Ironman verlängert Schwimmdistanz

Um dem Missverhältnis von Lauf-, Rad- und Schwimmdistanz gegenüber der Olympischen Distanz Rechnung zu tragen, verlängert Ironman die Schwimmdistanz nach der Ironman-WM 2017. Das Ziel: Die Triathlon-Langdistanz mittelfristig bei den Olympischen Spielen zu etablieren.

Von > | 1. April 2017 | Aus: SZENE

Teilnehmer des Ironman Hawaii 2016 warten auf die Startfreigabe.

Teilnehmer des Ironman Hawaii 2016 warten auf die Startfreigabe.

Foto >Nils Flieshardt / spomedis

April, April!

Aus Ironman-Kreisen haben wir erfahren, dass der Veranstalter nach der Ironman-WM 2017 Hawaii ein neues Streckenkonzept etablieren wird. Starke Radfahrer und Läufer waren auf der Mittel- und Langdistanz schon immer im Vorteil gegenüber guten Schwimmern. Die Kritik hat zugenommen, seitdem immer mehr Kurdistanz-Athleten auf der Langstrecke mitmischen. Das Schwimmen ist dadurch immer kompakter und unübersichtlicher geworden. Das wurde bei der Ironman-WM im letzten Jahr besonders deutlich, als eine 20 Kopf große Spitzengruppe aus dem Wasser stieg. Schaut man sich das tatsächliche Streckenverhältnis von olympischer Distanz und Langdistanz an, wird das Missverhältnis deutlich:

  • Radfahren: 40 km zu 180 km (4,5-fache)
  • Laufen: 10 km zu 42,2 km (4,22-fache)
  • Schwimmen: 1,5 km zu 3,86 km (2,57-fache)

Mit einer Verlängerung der Schwimmstrecke könnte das Feld weiter entzerrt werden und das Rennen mehr Dynamik bekommen. Zudem könnte durch ein selektiveres Schwimmen verhindert werden, dass große Gruppen zusammen aus dem Wasser steigen und gemeinsam Radfahren. Ob das neue Streckenkonzept auch bei Agegroupern greifen soll, das wisse man noch nicht, äußerte sich Ironman gegenüber tri-mag.de.

Neue Rennformate wie „Super League“ zwingen Ironman zum Handeln. Viele Optionen werden derzeit erörtert. Am wahrscheinlichsten ist eine Anhebung der Schwimmdistanz von 3,86 km auf 6,86 km (4,5-fache), um die Distanzen dem Verhältnis auf der olympischen Distanz anzugleichen. Erst kürzlich gaben WTC und ITU eine Intensivierung der Zusammenarbeit bekannt – die Streckenanpassung könnte das Ergebnis erster Gespräche sein. Hinter diesem Vorhaben könnte mittelfristig sogar noch mehr stecken: Die Angleichung der Distanzen wäre ein erster Schritt, um die Triathlon-Langdistanz für die Olympischen Spiele interessant zu machen. Zuletzt scheiterte beim „Team Relay“ das Bestreben, ein weiteres Format olympisch zu machen.

Am 7. April findet in Hamburg der Ironman Media Day statt. Das neue Streckenkonzept könnte dort erstmals thematisiert und vorgestellt werden. Auch Doppelweltmeister Jan Frodeno wird als Markenbotschafter vor Ort sein. Er gilt als starker Schwimmer und würde das neue Streckenkonzept bestimmt unterstützen.