Jan Frodeno im Härtetest

Am Sonntag kommt es in Barcelona zum ersten echten Härtetest für Jan Frodeno: Der Ironman-Weltmeister muss gegen Senkrechtstarter Patrik Nilsson ran. Auch Alistair Brownlee ist gemeldet.

Von > | 18. Mai 2017 | Aus: SZENE

Foto >Felix Rüdiger / Plan A GmbH

Einem Kräftemessen mit Lionel Sanders (CAN) haben in Kalifornien ein Plattfuß und eine leere Kartusche einen Strich durch die Rechnung gemacht, bei seinen folgenden beiden Mitteldistanz-Auftritten auf Sardinien und in Taiwan mangelte es dem amtierenden Ironman-Weltmeister dann an Konkurrenz. Am Sonntag dürfte nun das erste tatsächlich aussagekräftige Rennen des 35-Jährigen in dieser Saison folgen: Nahe seiner sommerlichen Wahlheimat Girona geht Jan Frodeno beim Ironman 70.3 Barcelona an den Start.

Frodeno gegen den schwedischen Senkrechtstarter

Das Rennen kennt Frodeno bereits gut. Im Jahr 2015 gewann er den Wettkampf vor seinem Landsmann Maurice Clavel, Frederik van Lierde (BEL) und Patrick Lange - und weiß daher genau, dass die Halbdistanz rund um Barcelona im Grunde das Gegenteil des vollen Ironman in der Region ist. Denn während die Langstrecke als flach und extrem schnell gilt, haben es die Kurse auf der halben Distanz in sich: Allein auf den 90 Radkilometern sind rund 1.200 Höhenmeter zu bezwingen, und auch die Laufstrecke ist nicht unbedingt ein Hochgeschwindigkeitskurs. Frodeno hat sich also ein hartes Rennen ausgesucht - mit ebenso harter Konkurrenz. Vor allem der erst 25-jährige Schwede Patrik Nilsson dürfte darauf brennen, sich mit Frodeno zu messen. Wie der Deutsche ist Nilsson ein sehr ausgeglichener Sportler, der trotz seines jungen Alters unter anderem vier Ironman-Siege vorzuweisen hat - unter anderem einen in Barcelona. Dort gewann er im Oktober in 7:55:28 Stunden, zuvor hatte er in Frodenos Abwesenheit auch schon das Ironman-70.3-Rennen gewonnen. (Mehr über Patrik Nilsson lesen Sie hier).

Wie schon am vergangenen Wochenende auf Mallorca taucht auch Alistair Brownlee (GBR) auf der Meldeliste für den Wettkampf auf. Ob der Brite tatsächlich anreisen wird oder auch diesen Wettkampf auslässt, ist allerdings unklar, denn Brownlee gilt als ein Sportler, der sich lieber auf einige wenige Rennen konzentriert. Der Brite hatte bereits vor seinem Sieg beim Ironman 70.3 St. George für den Wettkampf gemeldet. Sein vorläufiges Saisonziel, die Qualifikation für die Ironman-70.3-WM, hat er mittlerweile allerdings schon erreicht. Die Aussicht auf ein Duell mit seinem früheren Kurzdistanz-Widersacher Frodeno und das anspruchsvolle Profil könnten Brownlee aber möglicherweise trotzdem nach Barcelona locken.

Wutti nach Babypause zurück

Doch ob Brownlee nun startet oder nicht: Langweilig wird Frodeno und Nilsson nicht werden. In Frederik van Lierde (BEL), Ivan Rana (ESP), Frodenos Trainingspartner Nick Kastelein (AUS), Etienne Diemunsch, Bertrand Billard und Jeremy Morel (alle FRA) haben sich noch einige weitere Hochkaräter für den Wettkampf angemeldet. Als zweiter deutscher Profi geht in Barcelona Kevin Thewes ins Rennen.

Das Rennen der Profi-Frauen wird ohne deutsche Beteiligung über die Bühne gehen - dafür hat eine Österreicherin aber gute Karten. Eva Wutti misst sich nach einer Babypause wieder mit der Weltspitze und will in Barcelona einen Formtest wagen. Ihre Gradmesser werden unter anderem die letztjährige Zweitplatzierte Emma Pallant, Catherine Jameson (beide GBR), Amelia Watkinson (NZL), Camille Donat (FRA), Camilla Pedersen (DEN), Tine Deckers (BEL) und Sylvia Gehnböck (AUT) sein.