Der Israman im Praxistest

Schwimmen im Roten Meer, eine Abenteuerfahrt durch die Wüste Negev und ein Lauf mit harten Downhill-Passagen: Wir haben beim Israman mitgemacht, das ist unser Insider-Check zum Rennen in Israel.

Von > | 12. Februar 2017 | Aus: SZENE

Foto >Kevin Mackinnon

Radfahren

Ungefähr ein Kilometer bleibt den Athleten beim Israman, um auf dem Rad einen Schluck zu trinken und sich einzurollen. Dann geht es bergauf. Und zwar für eine ganze Weile, bis auf 800 Meter. Der Anstieg ist eines der Highlights des Israman, obwohl er massiven Einfluss auf den weiteren Rennverlauf hat. Hier zahlt es sich aus, fleißig Kraftausdauer trainiert zu haben. Nur wer den Berg in Ruhe hochkurbelt, hat noch genug Kraft für das Hochland übrig. Auch technisch sollte man sich gut vorbereiten, eine Bergübersetzung beispielsweise macht den Israman um einiges erträglicher.

Teilnehmer sollten sich in erster Linie auf Einsamkeit gefasst machen. Denn bis auf ein paar Streckenposten ist einfach niemand zum Anfeuern in der Wüste. Jeder Berg muss ohne tobende Menschenmassen am Streckenrad bezwungen werden. Mehrere Stunden hört man wirklich nichts – bis auf den Wind, der über die schroffe Landschaft pfeift. Auch die Ernährung am Rad sollte nicht zu knapp gepackt werden. Die Vorräte an den Verpflegungsstationen sind eher knapp bemessen. Es gibt nur Wasser, Iso-Getränke und Energiegels.

US-Profi Rebeccah Wassner lässt den Niederländer Eddy Lamers am Berg hinter sich.

US-Profi Rebeccah Wassner lässt den Niederländer Eddy Lamers am Berg hinter sich.

Foto >Kevin Mackinnon

Rennrad oder Triathlonrad?

Auch ob man mit einem Straßenrennrad oder mit einem Triathlonrad an den Start geht, sollte man sich vorher gut überlegen: Beim ersten Anstieg ist ein leichtes Rennrad klar im Vorteil. Auch im späteren Verlauf ist das Rennen von Abfahrten und Anstiegen geprägt, nur vor dem Wendepunkt gibt es ein relativ flaches Stück. Wir sagen mal so: Ein Triathlonrad ist kein Muss. Denn besonders Hochprofilfelgen können bei den starken Seitenwinden zum Verhängnis werden. Ein Rennrad mit moderat hohen Laufrädern und einem Lenker-Aufsatz ist die sichere Wahl. Technisch gute Radfahrer können auch ein Zeitfahrrad mit Bergübersetzung wählen.

Wechselzone 2

Ein kleiner Außenposten der Triathlon-Zivilisation erwartet die Athleten nach 90 und 180 Kilometern Radfahren in der Wüste. Bei einer Art Rastplatz auf 700 Metern Höhe gibt man sein Rad in die Hände eines Helfers, bekommt dafür sein Lauf-Equipment und darf Cola, Wasser oder einen kleinen Snack bestellen. Der freundliche Empfang tut nach den Stunden in der Einsamkeit richtig gut.