Im Interview mit Laura Philipp

Marieke von Racing Aloha hat mit Laura Philipp über ihr Verhältnis zu Trainer (und Freund) Philipp Seipp und ihre Langdistanz-Ambitionen gesprochen.

Von > | 31. August 2017 | Aus: SZENE

Laura Philipp (rechts) im Gespräch mit Marieke von Racing Aloha.

Laura Philipp (rechts) im Gespräch mit Marieke von Racing Aloha.

Foto >Privat

Laura Philipp im Interview

Anfang des Jahres hast du ein eher unbekanntes Trainingsdomizil ausgewählt. Warum das spanische Palamos?
Ich fand es super angenehm, weil die meisten im Januar dann doch auf den Kanaren sind. In Palamos trifft man auf viele Radteams und das ist zur Abwechslung auch mal nicht schlecht. Vor allem, wenn man auf Lanzarote in solchen Clubs ist, wo sich viele Triathleten tummeln, denkt man oftmals, man macht viel zu wenig und konzentriert sich nicht nur auf sich selbst. Die Bedingungen in Palamos sind auch ideal und man hat immer eine Schwimmbahn für sich und auch sonst sind die Bäder in Spanien immer top durchgeleint.

Wie ich auf deinen Bildern bei Social Media sehen konnte, warst du dort auch eher mit jungen Buben unterwegs. Wie hat dich das weitergebracht?
Mir macht es total viel Spaß mit Jungs zu trainieren, natürlich muss ich oft ganz viel hinten fahren. Aber grad am Berg, wo dann wirklich Watt/Kilogramm zählt, wittere ich  eine Chance und hab dann auch großen Spaß daran, denen ein bisschen wehzutun. Das motiviert natürlich ungemein. Menschlich gesehen war in Palamos einfach eine super nette Truppe zusammen, und klar weiß ich auch, dass die eigentlich viel schneller sind als ich, aber es gibt viele Einheiten, die man zusammen absolvieren kann.

Ich habe großen Spaß daran, den Jungs am Berg ein bisschen wehzutun

Dein Trainer Philipp Seipp ist auch gleichzeitig der Mann an deiner Seite. Was macht eure Beziehung so besonders?
Das Witzige ist, dass er angefangen hat, mich zu trainieren, weil ich einfach immer gemacht habe, was ich wollte. Das hat er nicht mehr ertragen. Deswegen hat er mir einfach mal einen Plan geschrieben und ich hab mich dadurch so schnell verbessert, dass das dann letztendlich Argument genug war, seinem Befehl zukünftig zu folgen. Oft ist es auch der Fall, dass er mir sagt, ich soll einen Gang zurückschalten. Ein Motivationsproblem hab ich nämlich eigentlich selten. Letztendlich bin ich super glücklich, dass ich ihn habe und ich glaube, dass das auch ein Grund für meinen Erfolg ist. Aber man muss natürlich aufpassen, dass es nicht 24 Stunden am Tag nur um Triathlon geht. Man hat ja schließlich auch eine Beziehung.

Was macht Philipp als Trainer aus?
Das ist jetzt eine gute Frage, da ich noch nie unter einem anderen Coach trainiert habe. Aber ich bekomme natürlich auch in Trainingslagern oder im Austausch mit anderen Athleten mit, was ihre Trainer sie so trainieren lassen. Ich glaube, das Besondere bei ihm ist, dass er auch wirklich selbst Triathlon gemacht hat und deswegen weiß, wie sich bestimmte Sachen anfühlen. Gerade trainiert er auch Nils Frommhold und hat somit bewiesen, dass er jemanden zu einer erfolgreichen Langdistanz führen kann. Man muss also nicht eine Beziehung ihm führen, damit das Training funktioniert. Außerdem hab ich den Eindruck, dass ich viel weniger Umfang als die meisten trainiere, sondern ganz bewusst lockere und intensive Einheiten trenne. Meine Intervalle sind zum Beispiel nie länger als zehn Minuten. Dadurch versuchen wir, mich frisch zu halten, so dass ich nicht nur im Training abliefern kann, sondern auch im Wettkampf dann noch mal eine Schippe drauflegen kann. Arbeiten tun wir viel mit Leistungsdiagnostiken, wo vielleicht auch viele darauf verzichten oder die Daten auch nicht richtig auswerten können. Da hat Philipp sich in der Zwischenzeit zu einem kleinen Experten entwickelt. Ansonsten tauscht er sich gern auch mit den anderen Trainern aus und probiert so die perfekte Mischung fürs Training zu finden.