Gelingt Michael Raelert der Heimsieg?

Am Sonntag findet zum ersten Mal der Ironman Hamburg statt. Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen gibt es gute Chancen auf einen deutschen Sieg bei der Premiere.

Von > | 10. August 2017 | Aus: SZENE

Gelingt es Michael Raelert am Wochenende, seine starke Mitteldistanz-Form auch auf die Langstrecke zu übertragen?

Gelingt es Michael Raelert am Wochenende, seine starke Mitteldistanz-Form auch auf die Langstrecke zu übertragen?

Foto >Peter Jacob / spomedis

Seit Monaten wird die Ironman-Premiere in Hamburg mit Spannung erwartet. Am Sonntag ist es endlich soweit. Um 6:40 Uhr starten die männlichen Profis auf die 226 Rennkilometer, drei Minuten später gehen die Frauen in ihren Wettkampf. Ab 6:50 Uhr werden die rund 2.500 Agegrouper mit dem Rolling Start ins Wasser gelassen. Geschwommen wird in der Binnen- und Außenalster. Nach etwa 2,6 Kilometern müssen die Athleten einen Landgang absolvieren, bevor es auf die zweite, 1,2 Kilometer lange Runde geht. Auf den zwei Radrunden geht es jeweils zweimal über die Köhlbrandbrücke, durch die Hamburger Innenstadt und das südliche Umland der Hansestadt. Rund 1.000 Höhenmeter müssen auf dem Radkurs überwunden werden, bevor es auf die vier Laufrunden an der Alster geht. 

Deutscher Sieg bei der Premiere?

Im männlichen Profifeld werden die Augen vor allem auf Michael Raelert gerichtet sein. Der 36-Jährige wohnt seit diesem Frühjahr in Hamburg und will sich am Sonntag vor heimischer Kulisse für sein Rennen beim Ironman Frankfurt revanchieren, wo er den Wettkampf auf der Radstrecke wegen Krämpfen vorzeitig aufgeben musste. Körperlich scheint Raelert in Form zu sein. Seine Ergebnisse aus den Rennen vor Frankfurt zeigten, dass der jüngere Raelert-Bruder wieder auf Weltklasse-Niveau agieren kann. Besonders beim Challenge-Rennen in Samorin und bei seinem Sieg der Ironman-70.3-EM zeigte Raelert im früheren Saisonverlauf seine Klasse. Für Raelert geht es allerdings nicht nur um den Sieg. In erster Linie möchte er sich noch für die diesjährige Ironman-WM auf Hawaii qualifizieren. Dafür würde dem zweimaligen Ironman-70.3-Weltmeister aller Voraussicht nach eine Top-5-Platzierung reichen. "Der Start in Hamburg ist mir wichtiger als die Ironman-70.3-WM dieses Jahr. Je nach Erholung werde ich vielleicht trotzdem dort ins Rennen gehen, kann den Wettkampf dann aber nicht mehr vernünftig vorbereiten. Für mich ist es aber entscheidender, endlich auf der Langdistanz durchstarten zu können", sagt Raelert im Vorfeld. 

Konkurrenz bekommt der dreimalige Ironman-70.3-Europameister unter anderem aus dem eigenen Land. Markus Fachbach, Horst Reichel, Alexander Schilling und Markus Liebelt gehen ebenfalls ins Rennen und sind alle Kandidaten für eine vordere Platzierung. Die internationale Konkurrenz ist auf dem Papier zwar stark, allerdings ist unklar, wer von den gemeldeten Athleten am Sonntag wirklich an der Startlinie stehen wird. Unter anderem stehen der extrem schnell laufende Brite Ritchie Nicholls, Antony Costes (FRA), Christian Birngruber (AUT), Mike Schifferle (SUI) und Pedro Gomes (POR) auf der Meldeliste. Dort sind auch die beiden sehr starken Athleten James Cunnama aus Südafrika und Giulio Molinari aus Italien zu finden. Cunnama absolvierte allerdings am vergangenen Sonntag während seines Höhentrainingslagers in St. Moritz als Testwettkämpfe eine Triathlon-Sprintdistanz und einen Duathlon innerhalb von wenigen Stunden, was gegen einen Start in Hamburg sprechen könnte. Auch Molinari befindet sich – seinen Social-Media-Posts nach zu urteilen – noch im Trainingslager und könnte deshalb auf den ursprünglich geplanten Start verzichten. 

Deutsches Trio gegen Eva Wutti

Im Frauenfeld geht Eva Wutti als Top-Favortin ins Rennen. Anfang Juli konnte die 28-Jährige bereits ihr Heimrennen, den Ironman Klagenfurt, für sich entscheiden. Spannend bleibt, ob sich die Österreicherin nur sechs Wochen nach ihrem Ironman-Sieg erneut in derartig starker Verfassung präsentieren kann. Wuttis Konkurrenz kommt vor allem aus Deutschland. Besonders Daniela Sämmler und Kristin Möller können sich ebenfalls gute Chancen auf den Sieg ausrechnen. Auch Verena Walter ist eine vordere Platzierung zuzutrauen. Für Deutschland gehen außerdem Franziska Bossow, Annabel Diawuoh und Angela Kuehnlein ins Rennen.  

2015 gewann Daniela Sämmler den Ironman Mallorca. Steht die Deutsche am Sonntag in Hamburg wieder ganz oben auf dem Podium?

2015 gewann Daniela Sämmler den Ironman Mallorca. Steht die Deutsche am Sonntag in Hamburg wieder ganz oben auf dem Podium?

Foto >Getty Images for Ironman