Hall und Murray gewinnen Weltcup-Auftakt, Zipf stürzt

Beim ersten Weltcup der Saison in Kapstadt präsentierten sich die Lokalmatadoren stark: Vor heimischem Publikum sorgten Südafrikas Triathlon-Männer für einen Dreifach-Triumph. Jonathan Zipf stürzte in aussichtsreicher Position.

Von > | 12. Februar 2017 | Aus: SZENE

Foto >Greg Beadle / triathlon.org

Als Bestandteil der World Triathlon Series stand der Triathlon in Kapstadt unter keinem guten Stern. Vor allem das wiederholt extrem kalte Wasser, in das die Organisatoren zumindest die Profis schickten, sorgte für Diskussionen - und dafür, dass einige Sportler das Rennen in Südafrika bewusst ausließen. Für 2017 schaffte es der Wettkampf nun gar nicht mehr in den Kalender der wertvollsten ITU-Serie, der World Triathlon Series. Immerhin wurde er aber Teil des Weltcup-Kalenders, der für viele Athleten vor allem aus der zweiten Reihe eine Möglichkeit zum Sammeln von Zuverdiensten, Rennpraxis und Punkten für die zur Startplatzvergabe in der WM-Serie wesentlichen Punktelisten darstellt.

Murray souverän, Klamer engagiert

Und zumindest für die Südafrikaner war die Eröffnung der Weltcupsaison in Kapstadt auch ein Prestige-Projekt - das sie entsprechend erfolgreich abschlossen. Alle drei Podestplätze gingen im Sprintrennen der Männer an die heimischen Sportler: Den Wettkampf entschied in einer Laufentscheidung Richard Murray für sich, obwohl der auf der Laufstrecke eine Zeitstrafe verbüßen musste, da er seinen Helm beim Wechsel nicht korrekt in seiner Box untergebracht hatte. Dahinter rannte Olympia-Bronzemedaillengewinner Henri Schoeman zu Silber - und ärgerte sich im Ziel, dass er zuvor den Wechsel verpatzt hatte: Er verlor dort rund zehn Sekunden auf Murray, was auch dem Abstand zwischen den beiden Südafrikanern beim Zieleinlauf entsprach. Im Kampf um Rang drei setzte sich Wian Sullwald gegen Raphael Montoya (FRA) und Lukas Pertl (AUT) durch. Auch der Deutsche Jonathan Zipf hätte wohl Top-Fünf-Chancen gehabt, beim Positionskampf wenige Meter vor dem zweiten Wechsel wurde er allerdings in einen Sturz verwickelt und gab das Rennen verletzt auf.

Im Gegensatz zum Männer-Sieger Murray gelten die beiden Top-Damen des Tages in Kapstadt nicht als besonders starke Läuferinnen - weshalb sie es auch gar nicht erst auf eine Laufentscheidung aus einer großen Gruppe heraus ankommen ließen. Die Britinnen Lucy Hall und Jessica Learmonth lösten sich beim Schwimmen von den Konkurrentinnen und nutzten die entstandene Lücke, um sich auf den 20 Radkilometern ein rund 80-sekündiges Polster zu erarbeiten. Nur Richard Murrays Partnerin Rachel Klamer (NED) wehrte sich auf dem Rad beharrlich gegen die beiden Britinnen an der Spitze und begrenzte ihren eigenen Rückstand auf die Spitze zum zweiten Wechsel als Solistin auf etwa 30 Sekunden. Diesem Engagement musste Klamer beim Laufen allerdings Tribut zollen und den dritten Platz an die Japanerin Ai Ueda abgeben, die mit der schnellsten Laufzeit des Tages kurz vor dem Ziel noch  an der Niederländerin vorbeistürmte. Den Sieg konnte aber auch Ueda den Britinnen Hall und Learmonth nicht mehr streitig machen. In einem Sprintfinish zwischen den beiden Britinnen konnte sich letztlich Hall knapp gegen Learmonth durchsetzen und ihren ersten Weltcupsieg feiern. Die Schweizerin Jolanda Annen wurde in Kapstadt Fünfte, die Österreicherin Julia Hauser Elfte. Deutsche Athletinnen waren nicht am Start.