Ironman auf Stollenreifen: Cape Epic, wir kommen

Das Cape Epic ist ein Extrem-MTB-Rennen in Südafrika und zieht jedes Jahr die Härtesten unter den Harten an. Und Till Schenk. Da das Rennen nach der Übernahme durch Ironman näher an die Triathlonszene gerückt ist, bloggen Schenk und sein Mitfahrer Stefan Zelle ab sofort darüber.

Von > | 17. Oktober 2016 | Aus: Szene

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Till Schenk: Moderator, Blogger, Gefahrensucher

Foto > ICAN Triathlon

"13. März 2016. Die Sonne brennt auf die Weinberge, die Rotoren der Hubschrauber brummen in der Luft, trockener Staub liegt auf der Lunge. Im Kampf Mann gegen Moutainbike jage ich im Trailschuh den Hügel hinauf, in der Hoffnung die erste Trail-Traverse des Tages zu erreichen, ehe die Deutschen Fahrer um Manuel Fumic, Tim Böhme und Karl Platt vorbeigeflogen kommen. Oben angekommen, rast das Herz in der Luge, aber das spektakulär vor mir im Tal liegende Meerendal Wine Estate lässt mich das für einen kurzen Moment vergessen, ehe das Surren der Helikopter mich wieder in die Realität zurück holt. Sekunden später schiessen Tim Böhme und Simon Stiebjahn als Team Bulls 2 über die Kuppe, immer dicht gefolgt von den Heklikopterkameras, die keine Sekunde des Cape-Epic-Prologs verpassen wollen.” 

Seit dem ich das gelesen habe, was mir klar: Das will ich auch! Staub auf der Lunge, unbändiges Laktat in den Beinen und acht Tage innerer Kampf zwischen gutem und bösem Schweinehund auf den spektakulärsten Trails des Südafrikanischen Kaps. Schnell fand sich mit meinem Freund Stefan Zelle vom Radlabor in Frankfurt ein williger Partner für das vorgeschriebene Zweierteam, und während seine Erzählungen mich auf der einen Seite in Angst und schrecken versetzten, wuchs gleichermassen die innere Sucht, den Traum Cape Epic Wirklichkeit werden zu lassen. 

"Das ist das härteste, was ich je gemacht habe" und "Ich musste am ersten Tag schon geschoben werden" waren die Dinge, die ich von Stefan, der das Epic 2010 schon gemacht hat, zu hören bekam. Dazu muss man wissen, dass Stefans Beine mit Super Plus betankt werden, meine mit billigem Fusel von der Tankstelle. 

Glücklicherweise teilen Stefan und ich eine Eigenschaft. "Deckel auf, Hirn raus, Deckel zu" ist das Prinzip unserer sportlichen Herausforderungswahl. Schließlich ist der größte Reiz an diesem Rennen, neben der unglaublichen Landschaft und dem Unbekannten, vor allem die sehr realistische Chance zu scheitern ... und natürlich die Frage, ob nach der Übernahme des Rennens durch Ironman mein Moderationskollege Paul Kaye es sich verkneifen kann, uns mit einem freundlichen ‘You are an Epic Man’ im Ziel willkommen heißen wird. 

Letzte Woche kam er dann. Der Anruf, dass wir als fahrende Journalisten angenommen worden sind. Ich hätte nicht erwartet, dass die Chance, den Traum zu erfüllen, so schnell vor der Türe stehen würde, aber jetzt heißt es: Leiden, trainieren, frieren, planen und freuen. Sechs mehr oder minder kalte Monate stehen uns bevor, um uns auf die Hitze, die Berge und die Staublungen Südafrikas vorzubereiten. 

Auf tri-mag.de werden wir in den kommenden sechs Monaten unser Leiden und unsere Motivation mit euch teilen. Wir freuen uns über jeden, der das Abenteuer mit uns auf diesem Wege begleitet.

Auf ein episches Epic.