Jan Frodeno gewinnt auch in Barcelona

Jan Frodeno ist in Form: Der Hawaii-Sieger wurde beim Ironman 70.3 Barcelona zwar lange von einem offensiven Franzosen gefordert - am Ende siegte der Deutsche aber deutlich.

Von > | 21. Mai 2017 | Aus: SZENE

Jan Frodeno (Archivbild)

Jan Frodeno (Archivbild)

Foto >Felix Rüdiger / Plan A GmbH

Eine zeitlang sah es tatsächlich so aus, als sollte Jan Frodeno in der Frühphase dieser Saison 2017 sportlich verwundbar sein. Doch am Ende rückte der Doppel-Hawaiisieger die Verhältnisse doch wieder zurecht: Nach Siegen beim Chia Sardinia Triathlon und der Half-Challenge Taiwan, bei denen Frodeno weitgehend konkurrenzlos angetreten war, hat er auch den Ironman 70.3 Barcelona für sich entschieden - diesmal gegen einige ernstzunehmende Herausforderer.

Billard sorgt für Wirbel

Speziell in der Auftaktdisziplin hatte das Feld ein hohes Niveau. Das merkte auch der Deutsche: Denn während Frodeno zuletzt vermehrt versuchte, schon im Wasser Zeit zwischen sich und die Konkurrenz zu legen, schwamm er diesmal "nur" in der Spitzengruppe um den aus Barcelona stammenden Kurzdistanz-Spezialisten Francesc Godoy, den früheren Kurzdistanzler Ivan Rana (beide ESP) und Bertrand Billard (FRA) mit. Und auch auf dem Rad waren es andere, die Akzente setzten: Billard setzte sich, anfangs zusammen mit Godoy, schnell von Frodeno und Kastelein ab, die wiederum Zeit auf die Konkurrenten um den Schweden Patrik Nilsson gutmachen konnten. Zur Halbzeit des Radkurses führte Billard rund zweieinhalb Minuten vor Godoy und dreieinhalb Minuten vor den Trainingspartnern Nick Kastelein und Jan Frodeno.

An diesem Bild änderte sich auf der zweiten Hälfte aber noch etwas: Godoy hatte sich übernommen oder technische Probleme und erreichte den Wechsel mit neun Minuten Rückstand auf den führenden Billard - und vier Minuten nach Frodeno und viereinhalb Minuten nach Kastelein, deren Rückstand auf den Ausreißer Billard auf der zweiten Hälfte somit nur noch leicht angewachsen war.

Trainingspartner erkämpfen Doppelsieg

Auch vier Minuten wollen binnen 21 Kilometern aber erst einmal aufgeholt werden - doch Frodeno schaffte das problemlos. Nach nur sechs Kilometern war der Deutsche bereits auf weniger als zwei Minuten an Billard herangerückt, wenige Kilometer später stürmte er an dem Franzosen, der vor einer Woche den Ironman 70.3 Pays d'Aix gewonnen hatte, vorbei auf dem Weg zum souveränen Sieg nahe seiner Sommer-Wahlheimat Girona. Auch Kastelein, der ebenfalls in Girona den Sommer verbingt und dort häufig mit Frodeno zusammen trainiert, schob sich noch an Billard vorbei auf den zweiten Platz. Für den Franzosen reichte es hinter dem drittplatzierten Russen Ivan Tutukin und Frederik van Lierde (BEL) zum fünften Platz. Der zuvor als Frodenos größter Herausforderer gehandelte Schwede Patrik Nilsson erwischte in Barcelona einen schlechten Tag, stieg bereits mit zwölf Minuten Rückstand auf Billard vom Rad und musste sich letztlich mit dem achten Rang begnügen.

Ironman 70.3 Barcelona

  1. Mai 2017, Barcelona (ESP)

Platz

Name

Nation

Gesamt

1,9 km Swim

90 km Bike

21 km Run

1

Jan Frodeno

DEU

4:03:45

22:48

2:25:18

1:11:58

2

Nick Kastelein

AUS

4:06:03

22:56

2:25:55

1:13:13

3

Ivan Tutukin

RUS

4:07:54

23:55

2:26:37

1:13:34

4

Frederik van Lierde

BEL

4:10:31

23:56

2:26:53

1:15:48

5

Bertrand Billard

FRA

4:11:52

22:55

2:21:13

1:23:36

6

Etienne Diemunsch

FRA

4:13:29

23:57

2:30:40

1:15:05

7

Ivan Rana

ESP

4:15:27

22:51

2:33:37

1:15:13

8

Patrik Nilsson

SWE

4:15:47

24:07

2:32:10

1:15:36

9

Pacome Thibault-Lopez

FRA

4:16:20

26:48

2:27:43

1:17:31

10

Viktor Zyemtsev

UKR

4:17:06

24:09

2:32:17

1:16:49

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Pallant trumpft spät auf

Das Frauenrennen gewann die Britin Emma Pallant - und das mit ähnlicher Taktik wie bei den Männern Jan Frodeno. Denn bis zum zweiten Wechsel war es bei den Frauen die Britin Catherine Jameson, die für Wirbel sorgte und sich deutlich absetzte. Rund drei Minuten trennten diese beim Wechsel von den Verfolgerinnen Pallant und Natalie Seymour (GBR), rund fünf Minuten lag die nächste Verfolgerin Charlotte Morel (FRA) zurück. Beim Laufen konnte Jameson aber nicht an ihre vorherigen Leistungen anknüpfen und musste die Spitzenposition bald an Pallant abgeben. Die gewann das Rennen letztlich deutlich vor ihrer Landsfrau Seymour und Charlotte Morel.