"Ich hatte gehofft, beim Laufen mehr entgegensetzen zu können"

Es habe die nötige Frische für einen entscheidenden Vorstoß nach vorn gefehlt, analysiert Daniela Sämmler das Rennen nach ihrem zweiten Platz beim Ironman 70.3 Rügen.

Von > | 11. September 2017 | Aus: SZENE

Daniela Sämmler konnte auf dem Rad gut eineinhalb Minuten auf Anja Beranek gutmachen.

Daniela Sämmler konnte auf dem Rad gut eineinhalb Minuten auf Anja Beranek gutmachen.

Foto >Getty Images for IRONMAN

Du bist exakt zwei Minuten nach Anja Beranek aus dem Wasser gekommen. War das in etwa der Abstand, den du einkalkuliert hattest?
Ja, mir war klar, dass Anja zwischen eineinhalb bis zweieinhalb Minuten vor mir rauskommt. Ich konnte dann auf dem Rad zum Glück aufholen, wobei es hart war, weil ich erst nach 30 Kilometern den ersten Zeitabstand bekommen und bis dahin ohne Orientierung alleine gegen den Wind gearbeitet hatte. Bis zur Wechselzone konnte ich noch mehr Zeit gutmachen und hatte gehofft, dass ich Anja beim Laufen mehr entgegenzusetzen hätte. Ich muss aber sagen, dass sie eine wirklich starke Leistung gebracht hat.

Du hattest im Vorfeld gesagt, dass du hoffst, die Lücke auf dem Rad gering halten zu können. Jetzt bist du sogar eine knappe Minute schneller gefahren als Anja Beranek. Eine Bestätigung dafür, dass du einen großen Leistungssprung gemacht hast?
Ich bin vor allem im Vergleich zu meiner Radzeit aus dem letzten Jahr acht Minuten schneller gefahren. Beim Laufen ging nicht so viel heute, aber trotzdem war die Zielzeit besser als in 2016. Von daher war ich mit meiner Leistung sehr zufrieden, auch wenn ich natürlich gern gewonnen hätte.

Hat beim Laufen nach den anstrengenden letzten Wochen dann doch die Frische gefehlt?
Das soll jetzt wirklich nicht nach einer Ausrede klingen, aber ich glaube, das war definitiv ein Faktor. Zwei Halbmarathons innerhalb von einer Woche ist ein hartes Programm. Das kann gut gehen, kann aber auch dazu führen, dass der zweite Lauf etwas leidet.

Die Lücke zu Anja war relativ schnell auf über 2 Minuten angewachsen und nach hinten war der Abstand groß. Wie ist es, wenn man den gesamten Halbmarathon ohne wirklich Zugriff nach vorn und hinten allein läuft?
Ich habe auf den ersten beiden Runden noch gehofft, dass Anja vielleicht doch einbricht, aber musste einsehen, dass sie wirklich gut drauf war und konstant gelaufen ist. Ich habe mich dann irgendwann damit abgefunden und etwas rausgenommen. Immerhin geht es in drei Wochen schon beim Ironman Barcelona weiter.

So richtig viel musst du formtechnisch wahrscheinlich gar nicht mehr tun bis Barcelona, sondern vor allem zusehen, dass wieder etwas Frische zurückkommt, oder?
Ja genau, das wird das Wichtigste sein. Beim Schwimmen muss ich etwas aufpassen, weil es manchmal zum Ende der Saison hart wird, diese langen Einheiten zu schwimmen. Beim Radfahren und Laufen werde ich mich da wohl etwas leichter tun, aber insgesamt wird es sicherlich relativ ruhig werden, immerhin habe ich schon eine ganze Saison in den Beinen.