Kienle misst sich auf Maui mit den Xterra-Spezialisten

Nach der Arbeit kommt das Vergnügen: Bei den Xterra-Weltmeisterschaften in Kapalua auf Maui will Sebastian Kienle in erster Linie seinen Ausflug in den Crosstriathlon genießen - könnte dabei aber auch einen Titel gewinnen. Auf Frauenseite brennt Kurzdistanz-Weltmeisterin Flora Duffy auf ihren dritten Xterra-Weltmeistertitel.

Von > | 20. Oktober 2016 | Aus: SZENE

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Zwei Wochen nach seinem zweiten Rang beim Ironman auf Big Island steigt Sebastian Kienle auf der benachbarten Hawaii-Insel Maui wieder in den Ring - wenn auch mit veränderter Herangehensweise und neuem Wettkampfmaterial. Denn nach seinem Saisonhighlight beim Ironman genießt Kienle bei den Xterra-Weltmeisterschaften am Sonntag seinen Aktivurlaub. Davon, dass er sich in diesem Jahr bei einem seiner in den vergangenen Jahren seltener gewordenen Ausflüge ins Gelände gegen die Offroad-Spezialisten durchsetzen kann, geht Kienle zwar selbst nicht aus. Was aber nicht heißen soll, dass es für ihn nicht trotzdem um einen Titel geht.

Kleine Fehler werden schnell bestraft

Denn nicht nur der Gesamtsieger des Rennens, auch der einer kombinierten Zeitwertung aus Ironman Hawaii und Xterra Maui erhält nach dem Weltmeisterschaftsrennen einen Preis. In dieser Wertung geht Kienle mit einem Vorsprung ins Rennen, wenn auch nicht konkurrenzlos: Denn in Ben Hoffman hat auch der Hawaii-Vierte für das Rennen gemeldet. Kienle gilt ihm gegenüber zwar als Favorit, doch wie viel auf Maui schief gehen kann, erlebte der Deutsche bei seinem letzten Start im Jahr 2012: Damals verschaltete sich Kienle auf der anspruchsvollen Radstrecke, beschädigte seine Kette und musste deswegen auf dem Rad etwas zurückstecken und sich am Ende mit Rang 14 anfreunden.

Eine Verbesserung dieses Ergebnisses ist dem Deutschen in jedem Falle zuzutrauen. Favoriten sind über die Distanz von 1,5 Kilometer Schwimmen, 32 Kilometer Mountainbiken und 10,5 Kilometer Traillaufen aber andere. Josiah Middaugh, der Titelverteidiger aus den USA, geht als Gejagter ins Rennen und muss sich fast allen Top-Ten-Finishern aus dem vergangenen Jahr erwehren: Braden Currie (NZL), Ruben Ruzafa (ESP), Mauricio Mendez (MEX), Courtney Atkinson (AUS), Francisco Serrano (MEX), Rom Akerson (CRC) und eben auch Ben Hoffman haben schon im vergangenen Jahr bewiesen, dass sie sich im Gelände wohl fühlen. Auch der Drittplatzierte von 2013 und 2014, Ben Allen (AUS) geht ins Rennen - ebenso wie der Österreicher Michael Weiss, der früher als Mountainbiker aktiv war, gegen den wegen erhöhter Hämatokritwerte und Anwendung einer verbotenen Methode während seiner Zeit im Radsport aber auch eine eine Schutz- und Dopingsperre ausgesprochen wurden. Außer Kienle haben keine deutschen Profis für das Rennen auf Maui gemeldet.

Flora Duffy greift gleichzeitig nach Double und Hattrick

Bei den Frauen kommt es zum Wiedersehen der beiden schnellsten Damen aus dem Vorjahr: Titelverteidigerin Flora Duffy (BER) trifft auf die Vizeweltmeisterin Lesley Paterson (GBR). Wenn die Konkurrentinnen gehofft haben sollten, Duffy habe unter all dem Olympia-Rummel und der Aufregung und Freude um ihren ersten Weltmeistertitel in der ITU World Triathlon Series in diesem Jahr das Offroad-Training schleifen lassen, dürften sie sich aber getäuscht haben: Die 29-Jährige ist nicht nur mit dem ehemaligen Cross-Spezialisten Dan Hugo (RSA) liiert, seit ihrem Kurzdistanz-Titelgewinn in Cozumel Mitte September bespielt sie ihre Social-Media-Kanäle auch mit begeisterten Updates vom Offroad-Training für ihren erhofften dritten Xterra-Titel in Folge. Herausfordern wollen Duffy neben Paterson unter anderem die Vojahresvierte Myriam Guillot-Boisset (FRA), Suzie Snyder (USA), Lizzie Orchard (NZL) und die Österreicherin Carina Wasle.