Fuerteventura heißt "starker Wind"

Der Name Fuerteventura leitet sich ab von den Wörtern fuerte (stark) und viento (Wind). Einen Vorgeschmack darauf bekam unserer Herausgeber Frank Wechsel heute auf der Kanareninsel zu spüren.

Von > | 28. März 2017 | Aus: SZENE

Der Pool von Las Playitas auf Fuerteventura

Der Pool von Las Playitas auf Fuerteventura

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Tag 3 meines Trainigslagers bedeutet: Der letzte Tag vor dem Ruhetag. Also noch einmal alles geben? Nein, denn frühmorgens erreicht mich die mahnende Mail meines Coaches Marc Sauer von STAPS, ich möge es doch vor allem beim Laufen etwas ruhiger angehen lassen. Der gestrige Leuchtturmlauf? Kann man machen, muss man aber nicht.

Duell im Pool

Ich verspreche, es heute beim Schwimmen und Radfahren zu belassen. Also das allmorgendliche Ritual: In der ersten Dämmerung geht es hinunter an den Pool. Wieder Bahn 4. Wieder mit Rolf, meinem Sprintduellgegner von gestern. Zu spät, auch er hat mich schon erblickt. Umdrehen und kneifen wäre ein Zeichen von Schwäche. Also pünktlich um 7:30 Uhr rein ins Nass, das nicht kühl wirkt, weil die Luft hier auf den Kanaren nachts noch kühler ist. Einschwimmen, ganz viele Technikübungen. Und dann mittendrin ein Block, den ich zunächst nicht verstehe: 400 Meter, abwechselnd 50 Meter Rücken und 50 Meter Kraul ("Rolf, für dich auch gerne 500 Meter"). Doch die bezaubernde Kirsi als Coach am Beckenrand von unserem Reisepartner Hannes Hawaii Tours hat sich durchaus etwas dabei gedacht – denn auf der dritten Rückenbahn kriecht plötzlich die Sonne über den Berg und scheint uns mitten ins Gesicht. Wow, so wird das Training zum Genuss. Das Hochgefühl weicht wenige Minuten später, als noch vier Sprints zwischen 15 und 25 Metern Länge auf dem Programm stehen. Rolf strahlt, ich kämpfe – und verliere. Viermal. Immerhin: Nicht so deutlich wie gestern noch. Wir sind ja noch ein paar Tage hier.

Wundermittel in Tüten

Die erste Kaffeepause des Tages steht auf der Restaurantterrasse an. Nach vier Heißgetränken, Unmengen von Eiern und Speck und auch ein bisschen Müsli mit Obst geht es noch kurz bei den Mechanikern vorbei, etwas Carbonpaste abholen, um zu ermitteln, ob die gestrigen Knarzgeräusche von Mensch oder Material stammen. In ein Beutelchen füllt Jürgen mir das Schmiermittel. Schnell machten Gerüchte die Runde, dass es bei Jürgen kleine Beutelchen mit ominösen Inhalten gibt.

Vom Winde verweht

Ich verteile also die Carbonpaste gleichmäßig auf Sattelstütze und Knie und siehe da: Das Knarzen ist weg, welche Ursache auch immer es hatte. Und dann geht es hinaus – nach Fuerteventura, in den "starken Wind", wie der Inselname übersetzt heißt. Der Wind versaut schon in der ersten Stunde den Tagesschnitt, so dass die Routenplanung abgewandelt wird: Nach Ajuy soll es gehen, zu diesem netten kleinen Kaffee mit Blick auf die knallenden Wogen des Atlantik. Auf dem Rückweg von dort trennen sich die Wege von mir und meiner Begleitung: Ich fahre allein noch in den Süden der Insel, nun mit dem Wind im Nacken. Einsam ist es hier, rau und imposant – eine gute Gelegenheit, mal komplett vom hektischen Alltag der letzten Wochen abzuschalten. So wird Triathlon zum Lifestyle. Nach fast fünf Stunden und nicht einmal 110 Kilometern ist die windige Etappe zu Ende, der Lifestyle aber noch nicht.

Denn es geht zurück in den Pool, Bikinifotos shooten. Ich bin ja nicht zum Urlaubmachen hier. Auch morgen nicht, an meinem ersten Ruhetag dieses Trainingslagers. Er wird die Königsetappe in Sachen Fotoproduktion, so viel steht schon fest.

Franks Trainingslager auf Fuerteventura 2017

Las Playitas, Fuerteventura (Spanien)

Tag

Swim (km)

Bike (km)

Bike (HM)

Run

Total (h)

So., 26.3.

3,2

82,6

1.332

6,7

4:54

Mo., 27.3.

2,5

92,9

1.473

12,1

5:59

Di., 28.3.

2,5

109,0

1.541

5:48

Mi., 29.3.

0:00

Do., 30.3.

2,2

87,0

1.363

3,7

4:47

Fr., 31.3.

2,3

120,7

1.246

5:42

Sa., 1.4.

82,3

993

5,0

4:01

So., 2.4.

200,5

2.949

7:57

Mo., 3.4.

2,4

0:54

Summe

15,1

775,0

10.897

27,5

40:02

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