Gomez gewinnt WM-Titel, Kienle verpasst Podest

Javier Gomez hat sich seinen zweiten Ironman-70.3-Weltmeistertitel gesichert. Die Deutschen verpassten eine Medaille, erkämpften aber drei Top-Ten-Platzierungen.

Von > | 10. September 2017 | Aus: SZENE

Javier Gomez | Javier Gomez ist Ironman-70.3-Weltmeister.

Javier Gomez ist Ironman-70.3-Weltmeister.

Foto >Peter Jacob / spomedis

Wenn der Tennessee River am Rennmorgen viel Strömung habe, könne man ihn eigentlich schon aus der Verlosung um die Top-Platzierungen nehmen, hatte Sebastian Kienle im Vorfeld der Ironman-70.3-Weltmeisterschaften in Chattanooga erzählt. Und tatsächlich begann das Rennen für den Mühlackerer mit einem Dämpfer: Über vier Minuten verlor der zweimalige Weltmeister über diese Distanz auf die schnellsten Schwimmer Ben Kanute (USA) und Javier Gomez, über drei Minuten auf deren erste große Verfolgergruppe mit Tim Don (GBR) und Maurice Clavel, sowie über eineinhalb Minuten auf Andreas Dreitz.

Kanute versucht es im Alleingang

Auch wenn es zu diesem Zeitpunkt nicht gut für ihn aussah: Kienle selbst nahm sich trotzdem noch nicht aus der Verlosung. Nach den schwierigen ersten zwölf Radkilometern, auf denen auch die Spitzenleute schnell loslegten, begann Kienle, aufzuholen. Bald begleitet unter anderem von Andreas Dreitz arbeitete er sich auf der welligen Radstrecke näher an eine sich bildende Spitzengruppe um Gomez und Clavel heran - in der aber einer fehlte. Denn der Amerikaner Ben Kanute hatte sich mit dem ersten Wechsel von Gomez abgesetzt, suchte sein Heil in der Offensive und löste sich schon auf den ersten 35 Kilometern um rund vier Minuten von den nächsten Verfolgern.

Diese bekamen nach rund 50 Kilometern Zuwachs von den nächsten Verfolgern um die Zugpferde Kienle und Dreitz, sodass eine elf Mann große Gruppe den Solisten Kanute jagte - was speziell für Kienle und Clavel keine befriedigende Situation war. Die beiden Schützlinge von Coach Lubos Bilek versuchten mehrfach, sich mit Attacken zu lösen, doch hatten damit keinen Erfolg. So wechselte die Verfolgergruppe geschlossen auf den abschließenden, sehr anspruchsvollen Halbmarathon, mit einem Rückstand von weiterhin rund vier Minuten auf Ausreißer Kanute.

Drei Deutsche knacken die Top-Ten

Dieser ist häufig auch auf der ITU-Kurzdistanz aktiv, wo er bei seinem jüngsten Rennen in Montreal auf den abschließenden zehn Laufkilometern gegenüber Javier Gomez über zweieinhalb Minuten verloren hatte. Nun war die Laufstrecke mehr als doppelt so lang, äußerst anspruchsvoll - und doch hielt sich der Amerikaner in seinem Heimatland wacker. Gomez schüttelte zwar bald Kienle und die weiteren Konkurrenten ab, brauchte aber über zehn Kilometer, um zu Kanute aufzuschließen. 

"Ich bin offensiv angegangen, um Ben schnell einzufangen. Auf den letzten Kilometern ging es danach auch für mich nur noch ums Überleben", sagte Gomez im Ziel. Das spiegelte sich auch in seinem Tempo wider: Hatte er auf den ersten etwas mehr als zehn Kilometern vier Minuten auf Kanute herausgeholt, kamen bis zur Ziellinie nur noch 1:20 Minuten dazu - was aber zum souveränen Gewinn seines zweiten Ironman-70.3-Weltmeistertitels reichte. 

Kanute verteidigte seinen zweiten Platz vor heimischem Publikum erfolgreich, wogegen Sebastian Kienle nach offensivem Start auf die Laufstrecke bald Platzierungen verlor. Zwischenzeitlich auf Rang drei hinter Javier Gomez laufend, stürmten erst Tim Don, später auch Sam Appleton (AUS) an dem Deutschen vorbei und verwiesen ihn auf den fünften Rang. Nur wenige Sekunden hinter ihm erreichte nach einem konstanten Lauf völlig erschöpft Maurice Clavel das Ziel als Sechster. Auch Andreas Dreitz knackte als Achter die Top Ten. Patrick Dirksmeier erreichte das Ziel auf Platz 23.

Ironman 70.3 World Championships 2017

  1. September 2017, Chattanooga (USA)

Name

Nation

Gesamt

1,9 km Swim

90 km Bike

21,1 km Run

1

Javier Gomez

ESP

3:49:45

24:09

2:12:27

1:10:30

2

Ben Kanute

USA

3:51:07

24:05

2:08:11

1:16:24

3

Tim Don

GBR

3:52:00

25:00

2:11:14

1:13:05

4

Sam Appleton

AUS

3:53:34

25:02

2:11:02

1:14:41

5

Sebastian Kienle

GER

3:54:46

28:23

2:07:46

1:16:04

6

Maurice Clavel

GER

3:55:18

25:08

2:11:03

1:16:38

7

Tyler Butterfield

BER

3:56:22

25:20

2:10:40

1:17:32

8

Andreas Dreitz

GER

3:56:34

26:40

2:09:17

1:17:15

9

Ivan Tutukin

RUS

3:56:55

26:26

2:15:01

1:12:54

10

Pieter Heemeryck

BEL

3:57:38

25:29

2:11:03

1:18:32

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