Jonathan Brownlee fordert beim Comeback Javier Gómez

Im dritten Rennen der World Triathlon Series greifen erstmals deutsche Athleten ein. Im Fokus steht aber das Comeback von Jonathan Brownlee, der sich prompt mit Dauerrivale Javier Gómez messen will.

Von > | 12. Mai 2017 | Aus: SZENE

Jonathan Brownlee

Jonathan Brownlee

Foto >Janos Schmidt / triathlon.org

Sein letztes Rennen dürfte den Triathlonfans noch bestens im Gedächtnis sein: Beim Grand Final auf Cozumel kollabierte Jonathan Brownlee im vergangenen Jahr, wurde zwar von seinem älteren Bruder Alistair noch ins Ziel geschleppt, verpasste aber den Gewinn des Weltmeistertitels. Damit ihm ein solches gesundheitliches und sportliches Fiasko nicht noch einmal passiert, unterzog sich der 27-Jährige im Winter Tests in der Hitzekammer. Vor dem Saisonstart hatte der Brite dann aber andere gesundheitliche Probleme, wegen derer er seinen Start bei der "Super League" im März absagte. Erst am Wochenende steigt Brownlee beim WM-Serienrennen in Yokohama wieder ins Renngeschehen ein.

Ein rostfreier Brownlee?

"Im Training habe ich mich stark gefühlt, und hoffe, dass ich das am Wochenende gleich auch im Rennen zeigen kann", sagte Brownlee im Vorfeld des Rennens, das über die olympische Distanz ausgetragen wird. Allerdings hat er in der Vergangenheit häufig ein, zwei Rennen benötigt, um alle Systeme startklar zu machen und sich den "Rost", den seine Wettkampfbeine über den Winter angesetzt hatten, abzuschleifen. In Yokohama wird er sich das kaum leisten können, will er noch eine Chance auf den WM-Titel haben. Denn sein galizischer Dauerrivale Javier Gómez hat in dieser Saison bereits mehrere Rennen in den Beinen und dort seine gute Verfassung unter Beweis gestellt, außerdem haben auch Fernando Alarza, Weltmeister Mario Mola (beide ESP), Henri Schoeman (RSA) und Brownlees Landsmann Thomas Bishop, Zweiter beim WM-Auftakt in Abu Dhabi, gemeldet. Dazu kommen in Jacob Birtwhistle (AUS) und Kristian Blummenfelt (NOR) noch mindestens zwei weitere, speziell beim Laufen sehr starke einzuschätzende Konkurrenten.

Erstmals in dieser Saison haben auch zwei Deutsche für das WM-Serienrennen gemeldet - und stehen prompt unter Druck. Denn ein Ausrutscher in Yokohama wäre zwar in Ordnung, nach einem zweiten sportlich zu schwachen Abschneiden müssen deutsche Athleten sich ab dieser Saison erst einmal wieder mit einem guten Ergebnis auf einer unteren Wettkampfebene beweisen, bevor sie wieder in der World Triathlon Series starten dürfen - in diesem Falle wäre das in einem Weltcuprennen. Diesen Druck werden Justus Nieschlag und Lasse Lührs aber auszublenden versuchen und sich stattdessen ganz auf das Rennen konzentrieren wollen. Lührs glückte bereits am vergangenen Wochenende beim Weltcuprennen im chinesischen Chengdu ein solider Saisonstart, muss in Japan nun aber gegen ein sehr viel stärkeres Feld antreten. Vor allem im Schwimmen wird nicht zuletzt durch Richard Varga (SVK) die Post abgehen, was Justus Nieschlag wiederum zugute kommen könnte. Der kann sich seinen Startplatz auf dem Ponton durch seine vergleichsweise schlechte Platzierung in der ITU-Punkteliste zwar kaum selbst aussuchen, hat schwimmerisch aber trotzdem das Zeug dazu, es in eine mögliche kleine Ausreißergruppe unter anderem mit Varga, Gómez und Brownlee zu schaffen.

Die Weltmeisterin kehrt zurück

Ein Comeback wird es auch im Rennen der Frauen geben: Weltmeisterin Flora Duffy (BER) kehrt in Yokohama nach einer kurzen Verletzungs-Auszeit wieder ins Renngeschehen zurück und könnte die Siegerin der ersten beiden WM-Rennen, Andrea Hewitt (NZL), in Probleme bringen. Doch dazu hat nicht nur Duffy das Zeug. Auch Katie Zaferes (USA), Ai Ueda (JPN), Charlotte McShane (AUS), Rachel Klamer (NED), Ashleigh Gentle, Emma Jackson (beide AUS), Vicky Holland und Non Stanford (beide GBR) ist es zuzutrauen, ganz vorne anzugreifen.

Dafür wird es für die einzige deutsche Starterin, Laura Lindemann, vermutlich noch nicht reichen, auch wenn diese beim Weltcup in Chengdu am Wochenende dicht an Stanford drangeblieben war und am Ende einen starken zweiten Rang feierte. Ganz so viel Routine wie die Britin hat die erst 20-jährige Lindemann auf der olympischen Distanz allerdings noch nicht - wenn ihr das Starterfeld auch taktisch entgegenkommen könnte. Denn in Caroline Routier (ESP) ist eine ausgezeichnete Schwimmerin gemeldet, in Jessica Learmonth, Lucy Hall (beide GBR) und natürlich Flora Duffy außerdem weitere starke Schwimmerinnen, die, anders als Routier, außerdem auch gerne aggressiv Rad fahren. Mit etwas Geschick könnte es Lindemann gelingen, sich in deren Sog in eine Spitzengruppe zu arbeiten, die bis zum zweiten Wechsel einige starke Läuferinnen vom Hals halten könnte. Was für Lindemann aber wiederum einen Nachteil bedeuten kann: Wie auch Nieschlag und Lührs wird sich die Deutsche ihren Startplatz auf dem Ponton aber erst sehr spät aussuchen dürfen. Denn maßgeblich dafür ist die Platzierung in der Punkteliste - und dort sind die Deutschen aufgrund ihrer bislang sparsamen Rennstarts momentan noch weit hinten platziert.