Javier Gómez zurück auf der Siegerstraße

Javier Gómez ist beim Rennen der World Triathlon Series in Montreal in die Erfolgsspur zurückgekehrt. In der Triathlon-Bundesliga verpassten die Deutschen Siege.

Von > | 7. August 2017 | Aus: SZENE

Javier Gomez gewinnt das WM-Rennen in Montreal.

Javier Gomez gewinnt das WM-Rennen in Montreal.

Foto >Wagner Araujo / triathlon.org

Seit seiner verletzungsbedingten Olympia-Absage im vergangenen Jahr lief es bei Javier Gómez nicht ganz rund. Zwar gewann der Galizier im Frühjahr seinen Kurzdistanz-Saisonauftakt in Abu Dhabi, danach folgten für ihn in der World Triathlon Series aber - für seine Verhältnisse - durchwachsene Ergebnisse abseits des Podests. In Montreal ist Gómez nun auf die Siegerstraße zurückgekehrt - indem er sich schon früh im Rennen so aggressiv präsentierte wie zu seinen besten Zeiten: Gómez nutzte ein schnelles Schwimmen, um sich mit einer sieben Mann starken Spitzengruppe um Jonathan Brownlee (GBR) und Kristian Blummenfelt (NOR) vom Hauptfeld um die laufgewaltigen Mitfavoriten Mario Mola (ESP) und Richard Murray (RSA) zu lösen. Mit rund einer Minute Vorsprung auf die Verfolger auf die Laufstrecke gewechselt, präsentierte sich Gomez auf den abschließenden zehn Laufkilometern stark und rannte vor Kristian Blummenfelt zum ungefährdeten Sieg. Sein Laufsplit von 30:56 Minuten war nur fünf Sekunden langsamer als die schnellste Laufzeit des Tages, die dem Südafrikaner Richard Murray gehörte. Der rannte aus dem Hauptfeld heraus noch an fünf der sieben Ausreißer vorbei auf den dritten Rang vor Jonathan Brownlee, der Vierter wurde.

Das Frauenrennen entschied bereits tags zuvor Ashleigh Gentle (AUS) für sich, nachdem es Weltmeisterin Flora Duffy (BER) diesmal nicht gelungen war, alle laufstarken Konkurrentinnen schon im Wasser und auf dem Rad zu distanzieren. Ein starkes Ergebnis fuhr sie trotzdem ein: Duffy rannte mit der zweitschnellsten Laufzeit des Tages zu Silber hinter Gentle, die ihren ersten Sieg in einem Rennen der World Triathlon Series feierte. Andrea Hewitt wurde deutlich hinter Duffy, aber auch mit 30 Sekunden Vorsprung vor Joanna Brown (CAN) Dritte. Insgesamt kamen in dem ausgesprochen dünn besetzten Damen-Startfeld in Montreal überhaupt nur 21 Frauen ins Ziel - starten dürfen in Rennen der World Triathlon Series bei entsprechender Nachfrage der Nationalverbände über 60 Athletinnen.

Zipf und Charayron wagen das Doppel

Dass das Interesse an der World Triathlon Series so dürftig ausfiel, lag zumindest zum Teil vielleicht auch an der parallelen Ansetzung der Triathlon-Bundesliga in Tübingen, die für einige Elite-Sportler ebenfalls ein lukratives Geschäft darstellt. Und auch dort siegte bei dem über die Sprintdistanz ausgetragenen Wettkampf eine Australierin: Gentles Landsfrau Emma Jackson, die für Triathlon Potsdam gestartet war, hatte die schnellsten Beine und setzte sich in einer Laufentscheidung vor Anne Haug durch, die allmählich wieder in Form zu kommen scheint. Nur eine Woche nach ihrem Sieg beim HeidelbergMan verwies die für Buschhütten gestartete Haug ihre nationale Konkurrentin Laura Lindemann auf den dritten Rang. Vierte wurde die gegenüber ihren letzten Rennauftritten stark verbesserte Sophia Saller.

Das Bundesliga-Rennen der Männer gewann der für das Wormser ROWE-Team startende Franzose Felix Duchampt vor Valentin Wernz (Schunk Team TV Mengen) und Lazlo Tarnai (HUN, PV-Triathlon Witten). Bemerkenswert ist zudem der siebte Rang von Jonathan Zipf: Der Saarbrücker war nämlich tags zuvor noch bei der Militär-WM über die olympische Distanz in Sassenberg gestartet und dort hinter Aurelien Raphael (FRA) Dritter geworden. Den Sieg hatte sich in Sassenberg Justus Nieschlag gesichert, der dafür ähnlich wie schon bei seinem Erfolg beim Bundesliga-Rennen in Münster auf ein offensives Radfahren setzte und sich bis zum zweiten Wechsel um drei Minuten löste. Emmie Charayron (FRA), die das Rennen der Frauen in Sassenberg gewann, ging tags darauf ebenfalls beim Tübinger Bundesliga-Rennen an den Start und wurde für Buschhütten Achte.

Obwohl sie diesmal keinen Einzelsieg feiern konnten, haben sich die Buschhüttener Teams durch das Rennen in Tübingen in der Ligawertung etwas Luft verschaffen können. Nach drei von fünf Saisonrennen führt das Ejot-Team bei den Männern mit 60 Zählern vor dem KiologIQ Team Saar (55 Punkte) und den Wormser Konkurrenten vom ROWE-Team (54 Punkte). Auf Frauenseite kommen die Siegerländer auf 58 Zähler und führen vor dem Triathlon-Team TG Witten (55 Punkte) und dem Komet Team TV Lemgo (54 Punkte).