"Gegen diese Raketen anzutreten, macht mich stolz"

Selbst ein zweifacher 70.3-Weltmeister wie Michael Raelert hat Respekt vor dem, was ihn bei der ersten Challenge-Meisterschaft nach dem Startschuss erwartet. Der Hamburger über Titel, Kohle und Raketen.

Von > | 2. Juni 2017 | Aus: SZENE

Michael Raelert findet den flachen Radkurs alles andere als einfach.

Michael Raelert findet den flachen Radkurs alles andere als einfach.

Foto >Peter Jacob / spomedis

Michael Raelert, morgen geht es in Samorin um die erste Challenge-Meisterschaft. Welchen Stellenwert hat dieses Rennen für Sie?
Wenn man sich irgendwo selbst beweisen will, dann hier. Auf der Halbdistanz gibt es momentan keine stärkeren Athleten. Die sportliche Wertigkeit ist enorm. Das Rennen wird eine echte Hausnummer. Gegen Raketen wie Brownlee und Murray anzutreten, macht selbst einen alteingesessenen Profi wie mich stolz.

Welche Rolle spielt es für Sie, dass es einen Titel zu gewinnen gibt?
Titel sind Titel, und die sind immer schön. Aber für mich ist wichtiger, dass die besten Athleten zusammenkommen. Und das sind dann meist Titelrennen oder solche, bei denen ganz viel Kohle ausgeschüttet wird. Wenn du die besten Athleten hast, dann kannst du es nennen wie du willst. Von mir aus auch Wald- und Wiesenrennen. Der Titel wäre schön, aber die sportliche Wertigkeit ist das, was zählt.

Was sagen Sie zur Strecke?
Viele meinen ja, flache Kurse seien einfacher. Aber du musst die ganze Zeit Output haben, und das ist auch wieder anstrengend. Am Berg fährst du hoch und rollst dann runter. Es wird natürlich schnell werden, es wird hart werden, und wer als Erstes im Ziel ist, hat gewonnen. Klingt doof, ist aber so.

Was muss am Samstag rauskommen, damit Sie sagen, das war ein guter Tag?
Natürlich möchte ich gewinnen, sonst wäre ich nicht hier. Aber ich muss auch Realist sein. Mein Training hat noch nicht den Effekt gezeigt, den es zeigen sollte. Ich hoffe, der Schwung kommt jetzt oder bei der EM 70.3 in Dänemark oder in Frankfurt.