Gómez und Ryf dominieren in Dubai

Er ist zurück: Javier Gómez hat das Ende seiner Verletzungspause in Dubai mit einem Sieg gekrönt. Zwar wehrte sich Josh Amberger lange, am Ende hatte der Australier aber das Nachsehen. Bei den Frauen präsentierte sich Daniela Ryf überlegen.

Von > | 27. Januar 2017 | Aus: SZENE

Daniela Ryf entscheidet den Ironman 70.3 Dubai erneut für sich

Daniela Ryf entscheidet den Ironman 70.3 Dubai erneut für sich

Foto >Charlie Crowhurst / Getty Images

Javier Gómez hat nun eine möglicherweise einmalige Chance: Mit dem Sieg beim Auftaktrennen der "Triple Crown", beim Ironman 70.3 Dubai, hält sich Gómez den Gewinn einer Prämie in Höhe von einer Million Dollar offen, die er erhält, sofern er alle beiden (noch nicht kommunizierten) übrigen Serienrennen ebenfalls gewinnt. Noch wichtiger dürfte es dem Galizier allerdings gewesen sein, in Dubai allen anderen und sich selbst zu zeigen, dass er sich auf bestem Wege zurück zu alter Form befindet: Nach seiner Ellbogenverletzung, die ihn die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016 kostete, wirkte Gómez souverän wie eh und je.

Gómez und Wild pflügen durchs Feld

Nur einer rüttelte in Dubai an Gómez' Vormachtsstellung: Wie schon im vergangenen Jahr, als er es als einziger ernsthaft mit dem Sieger Jan Frodeno aufzunehmen versuchte, setzte in den ersten beiden Disziplinen der Australier Josh Amberger Akzente. Beim Schwimmen löste er sich zunächst um über 30 Sekunden von den ersten Verfolgern um Javier Gómez, Manuel Küng (SUI) und Christian Kramer, während Per Bittner und der 70.3-WM-Dritte Ruedi Wild (SUI) sogar über zwei Minuten verloren. Dann wurde Amberger auf dem Rad zwar zunächst gestellt - das lag aber nicht daran, dass er etwa gebummelt hätte. Denn als nach 22 Kilometer acht Konkurrenten um Küng, Timothy O'Donnell und Javier Gómez zu Amberger aufschlossen, hatten andere, wie Christian Kramer, der beim Schwimmen in Schlagdistanz zu vielen dieser Athleten lag, schon zwei Minuten verloren.

Wenig später dünnte sich unter Ambergers Tempodiktat dann auch die Spitzengruppe weiter aus: Eine Fünfergruppe um Amberger, Tyler Butterfield (BER) und Manuel Küng stürmte vorne weg, die Verfolger um Javier Gómez hinterher. Rund drei Minuten verlor der dann neuntplatzierte Spanier bis zum zweiten Wechsel auf die dann noch drei Spitzenleute Butterfield, Amberger und Martin Jensen (DEN). Doch mit dem Start des Halbmarathons machte Gómez kontinuierlich Boden gut. Nach sieben Kilometern war er bis auf 1:20 Minute auf den Führenden Amberger herangelaufen, nach 14 Kilometern übernahm er die Spitzenposition und gab diese nicht mehr her. Dahinter verteidigte Josh Amberger wie schon im Vorjahr souverän den zweiten Rang. Im Kampf um den dritten Platz aber wurde es spannend: Denn beim Laufen pflügte der Schweizer Ruedi Wild von hinten durch das Feld und schob sich auf den letzten Metern noch an Tyler Butterfield vorbei auf den letzten Podestplatz.

Ironman 70.3 Dubai 2017 | Männer

  1. Januar 2017, Dubai (VAE)

Name

Land

Gesamt

1.9 km Swim

90 km Bike

21.1 km Run

1

Javier Gomez

ESP

3:42:21

24:11

2:03:52

1:10:44

2

Josh Amberger

AUS

3:44:38

23:40

2:01:10

1:16:01

3

Ruedi Wild

SUI

3:44:59

26:11

2:02:05

1:12:37

4

Tyler Butterfield

BER

3:45:10

24:31

2:00:14

1:16:13

5

David Plese

SVN

3:46:04

26:44

2:01:35

1:13:49

6

Bertrand Billard

FRA

3:46:45

26:35

2:01:26

1:15:00

7

Todd Skipworth

AUS

3:46:52

24:23

2:03:28

1:15:10

8

Jesper Svensson

SWE

3:47:22

24:12

2:03:45

1:15:59

9

Timothy O'Donnell

USA

3:47:53

24:28

2:01:11

1:18:24

10

Jaroslav Kovacic

SVN

3:48:06

24:34

2:03:14

1:16:39

11

Christian Kramer

GER

3:49:15

24:30

2:03:20

1:16:41

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Lehtonen rennt Barfuß-Halbmarathon

Das Rennen der Frauen wurde einmal mehr ein Triumphmarsch der Schweizerin Daniela Ryf. Beim Schwimmen verlor sie zunächst noch 40 Sekunden auf die Britin Lucy Charles, was Ryf und einige Konkurrentinnen auf dem Rad aber schnell egalisierten. Zusammen mit Catriona Morrison (GBR) und Ellie Salthouse (AUS) erarbeitete sie sich auf den ersten 70 Kilometern ein sattes Polster von über drei Minuten auf die schnellsten Konkurrentinnen um Kaisa Lehtonen (FIN) - dann konnte auch Salthouse dem Tempo ihrer beiden Begleiterinnen nicht mehr ganz folgen und verlor bis zum zweiten Wechsel noch eine Minute auf Ryf und Morrison. Lehtonen erreichte den Wechsel fünf Minuten nach den Führenden, Caroline Steffen folgte mit sechs und Laura Philipp als Neunte mit  insgesamt sieben Minuten Rückstand.

Beim Laufen ließ Daniela Ryf dann aber nichts mehr anbrennen, rannte Morrison schnell davon und souverän zu ihrem nächsten Sieg in Dubai. Ellie Salthouse arbeitete sich beim Laufen schnell wieder an Morrison vorbei auf den zweiten Rang und verteidigte diesen erfolgreich. Im Kampf um den dritten Rang wurde es noch einmal eng - mit glücklichem Ende für Sarah Crowley (AUS), die das Ziel vor Emma Pallant (GBR) erreichte. Bemerkenswert war allerdings auch der abschließende Lauf von Kaisa Lehtonen: Offenbar, weil die Finnin ihre Laufschuhe beim zweiten Wechsel nicht fand, lief sie kurzerhand barfuß - und das sogar ein paar Sekunden schneller als Siegerin Daniela Ryf. Lehtonen bescherte dieser außergewöhnliche Kampfgeist den fünften Platz.

Ironman 70.3 Dubai 2017 | Frauen

  1. Januar 2017, Dubai (VAE)

Name

Land

Gesamt

1.9 km Swim

90 km Bike

21.1 km Run

1

Daniela Ryf

SUI

4:01:40

26:45

2:09:52

1:20:22

2

Ellie Salthouse

AUS

4:04:05

26:42

2:11:04

1:21:19

3

Sarah Crowley

AUS

4:06:23

27:13

2:14:28

1:19:54

4

Emma Pallant

GBR

4:07:05

28:31

2:16:18

1:18:21

5

Kaisa Lehtonen

FIN

4:07:40

28:30

2:13:11

1:20:10

6

Caroline Steffen

SUI

4:09:51

27:02

2:15:45

1:22:28

7

Kirralee Seidel

AUS

4:11:46

27:14

2:15:46

1:24:21

8

Kimberley Morrison

GBR

4:12:25

28:33

2:08:21

1:31:10

9

Laura Philipp

GER

4:12:31

29:28

2:14:16

1:24:23

10

Lucy Charles

GBR

4:14:05

26:07

2:17:20

1:26:03

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