"Ich will ungeschlagen nach Frankfurt"

Nach Erfolgen auf Fuerteventura, in Buschhütten und in St. Pölten peilt Andreas Böcherer bei der Challenge Heilbronn seinen vierten Saisonsieg an. Der soll ihm das nötige Selbstvertrauen für den Ironman in Frankfurt verleihen. Selbst die Umwandlung des Rennens in einen Duathlon sieht Böcherer positiv.

Von > | 17. Juni 2016 | Aus: SZENE

Andreas Böcherer | Andreas Böcherer will in Heilbronn seinen vierten Saisonsieg feiern.

Andreas Böcherer will in Heilbronn seinen vierten Saisonsieg feiern.

Foto >Fabian Fiedler / spomedis

Andreas Böcherer, Sie haben zuletzt Rennen im Zwei-Wochen-Rhythmus bestritten: Sie haben bei der Challenge Fuerteventura gewonnen, den Buschhüttener Triathlon, den Ironman 70.3 St. Pölten und zuletzt im Kraichgau einen Ausflug in die Triathlon-Bundesliga gewagt. Wie frisch sind Sie jetzt vor dem Rennen in Heilbronn?

Schon relativ frisch. Nach dem Rennen im Kraichgau bin ich für fünf Tage zu meinem Trainer Lubos Bilek an den Zürichsee gefahren und habe unter seiner Aufsicht noch einmal einige Akzente gesetzt. Anfang der Woche haben wir dann aber rausgenommen und seitdem etwas Luft an die Beine kommen lassen. Ich denke daher, dass ich am Sonntag wieder ganz gut drauf sein werde.

An Heilbronn haben Sie beste Erinnerungen: Sie haben hier bereits zwei Mal gewonnen. Wie würden Sie den Kurs charakterisieren?

Wenn man die Radstrecke mit dem Kraichgau vergleicht, dann würde ich sagen, dass Heilbronn giftiger ist. Im Kraichgau sind die Anstiege eher etwas länger und gemäßigter, hier kommen sie kürzer und steiler. Als Freiburger liegt mir das. Ich bin es gewohnt und deshalb ganz gut darin, auf dem Rad immer mal wieder zu überdrehen und in den roten Bereich zu gehen. Das hat sich ja im vergangenen Jahr bestätigt, als ich den anderen hier auf dem Rad Zeit aufbrummen konnte.

Mittlerweile, so scheint es, können Sie Rennen aber auch beim Laufen gewinnen. Das gelang Ihnen bei der Challenge Fuerteventura - und scheint Ihnen viel bedeutet zu haben ...

Das war eine wichtige Erfahrung. Vor allem, weil ich auf Fuerteventura auf dem Rad technische Probleme hatte und sich das Laufen danach erst einmal gar nicht gut angefühlt hat. Aber nachdem ich da etwas herumgestolpert war, kamen die Beine langsam wieder und ich konnte zulegen und mich sogar noch an die Spitze schieben. Das war tatsächlich etwas Neues für mich und hat für mich persönlich viel bewegt. Das habe ich schon in St. Pölten gemerkt. Dort bin ich mit drei Minuten Vorsprung vor Ruedi Wild vom Rad gestiegen. Normalerweise hätte ich in dem Fall gedacht: Puh, puh, puh - jetzt wird es verdammt hart. Aber mit dem Selbstvertrauen von Fuerteventura hatte ich gar keinen echten Zweifel daran, dass ich das Ding jetzt nach Hause laufe.

Insofern kommt es Ihnen ja vielleicht gar nicht ungelegen, dass das Rennen am Sonntag zu einem Duathlon umgewandelt wurde und anfangs fünf Kilometer gelaufen werden, oder?

Ich hätte gerne einen Triathlon gemacht, aber die Organisatoren haben die richtige Entscheidung getroffen und ich nehme es natürlich, wie es kommt. Aber tatsächlich kann es für meine Form beim Ironman in Frankfurt in zwei Wochen sogar ganz gut sein, dass die Laufbelastung am Sonntag etwas happiger ausfällt. Der Marathon ist eben doch verdammt lang, da kann der Belastungsreiz von 26 Wettkampfkilometern helfen. Und auch das Selbstvertrauen, das man dort sammeln kann.

Haben Sie bereits Duathlon-Erfahrungen gesammelt? Was glauben Sie, wie Sie die ersten fünf Kilometer angehen müssen?

Naja, ich war im Winter beim Duathlon in Murr. Aber diese Distanz ist auch für mich etwas Neues. Was die ersten fünf Kilometer angeht, bin ich nun noch glücklicher über meinen Bundesliga-Start über die Sprintdistanz im Kraichgau. Dieses Rennen könnte mir am Sonntag helfen, die ersten fünf Kilometer gut wegzustecken. Ich denke, dass wir dort schon sehr zügig zur Sache gehen werden. Wer zu intensiv angeht, könnte das aber noch bereuen.

Nach dem Rennen bleiben Ihnen noch zwei Wochen bis zum Highlight in Frankfurt. Kann man im Training bis dahin noch wirklich etwas bewegen?

Man kann dann auf jeden Fall noch viel kaputtmachen. Ansonsten ist das Training damit aber eigentlich durch. Jetzt geht es vor allem noch um den Kopf und das Selbstvertrauen, deswegen ist mir das Rennen am Sonntag wichtig. Ich will gewinnen. Denn zu wissen, dass ich in "meinen" Rennen - Sprintdistanzen also ausgeklammert - in dieser Saison ungeschlagen bin, würde mir in den Tagen vor und auch während des Rennens in Frankfurt gut tun.