Katie Zaferes gewinnt in Hamburg

Katie Zaferes hat den Hamburg Wasser Triathlon 2016 gewonnen. Die US-Amerikanerin löste sich nach dem Schwimmen in einer kleinen Gruppe und verteidigte ihren Vorsprung vor Gwen Jorgensen.

Von > | 16. Juli 2016 | Aus: SZENE

Katie Zaferes | Katie Zaferes gewinnt den Hamburg-Triathlon 2016.

Katie Zaferes gewinnt den Hamburg-Triathlon 2016.

Foto >Fabian Fiedler / spomedis

Der Hamburg-Triathlon sollte Gwen Jorgensen einen Monat vor den Olympischen Spielen noch einmal Selbstvertrauen geben - stattdessen bat er der Amerikanerin einen Vorgeschmack darauf, was ihr in wenigen Wochen auch in Rio de Janeiro blühen könnte: Obwohl die derzeit offensivste Radfahrerin unter den Kurzdistanzlerinnen, Flora Duffy von den Bermudas, das Rennen in Hamburg ausließ, konnte sich nach dem Radfahren eine kleine Gruppe vom Hauptfeld lösen und die US-Amerikanerin an einem erneuten Triumph in der Hansestadt hindern.

Hall und Klamer machen Druck

Die Hauptarbeit dafür erledigte in den ersten beiden Disziplinen Lucy Hall. Die Britin sorgte zunächst beim Schwimmen für ein hohes Tempo und zog das Feld erst in die Länge, wobei sich rund zehn Damen sogar etwas von den weiteren Verfolgerinnen lösen konnten. Aus dieser Ausgangsposition ging es rund um die Alster auch auf dem Rad sofort schnell zur Sache: Vor allem Hall und die Niederländerin Rachel Klamer sorgten dafür, dass sich die kleine Spitzengruppe, die bald auf sieben Frauen schrumpfte, von einem sich bildenden großen Peloton absetzte. In dem fuhren in Laura Lindemann, Hanna Philippin, Rebecca Robisch und Sophia Saller auch vier der sechs Deutschen in Hamburg. Auch Lisa Tertsch war in ihrem ersten WM-Serienrennen nach etwas mehr als drei der 20 Radkilometer der Sprung in die Spitzengruppe geglückt. Dabei aber musste die junge Darmstädterin viel Kraft investieren und wenig später die Rechnung zahlen: Sie fiel in eine zurückliegende Verfolgergruppe mit der zweiten WM-Serien-Debütantin Lena Meißner zurück.

Vorne setzten sich die sieben Spitzenfrauen um rund 50 Sekunden vom großen Verfolgerfeld ab, in dem auch die laufstarke Weltmeisterin Gwen Jorgensen fuhr. Mit der US-Amerikanerin im Nacken durften ihre Kolleginnen an der Spitze auch nach dem zweiten Wechsel aber nicht bummeln - trotz des scheinbar komfortablen Polsters. Und so setzten sich Rachel Klamer und Katie Zaferes, die zusammen in einer Trainingsgruppe bei Joel Filliol trainieren, gemeinsam von ihren ehemaligen Begleiterinnen ab und versuchten, sich Jorgensen auf den abschließenden fünf Laufkilometern vom Leib zu halten. Mit Erfolg. Zaferes löste sich kurz vor dem Ziel außerdem auch um einige Meter von Klamer und gewann ihr erstes Saisonrennen - konnte den Triumph aber erst auskosten, als sie die Ziellinie schon überquert hatte. Für ausprägtere Jubelposen im Zielkanal war die Entscheidung im Duell mit Klamer zu knapp. Gwen Jorgensen schob sich hinter den beiden Ausreißerinnen auf den dritten Rang.

Laura Lindemann wurde als beste Deutsche gute Neunte und feierte damit das beste Saisonergebnis einer Deutschen 2016. Hanna Philippin setzte wurde im teaminternen Duell mit Rebecca Robisch 18., nachdem die sich Ende der ersten von zwei Laufrunden noch abzusetzen versucht hatte. Dabei hatte sie sich nach den turbulenten letzten Wochen aber wohl etwas übernommen und musste sich im Ziel mit Rang 31 begnügen. Sophia Saller wurde 49, die WM-Seriendebütantinnen Tertsch und Meißner landeten auf den Plätzen 52 und 55.