Gossage gewinnt, Thomschke und Konschak auf dem Podest

Katja Konschak hat bei ihrem zweiten Ironman binnen 14 Tagen zum zweiten Mal das Podium gestürmt und wurde in Großbritannien Dritte. In den USA wurde Ironman-70.3-Überflieger Lionel Sanders erstmals wieder geschlagen.

Von > | 18. Juli 2016 | Aus: SZENE

Lucy Gossage | Lucy Gossage gewinnt den Ironman UK.

Lucy Gossage gewinnt den Ironman UK.

Foto >Charlie Crowhurst/Getty Images

Wie viel Lucy Gossage dieser Triumph bedeutete, war der Britin im Ziel des Ironman UK unschwer anzusehen. In 9:26 Stunden hat die 36-jährige Lokalmatadorin ihren Vorjahreserfolg auf der anspruchsvollen Strecke in Bolton wiederholen können und die Zweitplatzierte Tine Deckers aus Belgien damit um fast 20 Minuten distanziert. Vor allem beim Marathonlauf, den sie in 3:08:20 Stunden in Tagesbestzeit der Frauen absolvierte, präsentierte sich Gossage überragend und distanzierte ihre Konkurrentinnen. Nur eine konnte auf den 42 Laufkilometern in ähnliche Dimensionen vordringen: Katja Konschak, Zweite beim Ironman in Frankfurt vor zwei Wochen, lief in 3:14:44 Stunden den zweitschnellsten Marathon des Tages und rannte damit noch auf den Bronzerang, nachdem sie zuvor auf dem Rad viel Zeit auf die beiden Spitzenfrauen verloren hatte: In 5:15:04 Stunden brummte Gossage Konschak auf den 180 Kilometern fast 40 Minuten auf. Mit dem dritten Platz dürfte Konschak sich ihrer erhofften Hawaii-Qualifikation nun sicher sein. Die Deutsche Kristin Möller stieg auf der Radstrecke aus, weil ihre Schaltung nicht mehr funktionierte. "Mein zweites DNF innerhalb von zwei Wochen. Ich kann es einfach nicht glauben", schrieb sie im Anschluss.

Auch auf Seiten der Männer entschied sich das Rennen beim Laufen. Hier ging es auf den ersten 184 Kilometern des Tages an der Spitze sogar enger zu als bei den Frauen: Der Este Kirill Kotsegarov und der Deutsche Markus Thomschke absolvierten die ersten beiden Disziplinen stets in Sichtweite zueinander an der Spitze des Feldes - nur der Ire Bryan Mccrystal konnte dem Duo auf dem Rad noch um einige Meter davoneilen. Beim Laufen hatten sie den aber schnell wieder gestellt - und verteidigten ihre Spitzenpositionen souverän. Kotsegarov kam mit dem abschließenden Marathon aber besser zurecht als Thomschke und sicherte sich rund neun Minuten vor Thomschke in 8:41:13 Stunden den Sieg. Dritter wurde der Kroate Andrej Vistica.

Racine: Lionel Sanders geschlagen

Eine faustdicke Überraschung gab es beim Ironman 70.3 Racine: Dem US-Amerikaner Matt Chrabot glückte es dort, die Siegesserie des scheinbar unaufhaltsamen Seriensiegers Lionel Sanders zu beenden. Und das, obwohl dessen schwächste Disziplin wegen schlechter Wetterbedingungen gestrichen wurde: Das Schwimmen wurde in Racine ersatzlos abgesagt und das Radfahren, ebenfalls wegen der schlechten Bedingungen, auf rund 50 Kilometer verkürzt. Nur der Halbmarathon wurde wie geplant gelaufen. Sanders setzte auf dem Rad auch wie gewohnt Akzente und sich um drei Minuten vom schnellsten Verfolger Chrabot ab - beim Laufen aber erwischte der Kanadier einen ungewöhnlich schwachen Tag, lief in 1:17:15 Stunden über vier Minuten langsamer als Chrabot und musste sich so mit dem zweiten Rang zufrieden geben. Das Rennen der Frauen gewann Lauren Barnett vor Sarah Piampiano und Sarah Haskins (alle USA).