2017 häufiger mit Verletzungssorgen zu tun hatte, konnte dennoch in den meisten ihrer Wettkämpfe überzeugen. Im April gewann sie den Ironman Südafrika, Anfang Juli die Challenge Roth. Auch zwei Ironman-70.3-Siege konnte die amtierende Weltmeisterin in diesem Jahr bereits verbuchen: einen in Dubai und den anderen beim Heimrennen in der Schweiz. Auch bei Ryf kann man gespannt sein, wie sie sich von der Langdistanz in Roth erholt hat und in welcher Form sie sich am Sonntag präsentieren wird. Konkurrenz bekommt die Schweizerin vor allem aus Deutschland: Sonja Tajsich, Lena Berlinger und Laura Zimmermann sind ebenfalls für das Rennen gemeldet und Kandidatinnen für das Podium. 

Beim ausgebuchten Allgäu-Triathlon gehen am Sonntag insgesamt 2.000 Triathletinnen und Triathleten über die Mitteldistanz (Allgäu Classic), die Kurzdistanz (Allgäu Olymp) und die Sprintdistanz (Allgäu Sprint) ins Rennen. Der erste Startschuss fällt um 7:45 Uhr für die Damen auf der Mitteldistanz. 

Mit ihrem Sieg in Roth deutete Daniela Ryf an, dass sie auch in diesem Jahr auf der Langdistanz wieder die Athletin ist, die es zu schlagen gilt.

Mit ihrem Sieg in Roth deutete Daniela Ryf an, dass sie auch in diesem Jahr auf der Langdistanz wieder die Athletin ist, die es zu schlagen gilt.

Foto >Daniel Eilers / spomedis