Gajer gewinnt Challenge Walchsee, Angert Zweiter

Mit Vollgas zurück zum Selbstvertrauen: Julia Gajer hat nach mehreren verkorksten Mitteldistanz-Rennen bei den ETU-Europameisterschaften im Rahmen der Challenge Walchsee-Kaiserwinkl wieder zurück in die Erfolgsspur gefunden. Auch Florian Angert überzeugte.

Von > | 5. September 2016 | Aus: SZENE

Julia Gajer | Julia Gajer gewinnt die Challenge Walchsee 2016.

Julia Gajer gewinnt die Challenge Walchsee 2016.

Foto >Srdjan Stevanovic / Getty Images

Es kommt wie eine Aufbauhilfe genau zum richtigen Zeitpunkt: Rund einen Monat vor dem Ironman Hawaii hat Julia Gajer ihre kleine Negativsträhne auf der Mitteldistanz beendet und die Challenge Walchsee für sich entschieden. Nach vorzeitigen Ausstiegen bei den Challenge-Rennen im Kraichgau und in Heilbronn hat die Deutsche in ihrer neuen Wahlheimat keinen Zweifel an ihrer Überlegenheit gelassen.

Gajer setzt auf Offensive

Speziell auf dem Rad machte Gajer deutlich, dass ihre Form für das Highlight auf Hawaii bis hierhin zu stimmen scheint: Die 34-Jährige setzte am Walchsee auf ihren Trainingsstrecken sofort auf Offensive und sich von den Konkurrentinnen ab. Fast fünf Minuten Vorsprung hatte sie zum Ende der etwa 85 Radkilometer auf die verurteilte Dopingsünderin Lisa Hütthaler (AUT), die zuvor beim Schwimmen viel Zeit auf Gajer verloren hatte, und sogar fast sieben Minuten auf Kim Morrison (GBR) und Maja Stage Nielsen (DEN). Diesen Vorsprung musste Gajer beim Laufen nur noch über die Bühne - und tat das problemlos, um sich in 4:18:29 Stunden über eine Minute vor der stark auflaufenden Maja Stage Nielsen den Sieg zu sichern. Die deutsche Agegrouperin Lena Berlinger und Svenja Thoes knackten als Achte und Neunte ebenfalls die Top-Ten.

Molinari stürmt vor, Angert hinterher

Nach oben zeigt die Ergebnis-Kurve auf der Mitteldistanz auch bei Florian Angert: Nach seinem zweiten Sieg in der Gesamtwertung des Rhein-Neckar-Cups, der vorwiegend aus Rennen über die olympische Distanz besteht, scheint der aus Weinheim stammende und in Gießen lebende Student auch auf der nächstlängeren klassischen Triathlondistanz anzukommen. So sorgte er am Walchsee schon in seiner Paradedisziplin für Aufsehen: Als früherer Schwimmer löste er sich auf den 1,9 Kilometern um rund 50 Sekunden von den schnellsten anderen Profi-Athleten, zu denen auch der Italiener Giulio Molinari gehörte.

Der brauchte auf dem Rad anschließend nur rund 20 Kilometer, um Angert hinter sich zu lassen - konnte seine Sturm-Fahrt aber nicht in gleichem Maße fortsetzen und musste sich beim zweiten Wechsel mit eineinhalb Minuten Vorsprung auf Angert und dreieinhalb Minuten auf Thomas Steger (AUT) begnügen. Das aber reichte, um am Walchsee zu triumphieren. Zwar lief Angert noch einmal bis auf weniger als eine Minute Abstand an Molinari heran, am Ende hatte der Italiener aber den längeren Atem und gewann den Europameistertitel vor dem jungen Deutschen, der nach Rang elf beim Ironman 70.3 Rügen 2015 und Platz sieben bei der Challenge Heilbronn seinen bislang größten Erfolg auf der Mitteldistanz feierte. Dritter wurde der Österreicher Thomas Steger. Julian Mutterer (7.) und Dominik Sowieja (9.) komplettierten die Top-Ten aus deutscher Sicht.