Jan Frodeno kämpft in Klagenfurt um Hawaii

Die Hawaiiqualifikation sollte für Jan Frodeno beim Ironman Austria eigentlich nur Beiwerk sein. Nach einer Viruserkrankung stehen hinter der Form des Weltmeisters aber Fragezeichen.

Von > | 29. Juni 2017 | Aus: SZENE

Jan Frodeno beim Ironman 70.3 Oceanside

Jan Frodeno beim Ironman 70.3 Oceanside

Foto >Felix Rüdiger / Plan A GmbH

Würde er schon wieder die Langdistanz-Weltbestzeit angreifen? Oder zumindest den Ironman-internen Rekord, den Tim Don (GBR) erst im April auf 7:40:23 Stunden runtergeschraubt hatte? Zwar hat Jan Frodeno frühzeitig erklärt, dass für ihn nach der Weltbestzeit in Roth im vergangenen Jahr sportlich in diesem Jahr nur der Ironman Hawaii wirklich zählt. Den Spekulationen und teils auch der Erwartungshaltung an den zweimaligen Ironman-Weltmeister tat das nach der Bekanntgabe seines Starts bei dem als sehr schnell geltenden Ironman Klagenfurt aber keinen Abbruch. Da kann ein Infekt, wie er ihn Jan Frodeno zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt rund vier Wochen vor dem Rennen ereilte, beinahe schon als eine Art Befreiung daherkommen. Zwei Wochen lang sei der 35-Jährige wegen einer Virus-Infektion außer Gefecht gewesen, erklärte Frodeno zuletzt über seine Social-Media-Kanäle - und nur noch rund zwei Wochen blieben ihm anschließend, für das Rennen in Österreich wieder einigermaßen zu Kräften zu kommen.

Wild und Rana fordern Frodeno

Zumindest scheint die Formkurve Frodenos seitdem wieder etwas aufwärts zu zeigen: Die Muskeln würden sich offenbar daran erinnern, was sie in den vergangenen 17 Jahren Tag für Tag getan hätten, meinte Frodeno einigermaßen erleichtert. Von einer hundertprozentigen Form dürfte der Deutsche aber doch relativ weit entfernt sein, wenn er am Sonntag das Unternehmen Hawaiiqualifikation angeht. Doch immerhin: Frodeno müsste in Klagenfurt ohnehin "nur" solide finishen und muss sich keinen Druck machen, das Rennen unbedingt gewinnen zu müssen. Auch dann hätte er seinen Startplatz beim Ironman Hawaii bereits abgesichert.

Was natürlich nicht heißt, dass Frodeno für den Sieg nicht trotzdem ein ernstzunehmender Kandidat wäre. Die Profi-Startliste ist allerdings voll bepackt. Einen seiner Hauptkonkurrenten, den Spanier Ivan Rana, kennt Frodeno sogar noch aus Kurzdistanz-Zeiten, wo Rana Weltmeister und zweimal Olympia-Fünfter wurde. Auch auf der Langdistanz hat der Spanier schon einige Duftmarken gesetzt: Auf Hawaii wurde der 38-Jährige im vergangenen Jahr Neunter, in Klagenfurt gewann er 2014 sogar schon einmal. Auch der 44-jährige Vorjahreszweite Viktor Zyemtsev (UKR), Ruedi Wild (SUI), Eneko Llanos (ESP), Stefan Schmid, Antony Costes (FRA) und der schon einmal mit einer Dopingsperre belegte Michael Weiss dürften Siegambitionen haben - allerdings befindet sich der Österreicher nach einer Schulterverletzung erst seit zwei Wochen wieder im Schwimmtraining. Außerdem haben unter anderem Paul Reitmayr (AUT), Cyril Viennot (FRA), Mike Schifferle (SUI), Markus Liebelt und Robin Schneider für den Wettkampf gemeldet.

Klagenfurt ein fruchtbares Pflaster

Das Frauenrennen steht ganz im Zeichen junger und werdender Mütter: Im Jahr 2015 nämlich gewann zunächst Eva Wutti (AUT) das Rennen und setzte 2016 wegen der Geburt ihres ersten Kindes aus. Ihre Nachfolge als Siegerin trat Mirinda Carfrae an - die sich nun auch anderweitig Tipps von Wutti abholen kann, denn auch die Australierin erwartet im Folgejahr ihres Siegs in Klagenfurt Nachwuchs. An ihrer Stelle ist die junge Mutter Wutti nun wieder am Start und hofft darauf, auch an die Spitze des Feldes zurückkehren zu können. Michelle Vesterby (DEN), Corinne Abraham (GBR), Diana Riesler, Michaela Herlbauer, Bianca Steurer (beide AUT), Franziska Bossow, Annabel Diawuoh, Lisa Roberts (USA) und Jenny Fletcher (CAN) wollen versuchen, Wutti einen Strich durch die Rechnung zu machen.