Kienle, Raelert, Lange und Böcherer kämpfen um EM-Titel

Am Sonntag will Sebastian Kienle seinen Vorjahressieg beim Ironman Frankfurt wiederholen. Herausgefordert wird er allerdings von einem starken deutschen Trio und mehreren internationalen Topathleten.

Von > | 5. Juli 2017 | Aus: SZENE

Auch 2017 könnte es wieder auf ein enges Duell zwisches Sebastian Kienle und Andreas Böcherer hinauslaufen.

Auch 2017 könnte es wieder auf ein enges Duell zwisches Sebastian Kienle und Andreas Böcherer hinauslaufen.

Foto >Michael Rauschendorfer

Standesgemäß werden auch in diesem Jahr beim Ironman Frankfurt wieder die Europameisterschaften ausgetragen. Vorjahressieger und Topfavorit Sebastian Kienle ist in Form und will seinen Titel verteidigen. Nach seinen starken Ergebnissen über die Mitteldistanz ist dem amtierenden Ironman-Europameister einiges zuzutrauen. Zum Saisonauftakt gewann Kienle in Frankreich den Cannes Triathlon. Beim Ironman 70.3 St. George musste sich der Hawaiisieger von 2014 nur Alistair Brownlee und Lionel Sanders geschlagen geben. Bei der Challenge Samorin sicherte sich Kienle nach einem spannenden Fight den zweiten Platz hinter Lionel Sanders, landete allerdings vor Alistair Brownlee, der das Rennen beim Laufen aufgab. Nur eine Woche später demonstrierte Kienle bei seinem Heimrennen im Kraichgau über die Ironman-70.3-Distanz erneut seine Stärke und gewann mit großem Vorsprung. Für Kienle dürfte am Sonntag nur der Sieg zählen und die Vorzeichen stehen gut. Die Konkurrenz ist jedoch groß. In der breiten Masse dürfte das Startfeld der Profis in den vergangenen Jahren selten so gut besetzt sein wie 2017.

Starke Konkurrenz

Allen voran dürfte der Vorjahreszweite, Andreas Böcherer, erneut Siegesambitionen haben. Anders als 2016 verlief sein Frühjahr zwar nicht perfekt, aber trotzdem zufriedenstellend. Beim Ironman 70.3 St. Pölten landete er hinter Nils Frommhold auf Rang zwei, bevor er bei der Ironman-70.3-EM in Elsinore wieder Zweiter wurde und dieses Mal vor Nils Frommhold (Dritter) ins Ziel kam, sich allerdings Michael Raelert geschlagen geben musste. Auch Raelert unternimmt am Sonntag in Frankfurt einen nächsten Versuch auf der Langdistanz - und scheint schwer in Form zu sein. Eine Woche nach dem Sieg des Ironman-70.3-Titels gewann Raelert auch den Chiemsee Triathlon. Nach langer Durststrecke deutete sich bereits Anfang Juni bei der Challenge Samorin (3. Platz) an, dass wieder mit Raelert zu rechnen ist. Ob der Norddeutsche seine starke Form auf die Langdistanz übertragen kann, wird sich am Sonntag zeigen. Schon bei seinen Ironman-70.3-WM-Siegen stellte Raelert die Weltelite über die Mitteldistanz in den Schatten, scheiterte aber regelmäßig auf der Langdistanz. Ob sich der 36-Jährige dieses Mal gelingt, bleibt eine spannende Frage. 

Ein großes Fragezeichen steht hinter der Form von Patrick Lange. Der Hawaiidritte von 2016 musste zuletzt seinen Start beim Ironman 70.3 Kraichgau aufgrund einer Fußverletzung absagen, um seinen Start in Frankfurt nicht zu gefährden. Beim Triathlon in Erding stieg Lange dann über die olympische Distanz wieder ins Wettkampfgeschehen ein und überzeugte mit einem klaren Sieg. Auch beim Laufen knüpfte Lange wieder an seine alte Form an und absolvierte die abschließenden 10 Kilometer in 33:04 Minuten. Ob es schon zu einer vergleichbaren Leistung über die Langdistanz reicht, wird sich am Sonntag zeigen. Aber auch international hat die Startliste des Ironman Frankfurt einiges zu bieten. Besonders Patrik Nilsson sollte man nach seinen beiden Sub-8-Ironman-Siegen des vergangenen Jahres genau im Auge behalten. Bei der Ironman-70.3-EM musste der Schwede in guter Position liegend aufgrund eines Platten aussteigen. Alles deutet jedoch darauf hin, dass Nilsson in körperlicher Topverfassung ist. Auch der starke Franzose Cyril Viennot ist gemeldet, der zuletzt den Ironman 70.3 Italien für sich entscheiden konnte. Auch James Cunnama (RSA), Guilio Molinari (ITA), Bas Diederen (NED) und Ivan Tutukin (RUS) sind Kandidaten für eine Podiumsplatzierung. Für Deutschland gehen außerdem Horst Reichel, Markus Fachbach, Lukas Wojt, Alfred Rahm, Peter Seidel, Kevin Thewes und Michael Rünz ins Rennen.

Beranek in Favoritenrolle

Im Frauenfeld kann sich unter anderem Anja Beranek gute Chancen auf den Sieg ausrechnen. Die 32-Jährige musste zwar ihren geplanten Start beim Ironman 70.3 Kraichgau wegen eines Infektes absagen, gewann vor zwei Wochen allerdings mit starker Leistung den Rothsee Triathlon. Befindet sich Beranek in vergleichbarer Form wie 2016, könnte es für den Sieg reichen. Durchsetzen muss sich die Deutsche gegen die starken Konkurrentinnen Sarah Crowley (AUS), Lucy Charles (GBR) und Michaela Herlbauer (AUT). Auch Diana Riesler, Katja Konschak und Sonja Tajsich sind mit von der Partie und dürften vordere Platzierungen im Visier haben. Lokalmatadorin Natascha Schmitt musste ihren Start verletzungsbedingt absagen, wird allerdings bei der Liveübertragung des Hessischen Rundfunks das Rennen kommentieren.